Dioxin - wie stark sind Eier belastet?
Dioxine kommen fast überall in der Umwelt vor. Daher ist kaum zu verhindern, dass die giftigen Substanzen in die Nahrungskette gelangen. Kann man sich dennoch vor dem Umweltgift schützen?
Dioxin findet sich vor allem in Fleisch, Fisch, Eiern, Milch und den daraus hergestellten Produkten. Pflanzliche Lebensmittel enthalten weniger Dioxine. Wer seine Dioxinbelastung möglichst gering halten will, kann den Verzehr von tierischen Lebensmitteln reduzieren. Ein völliger Verzicht auf Eier und Fleisch aufgrund von Dioxin ist laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) aber nicht notwendig, da derzeit „keine akute Gesundheitsgefahr für Verbraucher durch den kurzfristigen Verzehr dieser Produkte“ besteht.
Keine akuten Schäden durch den Verzehr von mit Dioxin belasteten Eiern
Die im Januar 2011 in einigen Eiern gemessenen Dioxin-Konzentrationen lagen zwar über dem EU-Höchstwert von drei Picogramm Toxizitätsäquivalente pro Gramm Fett. Die Obergrenze der für den Menschen als tolerierbar definierten Dioxinmenge wird durch den Verzehr von ein oder zwei Eiern aber längst nicht überschritten. Selbst wer einen Monat lang täglich zwei Eier isst, steigert seine „normale“ Dioxinbelastung nur unwesentlich.
Grenzwerte für Dioxin in Lebensmitteln
Laut BfR nimmt ein Mensch durchschnittlich 60 bis 120 Picogramm (ein billionstel Gramm) Dioxin-Toxizitätsäquivalente über Lebensmittel wie Fleisch und Eier zu sich. In der Europäischen Union gilt eine tägliche Aufnahme von zwei Picogramm Toxizitätsäquivalente pro Kilogramm Körpergewicht als noch tolerierbarer Grenzwert. Ein 75 kg schwerer Mensch kann demnach also täglich 150 Picogramm Toxizitätsäquivalente zu sich nehmen, ohne sich einem erkennbaren Gesundheitsrisiko auszusetzen. Allerdings ist bisher unklar, ob diese Menge tatsächlich völlig unbedenklich ist. Die WHO betont, dass aus Vorsorgegründen ein Wert unter einem Picogramm Toxizitätsäquivalente pro Kilogramm Körpergewicht und Tag angestrebt werden soll.
Zu bedenken ist außerdem, dass für manche Bevölkerungsgruppen, zum Beispiel schwangere und stillende Frauen, möglicherweise niedrigere Grenzwerte sinnvoll wären. Schweden geht mit einem guten Beispiel voran und rät Mädchen und jungen Frauen, nur einmal im Monat fetten Fisch aus der Ostsee zu essen, damit nicht so viel Dioxin im Körperfett gespeichert und ein Kind während einer Schwangerschaft nicht zu hoch belastet wird.
Laut Umweltbundesamt sollte die Dioxinbelastung der Menschen und der Umwelt weiter gesenkt werden, „da immer noch große Teile der Bevölkerung mehr Dioxin täglich zu sich nehmen, als die WHO als Vorsorgewert empfiehlt.“ Sie müssen zwar nicht auf Eier & Co. verzichten, sollten aber keine Massen essen.
Auch für viele Lebensmittel hat die EU Höchstwerte für den Dioxingehalt festgelegt. Doch auch diese Werte orientieren sich nicht an der Unbedenklichkeit, sondern „im Wesentlichen an der nicht vermeidbaren Belastung der Lebensmittel durch Dioxine aus der Umwelt, der sogenannten Hintergrundbelastung“, informiert das Bundesinstitut für Risikobewertung.




