Wintersport
Carving - der gesündere Pistenspaß
Sobald die ersten weißen Flocken vom Himmel rieseln, zieht es Millionen von Menschen auf die Skipisten. Carving heißt der Pistenspaß, der dem Wintersport einen neuen Boom beschert hat. Für die Gesundheit ist das Trend-Sportgerät ein Plus: Knie, Wirbelsäule und Hüftgelenke verdrehen nicht so stark. Aber es steigt die Verletzungsgefahr.
Der Carving Ski unterscheidet sich auch für den Laien auf den ersten Blick vom normalen Abfahrtsski. Die stark taillierte Form des neuen Skis hat weit reichende Auswirkungen: Die Ski schneiden sich förmlich in den Schnee. Folge: Statt wie bisher in den Kurven das Tempo zu drosseln, kann der Skifahrer die Fliehkräfte optimal ausnutzen und wird immer schneller. Ein Riesenspaß, der allerdings nicht ganz ungefährlich ist.
Auf 90 Prozent schätzt der Wintersportverband bereits den Anteil derjenigen, die mit Carving-Skiern die Hänge herunterrasen.
Vorteil: Carven ist gesünder als das herkömmliche Skifahren. Knie, Wirbelsäule und Hüftgelenke verdrehen nicht so stark. Es ist sogar ein ideales Muskeltraining.
Nachteil: Die Leichtigkeit des Fahrens verführt dazu, sich selbst zu überschätzen und zu schnell zu fahren. Was kaum ein Skifreund weiß: Der auf gewalzter Piste stürzende Carver wird schon bei 30 Stundenkilometern mit dem 30- bis 40fachen seines Körpergewichts belastet.
Gerade bei Carving-Skiern sind gut trainierte Muskeln wichtig
Dabei leiden meist nicht die Knochen, die sind stabil. Es sind hauptsächlich Bänder und Sehnen, die in Mitleidenschaft gezogen werden. Bis zu 170 Verletzte täglich kann ein gut besuchtes Skigebiet an einem strahlenden Wochenendtag verzeichnen. Rund sieben Tonnen Gips werden alleine im Universitätskrankenhaus Innsbruck in einem Winter um verletzte Gelenke geschmiert.
"Die Schwere der Unfälle nimmt zu", sagt ein Sprecher der Klinik. Die Gründe sieht der Experte vor allem in der zunehmenden Geschwindigkeit, gepaart mit einer erschreckenden Waaghalsigkeit. Hinzu kommt oft eine schlechte . "Viele Skifahrer stellen sich völlig unvorbereitet auf die Bretter", sagt Sportwissenschaftlerin Andrea Röwekamp aus Bad Salzungen. "Gerade bei den neuen Carving-Skiern ist eine gut trainierte Muskulatur aber sehr wichtig."
Wer den weißen Winterspaß ohne Blessuren überstehen möchte, sollte mindestens sechs Wochen vor dem Urlaub seine Fitness auf Vordermann bringen. Konditions- und Muskelaufbautraining müssen einfach sein und machen auch Spaß. "Wer längere Zeit nicht mehr auf den Brettern gestanden hat, sollte ruhig noch einmal ein paar Skistunden nehmen", rät Andrea Röwekamp. Ganz wichtig: Während des Skifahrens unbedingt auf Alkohol verzichten!




