Grundlagen

Hunger und Appetit - wo liegt der Unterschied?

Jeder kennt das Szenario: Der Wecker scheint irgendwie leiser geworden zu sein und so erwacht man erst beim zehnten Klingeln. Für Frühstück ist mal wieder keine Zeit gewesen. Die Retourkutsche folgt: Spätestens am Mittag macht sich bohrender Hunger bemerkbar. Bei manchem meldet er sich direkt mit Übelkeit und Kopfschmerzen, andere erleben ihn eher als Rumoren im Magen. Doch wie entsteht Hunger oder gar Heißhunger eigentlich?

Die Schaltstelle für den Hunger ist das Zwischenhirn (der Hypothalamus). Hier werden die Energiereserven gemessen und Hunger und Sättigungsgefühl reguliert. Geben wir dem Hunger nicht nach, so sinkt unser Blutzuckerspiegel kontinuierlich ab und im Körper wird Alarm geschlagen. Nun droht der berüchtigte Heißhunger. Der Körper lechzt nach Kohlenhydraten, um den Blutzuckerspiegel wieder in die Höhe zu treiben. Damit es erst gar nicht so weit kommt und wir in einer Heißhungerattacke wahllos über alles Essbare herfallen, ist es wichtig, dem Körper immer mal wieder einen Snack zu gönnen. So bleibt der Blutzuckerspiegel konstant und der Appetit auf Süßes hat keine Chance.

Appetit wiederum kann auch entstehen, wenn man keinen Hunger hat. Er dient dem Genuss, kann jedoch auch auf einen Mangel an bestimmten Nährstoffen hinweisen. Die Regulierungsvorgänge im Körper sind recht kompliziert. Zunächst bestimmen Aussehen, Geruch und Geschmack einer Speise ob wir regelrecht Heißhunger darauf haben. Während und nach dem Essen senden Rezeptoren der Magen- und Darmwand Informationen über den Füllungszustand und die erhaltenen Nährstoffe aus. Das Gehirn senkt daraufhin den Appetit. Damit jedoch die Sättigung eintritt, müssen die Nährstoffe aus dem Darm in den Körper und zur Leber transportiert werden. Hier reagieren Rezeptoren auf die verschiedenen Abbauprodukte und beeinflussen so den Hunger. Wie lange wir nun unbeeindruckt an unseren Lieblingsspeisen vorbeigehen können, hängt mit der Zusammensetzung der gegessenen Nahrung zusammen. Kurzkettige Kohlenhydrate sättigen schnell, Fette und Eiweiße dagegen lang anhaltend.

Autor: Springer Medizin
Veröffentlicht am: 12. März 2007
Letzte Aktualisierung: 25. Februar 2012

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