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- Vor allem Grapefruits sind mit Vorsicht zu genießen.
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Studien mit widersprüchlichen Ergebnissen verunsichern den Verbraucher: Frischkost soll das Krebs- und Herzinfarktrisiko senken, aber kann es auch erhöhen. Und Grapefruits sowie Apfelsaft hemmen oder verstärken die Wirkung von Medikamenten.
Früchte und Obst sind gesund und machen stark gegen Krankheiten. So lautet der wahrscheinlich häufigste Gesundheitstipp. Allerdings gibt es inzwischen eine Reihe von Studien, die Hinweise darauf liefern, dass vielleicht auch das Gegenteil der Fall ist. So konnte eine großangelegte Studie mit mehr als 400.000 Teilnehmern (European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition, EPIC) keinen Zusammenhang zwischen dem Konsum von Obst oder Gemüse und einem sinkenden Krebsrisiko nachweisen. Vor allem Brust- und Prostatakrebs traten unter den Frischkostliebhabern ebenso häufig auf wie unter den Obstverweigerern.
Grapefruits erhöhen Brustkrebsrisiko – oder nicht
Und vielleicht steigert der Verzehr von Obst sogar das Krebsrisiko. In einer ebenfalls umfangreichen Untersuchung mit 500.000 Frauen (erschienen im British Journal of Cancer) zeigte sich, dass Grapefruits das Brustkrebsrisiko um 30 Prozent erhöhen – und zwar bereits dann, wenn nur ein Viertel der Frucht pro Tag gegessen wird. In einer Folgestudie konnte dieses Ergebnis jedoch nicht bestätigt werden. Hier beobachteten die Forscher keinen negativen Effekt zwischen der bittersüßen Frucht und Brustkrebs.
Die zehn gängigsten Ernährungsirrtümer
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Mythen rund ums Essen
Kartoffeln sollen dick machen und Nudeln glücklich: Rund um Ernährung und Abnehmen kursieren unzählige Halbwahrheiten.
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Gerücht 1: Realistische Ziele setzen
Dieser Mythos hält sich hartnäckig: Wer sich zu ehrgeizige Ziele setzt, ist von vornherein zum Scheitern verurteilt. Stimmt so aber nicht: In Studien nahmen Probanden mit toughen Zielen bisweilen mehr ab als die vorsichtigeren Realisten.
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Gerücht 2: Motivation ist alles
Nur wer die Sache hochmotiviert angeht, nimmt ab? Ein Mythos: In einer Studie hing der Motivationsgrad Fettsüchtiger nicht mit ihrem Durchhaltevermögen und dem Gewichtsverlust zusammen.
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Gerücht 3: Der Jojo-Effekt schadet der Gesundheit
Diätveteranen sind oft anfällig für den gefürchteten Jojo-Effekt - und tun ihrer Gesundheit damit nichts Gutes, behauptet ein Mythos. Stimmt nicht, sagen Wissenschaftler: Sie fanden kein erhöhtes Sterberisiko der Jojo-Kandidaten.
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Gerücht 4: Frühstücken hält schlank
Leider nein: Ein regelmäßiges Was dagegen stimmt: Eier zum Frühstück sättigen länger als Brötchen und senken so die durchschnittlich aufgenommene Kalorienmenge
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Gerücht 5: Naschen macht dick
Sicher, wer ständig vor sich hin knabbert, legt eher an Gewicht zu. Wissenschaftlern zufolge wird der Einfluss des Naschens auf den BMI aber im Allgemeinen als zu groß eingestuft.
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Gerücht 6: Mehr Obst und Gemüse senken Körpergewicht
Grünzeug allein ist nicht alles: Eine Umstellung hin zu mehr Obst und Gemüse ist zwar generell gesund, ein positiver Effekt aufs Gewicht stellt sich aber erst in Kombination mit Sport oder weniger Süßkram ein.
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Gerücht 7: Stillen gegen Übergewicht
Stillen mag viele Vorteile für Mutter und Kind haben, diesen aber nicht: Lange Muttermilch zu füttern, ist keine Garantie dafür, dass das Kind später schlank bleibt.
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Gerücht 8: Kinder sind so dick wie ihre Eltern
Die (Ernährungs-)Erziehung entscheidet darüber, ob ein Kind übergewichtig wird oder nicht? Nein - einen größeren Einfluss haben wissenschaftlichen Untersuchungen nach die Gene der Kleinen.
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Gerücht 9: Schlank im Schlaf
Zu schön, um wahr zu sein? Doch dieser Mythos stimmt: Eine längere Schlafdauer bringen Studien in Verbindung mit einem niedrigeren BMI.
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Gerücht 10: Spätes Essen macht dick
Die Erfahrung mancher Abnehmkandidaten sagt, dass die abendliche Pizza besonders anschlägt - sie schwören auf das sogenannte Dinner Cancelling zur mühelosen Gewichtsreduktion. Viele Ernährungsexperten raten denn auch, Kohlenhydratreiches eher früh am Tag zu sich zu nehmen. Der Grund: Nachts wird nur Fett verbrannt, wenn der Insulinspiegel niedrig ist - was erst nach einigen Stunden ohne Nahrungszufuhr der Fall ist.
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Gerücht 11: Wer viel Wasser trinkt, nimmt schneller ab
Stimmt nicht: Literweise Wasser in sich hineinzuschütten, spült Mineralstoffe aus dem Körper. So etwas wie Schlacken gibt es im menschlichen Körper nicht. Ein bis zwei Liter Wasser pro Tag genügen, als Gradmesser für den Flüssigkeitsbedarf dient auch der Urin: Ist er dunkelgelb, einfach ein kleines Glas Wasser trinken. Denn der Körper kann pro Viertelstunde ohnehin nur rund 0,2 Liter Wasser aufnehmen.
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Gerücht 12: Kartoffeln machen dick
Eine Portion von 150 Gramm gekochten Kartoffeln hat gerade mal 103 Kalorien. Alls Pellkartoffeln sind die heimischen Knollen ideal zum Abnehmen, zum Beispiel mit Quark zubereitet. Und der Körper liebt Kartoffeln, denn er verstoffwechselt sie basisch.
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Gerücht 13: Die Poren beim Fleisch müssen sich schließen
Das stimmt so nicht, denn Fleisch hat keine Poren, sondern Muskelfasern. Es soll dennoch heiß angebraten werden, damit die Oberfläche verschmort und sich dabei die Aminosäuren mit den Zuckermolekülen verbinden. Dabei entstehen ein paar hundert verschiedene Geschmacksmoleküle, die so genannten Röstaromen.
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Gerücht 14: Zucker raubt uns Vitamin C
Das stimmt so nicht. Lediglich das Vitamin B1 wird vom menschlichen Stoffwechsel benötigt, um den Zucker in Energie zu verwandeln.
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Gerücht 15: Rohkost enthält viele Vitamine
Das ist eine Pauschalisierung, die ebenfalls so nicht ganz stimmt. Erst wenn Sie Rohkost und Salat mit einem Dressing beispielsweise "anmachen", erhält der Körper das Komplettpaket, mit dem er die in dem rohen Gemüse die für ihn notwendigen Nährstoffe für sich aufsplitten kann. Wird die Rohkost erhitzt, kann das bei manchen Gemüsen sogar besser für den Menschen sein, weil die Zellwände aufbrechen und er die Nährstoffe besser verarbeiten kann. Es kommt also ganz darauf an - wie meistens.
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Gerücht 16: Olivenöl darf nicht erhitzt werden
Genau das Gegenteil ist der Fall: natives Olivenöl kann Temperaturen von bis zu 180 Grad vertragen. Sofern es raffiniertes Öl der Olive ist, dann hält es sogar bis 230 Grad stand. Oder irrt ganz Italien?
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Gerücht 17: Nudeln machen happy
Es sind nicht die Nudeln selbst, sondern die darin enthaltenen Kohlenhydrate. Die sind aber auch in Brot und Kartoffeln enthalten oder Süßkram. Was beim Verzehr von Kohlenhydraten glücklich macht, ist der Botenstoff Serotonin, der im Gehirn entsteht.
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Gerücht 18: Milch verschleimt
Es hält sich hartnäckig das Gerücht, dass Milch unsere Atemwege verschleimt. Dafür gibt es jedoch wissenschaftliche keinerlei Beweise. Wer sie also verträgt, der kann sich ruhig sein Glas Milch am Tag oder den Schluck im Kaffee gönnen!
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Gerücht 19: Salz ist ein Gewürz
Von wegen! Salz ist ein Mineral, das in großen Mengen genossen das Risiko für Schlanganfall und Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöht. Wirklich würzen sollte der Koch mit Kräutern - und erst am Tisch darf der Esser wenig nachsalzen. Das wäre ideal.
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Gerücht 20: Käse schließt den Magen
In Frankreich wird er zum Abschluss eines Mahls in kleinen Stücken gegessen - womöglich rührt daher sein Ruf. Da Käse oftmals sehr fett ist, sorgt er für ein ordentliches Sättigungsgefühl. Da der Magen fetthaltige Speisen langsamer an den Darm "abgibt", ist der Esser länger satt. Und würde der Franzose nun den fetten Käse schon zu Beginn verspeisen, dann bliebe kein Appetit mehr für die restlichen leckeren Schmankerl der französischen Küche. Schlau, unsere Nachbarn!
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Gerücht 21: Nahrung hat heute weniger Nährwert
Es wurden aktuelle Mittelwerte mit den Angaben früherer Nährwerttabellen verglichen. Dabei kam zutage, dass es über die vergangenen 50 Jahre nur geringe Schwankungen im durchschnittlichen Nährwertgehalt gab.
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Gefährliche Wechselwirkungen zwischen Obst und Medikamenten
Fest steht jedoch, dass Grapefruits in Zusammenhang mit bestimmten Medikamenten gefährliche Wechselwirkungen auslösen. So schreiben Pharmakologen der University of Western Ontario in einer Übersichtsarbeit zum Thema Grapefruit und Medikamente, dass die Zitrusfrucht und ihr Saft im Zusammenhang mit 85 Arzneimitteln riskant sind. Die Wechselwirkungen sind dabei unterschiedlich und treten nicht nur dann auf, wenn die Tablette mit Grapefruitsaft geschluckt wird, sondern auch, wenn bis zu 24 Stunden vorher eine Grapefruit gegessen wurde.
Nierenschaden, Thrombose und Herzinfarkt
Je nach Inhaltsstoffen des Medikaments tritt die Wirkung des Arzneimittels dann nur abgeschwächt oder jedoch gefährlich verstärkt ein. Nierenschäden, Magenblutung und sogar Herzinfarkt mit Todesfolge wurden beobachtet. Besonders riskant ist die Kombination Grapefruit und Blutdruck- und Cholesterinsenker, aber auch Antihistaminika (Mittel gegen Allergien) sowie der Anti-Baby-Pille. Im letzteren Fall trat bei einer Frau, die drei Tage hintereinander eine Grapefruit gegessen hatte und gleichzeitig das orale Kontrazeptivum schluckte, eine tiefe Venenthrombose auf.
Auch Apfelsaft kann Wechselwirkungen auslösen
Die hochpotenten Substanzen, die schuld an den Wechselwirkungen sind, heißen Furocumarine. Dabei handelt es sich um sekundäre Pflanzenstoffe, die nicht nur in Grapefruits, sondern auch in Bitterorangen enthalten sind. Sie bremsen in der Leber den Abbau bestimmter Medikamente, so dass sich ihre Wirkstoffmenge im Blut gefährlich erhöht. Übrigens sind in Zusammenhang mit Medikamenten nicht nur diese Zitrusfrüchte bedenklich. Auch Apfelsaft in Verbindung mit Arzneimitteln kann unerwünschte Reaktionen auslösen. Allerdings ist hier noch nicht genau geklärt, welcher Inhaltsstoff vom Apfel dafür verantwortlich ist.
Medikamente richtig einnehmen
Um gefährliche Wechselwirkungen zu vermeiden, sollte auf jeden Fall der Beipackzettel gelesen werden. Er gibt wichtige Tipps für die Einnahme. Daneben sind selbstverständlich Arzt und Apotheker die richtigen Ansprechpartner, wenn sie unsicher sind. Auf der sicheren Seite befinden Sie sich, wenn Sie Ihre Medikamente streng nach Vorschrift einnehmen und am besten mit einem großen Glas Wasser, jedoch nicht mit Fruchtsaft, Milch, Alkohol oder Kaffee.
Obst und Gemüse für die Gesundheit optimal nutzen
Die neuen Erkenntnisse sollten jedoch auf keinen Fall dazu führen, weniger Obst und Gemüse zu essen. Der gesundheitliche Nutzen dieser Nahrungsmittel ist unbestritten. So zeigt eine weitere Arbeit im Rahmen der EPIC-Studie, dass Menschen, die achtmal pro Tag Obst und Gemüse essen, 22 Prozent weniger von Herzinfarkt betroffen waren als solche, die nur dreimal oder weniger zur Frischkost griffen. Eine weitere, frühere Studie von Londoner Wissenschaftlern konnte beweisen, dass Vegetarier im Vergleich zu Fleischessern wesentlich seltener an Krebs erkrankten und ihre Lebenserwartung viel höher war. Die Ergebnisse leuchten ein – Obst und Gemüse fördern die Gesundheit, zu viel Fleisch und Weißmehlprodukte belasten sie.
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Gesundheit ist nicht nur vernünftige Ernährung
Geht es um einen gesunden Lebensstil, sollte nicht ausschließlich auf die Ernährung gesetzt werden. Bewegung und Entspannung spielen dabei ebenfalls eine wichtige Rolle. Vermutlich kommen die soeben aufgeführten Untersuchungen auch zu diesen positiven Ergebnissen, weil Menschen, die sich bewusst ernähren – viel Obst essen oder sogar Vegetarier sind – sich auch in anderen Lebensbereichen vernünftig verhalten: nicht rauchen, Alkohol meiden, Sport treiben und für eine ausgeglichene Psyche sorgen. Experten vermuten, dass sie bedingt durch diesen vorbildlichen Lebenswandel einfach gesünder sind. Im Grunde also alles ganz einfach, wenn da nur nicht der innere Schweinehund wär'...
Gesunde Ernährung
Wissenschaftliche Studien belegen, dass wir mit einer bewussten Essweise unsere Abwehrkräfte so stärken können, dass wir potentiellen Krankheiten wirksam vorbeugen.
Autor: Monika Preuk
Letzte Aktualisierung: 04. Dezember 2012
Quellen: EPIC, BJC, Canadian Medical Association Journal