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- Vor allem Lebensmittel für Kinder werben mit zweifelhaften Versprechungen für die Gesundheit.
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Bestimmte Werbeslogans, die den gesundheitlichen Nutzen eines Lebensmittels hervorheben, sind laut Bundesgerichtshof nicht zulässig. "So wichtig wie das tägliche Glas Milch!" - mit diesem Werbeslogan darf ein Fruchtquark nicht mehr angepriesen werden.
Lebensmittelhersteller dürfen bald nur noch mit bestimmten geprüften, gesundheitsbezogenen Aussagen werben. Die Angaben müssen nach einem Zulassungsverfahren in eine besondere Liste im Rahmen der EU-Health-Claims-Verordnung aufgenommen worden sein. Darauf weist das Bundesverbraucherministerium in Berlin hin. Ab dem 14. Dezember seien alle gesundheitsbezogenen Werbeaussagen verboten, die nicht auf der sogenannten Artikel-13-Liste stehen, sich aber auf die dort aufgeführten Stoffe beziehen. Als Beispiel nennt das Ministerium die damit nicht erlaubte Aussage, dass "Eisen zu einer Reduktion übermäßigen Haarausfalls" beitrage.
Die Liste umfasst zurzeit 222 Angaben, für die die behauptete Wirkung wissenschaftlich nachgewiesen ist und die die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) positiv bewertet hat. Dem Ministerium zufolge steht noch die Prüfung von rund 2000 Angaben zu pflanzlichen und etwa 200 anderen Stoffen aus, darunter Mikroorganismen.
Es handelt sich nicht im Irreführung
Anfang Dezember hat der Bundesgerichtshof (BGH) entschieden, dass der Werbeslogan "So wichtig wie das tägliche Glas Milch" für einen Fruchtquark als gesundheitsbezogene Angabe grundsätzlich nicht zulässig ist (Az.: I ZR 36/11). Das Verbot ergebe sich aus der EU-Health-Claims-Verordnung. In die Irre führe der Spruch Verbraucher allerdings nicht, weil deutlich gemacht werde, dass es sich bei dem Produkt um etwas anderes als Milch handele.
Verbraucherschützer sehen das anders: "Die Aufmachung dieses Quarks richtet sich nicht nur an durchschnittlich aufgeklärte Eltern, sondern insbesondere an Kinder", sagte Hartmut König, Leiter der Ernährungsabteilung bei der Verbraucherzentrale Hessen. Bis ins Alter von etwa acht Jahren könnten Kindern noch nicht kritisch mit Werbeaussagen umgehen.
Viel mehr Zucker als die gesunde Milch
"Ernährungsphysiologisch ist der Slogan völlig inakzeptabel", fügte König hinzu. "Für die tägliche Ernährung von Kindern ist dieses Produkt keinesfalls geeignet." Handelsübliche Quarkspeisen würden häufig extra gesüßt und enthielten meist zehn oder mehr Prozent Zucker. Milch dagegen enthalte nur etwa drei Prozent Milchzucker (Laktose) und sei daher mit dem Produkt nicht vergleichbar.
Als richtigen Weg wertete König allerdings die Entscheidung des BGH, den Fall noch dem Europäischen Gerichtshof vorzulegen, um klären zu lassen, ob der Hersteller sich den Slogan als gesundheitsbezogene Angabe hätte genehmigen lassen müssen. Solche Aussagen hielten einer wissenschaftlichen Prüfung und einer Bewertung durch die EFSA selten stand.
Die zehn gängigsten Ernährungsirrtümer
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Mythen rund ums Essen
Kartoffeln sollen dick machen und Nudeln glücklich: Rund um Ernährung und Abnehmen kursieren unzählige Halbwahrheiten.
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Gerücht 1: Realistische Ziele setzen
Dieser Mythos hält sich hartnäckig: Wer sich zu ehrgeizige Ziele setzt, ist von vornherein zum Scheitern verurteilt. Stimmt so aber nicht: In Studien nahmen Probanden mit toughen Zielen bisweilen mehr ab als die vorsichtigeren Realisten.
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Gerücht 2: Motivation ist alles
Nur wer die Sache hochmotiviert angeht, nimmt ab? Ein Mythos: In einer Studie hing der Motivationsgrad Fettsüchtiger nicht mit ihrem Durchhaltevermögen und dem Gewichtsverlust zusammen.
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Gerücht 3: Der Jojo-Effekt schadet der Gesundheit
Diätveteranen sind oft anfällig für den gefürchteten Jojo-Effekt - und tun ihrer Gesundheit damit nichts Gutes, behauptet ein Mythos. Stimmt nicht, sagen Wissenschaftler: Sie fanden kein erhöhtes Sterberisiko der Jojo-Kandidaten.
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Gerücht 4: Frühstücken hält schlank
Leider nein. Was dagegen stimmt: Eier zum Frühstück sättigen länger als Brötchen und senken so die durchschnittlich aufgenommene Kalorienmenge.
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Gerücht 5: Naschen macht dick
Sicher, wer ständig vor sich hin knabbert, legt eher an Gewicht zu. Wissenschaftlern zufolge wird der Einfluss des Naschens auf den BMI aber im Allgemeinen als zu groß eingestuft.
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Gerücht 6: Mehr Obst und Gemüse senken Körpergewicht
Grünzeug allein ist nicht alles: Eine Umstellung hin zu mehr Obst und Gemüse ist zwar generell gesund, ein positiver Effekt aufs Gewicht stellt sich aber erst in Kombination mit Sport oder weniger Süßkram ein.
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Gerücht 7: Stillen gegen Übergewicht
Stillen mag viele Vorteile für Mutter und Kind haben, diesen aber nicht: Lange Muttermilch zu füttern, ist keine Garantie dafür, dass das Kind später schlank bleibt.
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Gerücht 8: Kinder sind so dick wie ihre Eltern
Die (Ernährungs-)Erziehung entscheidet darüber, ob ein Kind übergewichtig wird oder nicht? Nein - einen größeren Einfluss haben wissenschaftlichen Untersuchungen nach die Gene der Kleinen.
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Gerücht 9: Schlank im Schlaf
Zu schön, um wahr zu sein? Doch dieser Mythos stimmt: Eine längere Schlafdauer bringen Studien in Verbindung mit einem niedrigeren BMI.
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Gerücht 10: Spätes Essen macht dick
Die Erfahrung mancher Abnehmkandidaten sagt, dass die abendliche Pizza besonders anschlägt - sie schwören auf das sogenannte Dinner Cancelling zur mühelosen Gewichtsreduktion. Viele Ernährungsexperten raten denn auch, Kohlenhydratreiches eher früh am Tag zu sich zu nehmen. Der Grund: Nachts wird nur Fett verbrannt, wenn der Insulinspiegel niedrig ist - was erst nach einigen Stunden ohne Nahrungszufuhr der Fall ist.
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Gerücht 11: Wer viel Wasser trinkt, nimmt schneller ab
Stimmt nicht: Literweise Wasser in sich hineinzuschütten, spült Mineralstoffe aus dem Körper. So etwas wie Schlacken gibt es im menschlichen Körper nicht. Ein bis zwei Liter Wasser pro Tag genügen, als Gradmesser für den Flüssigkeitsbedarf dient auch der Urin: Ist er dunkelgelb, einfach ein kleines Glas Wasser trinken. Denn der Körper kann pro Viertelstunde ohnehin nur rund 0,2 Liter Wasser aufnehmen.
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Gerücht 12: Kartoffeln machen dick
Eine Portion von 150 Gramm gekochten Kartoffeln hat gerade mal 103 Kalorien. Alls Pellkartoffeln sind die heimischen Knollen ideal zum Abnehmen, zum Beispiel mit Quark zubereitet. Und der Körper liebt Kartoffeln, denn er verstoffwechselt sie basisch.
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Gerücht 13: Die Poren beim Fleisch müssen sich schließen
Das stimmt so nicht, denn Fleisch hat keine Poren, sondern Muskelfasern. Es soll dennoch heiß angebraten werden, damit die Oberfläche verschmort und sich dabei die Aminosäuren mit den Zuckermolekülen verbinden. Dabei entstehen ein paar hundert verschiedene Geschmacksmoleküle, die so genannten Röstaromen.
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Gerücht 14: Zucker raubt uns Vitamin C
Das stimmt so nicht. Lediglich das Vitamin B1 wird vom menschlichen Stoffwechsel benötigt, um den Zucker in Energie zu verwandeln.
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Gerücht 15: Rohkost enthält viele Vitamine
Das ist eine Pauschalisierung, die ebenfalls so nicht ganz stimmt. Erst wenn Sie Rohkost und Salat mit einem Dressing beispielsweise "anmachen", erhält der Körper das Komplettpaket, mit dem er die in dem rohen Gemüse die für ihn notwendigen Nährstoffe für sich aufsplitten kann. Wird die Rohkost erhitzt, kann das bei manchen Gemüsen sogar besser für den Menschen sein, weil die Zellwände aufbrechen und er die Nährstoffe besser verarbeiten kann. Es kommt also ganz darauf an - wie meistens.
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Gerücht 16: Olivenöl darf nicht erhitzt werden
Genau das Gegenteil ist der Fall: natives Olivenöl kann Temperaturen von bis zu 180 Grad vertragen. Sofern es raffiniertes Öl der Olive ist, dann hält es sogar bis 230 Grad stand. Oder irrt ganz Italien?
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Gerücht 17: Nudeln machen happy
Es sind nicht die Nudeln selbst, sondern die darin enthaltenen Kohlenhydrate. Die sind aber auch in Brot und Kartoffeln enthalten oder Süßkram. Was beim Verzehr von Kohlenhydraten glücklich macht, ist der Botenstoff Serotonin, der im Gehirn entsteht.
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Gerücht 18: Milch verschleimt
Es hält sich hartnäckig das Gerücht, dass Milch unsere Atemwege verschleimt. Dafür gibt es jedoch wissenschaftliche keinerlei Beweise. Wer sie also verträgt, der kann sich ruhig sein Glas Milch am Tag oder den Schluck im Kaffee gönnen!
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Gerücht 19: Salz ist ein Gewürz
Von wegen! Salz ist ein Mineral, das in großen Mengen genossen das Risiko für Schlanganfall und Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöht. Wirklich würzen sollte der Koch mit Kräutern - und erst am Tisch darf der Esser wenig nachsalzen. Das wäre ideal.
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Gerücht 20: Käse schließt den Magen
In Frankreich wird er zum Abschluss eines Mahls in kleinen Stücken gegessen - womöglich rührt daher sein Ruf. Da Käse oftmals sehr fett ist, sorgt er für ein ordentliches Sättigungsgefühl. Da der Magen fetthaltige Speisen langsamer an den Darm "abgibt", ist der Esser länger satt. Und würde der Franzose nun den fetten Käse schon zu Beginn verspeisen, dann bliebe kein Appetit mehr für die restlichen leckeren Schmankerl der französischen Küche. Schlau, unsere Nachbarn!
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Gerücht 21: Nahrung hat heute weniger Nährwert
Es wurden aktuelle Mittelwerte mit den Angaben früherer Nährwerttabellen verglichen. Dabei kam zutage, dass es über die vergangenen 50 Jahre nur geringe Schwankungen im durchschnittlichen Nährwertgehalt gab.
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Autor: Lifeline / Monika Preuk
Letzte Aktualisierung: 10. Dezember 2012
Quellen: dpa