Wintersport

Skiurlaub: Körperliche Fitness nicht überschätzen

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Nach oftmals stundenlanger Fahrt am Skiort angekommen, steigen viele sofort auf die Bretter. Doch Vorsicht, es endet mitunter wie auf dem Foto...
Getty Images/Ron Chapple Studios RF

Etwa vier Millionen Menschen stürzen sich jährlich ins weiße Vergnügen. Viele überschätzen dabei nicht nur das eigene Können, sondern auch ihre körperliche Fitness. Wer von seinem Schreibtisch aus direkt in den Skiurlaub fährt ohne sich vorzubereiten, riskiert Kopf und Beine. Nur gute Vorbereitung lässt den Skiurlaub zu einer echten Erholung ohne Stress werden.

Strahlend blauer Himmel, tief verschneite Hänge, frisch gespurte Loipen - so eine Szenerie lässt das Herz eines jeden Wintersportlers höher schlagen. Doch manchmal kommt schon Minuten später das böse Erwachen: Nach wenigen Metern auf den Langlaufskiern zwicken schon die Waden. Oder bei der ersten Abfahrt von der Bergstation misslingt ein Bremsmanöver, der Skiläufer strauchelt und verdreht sich gleich das Knie. Mit der richtigen Vorbereitung auf den Skiurlaub lassen sich solche Pannen und Unfälle allerdings meist vermeiden.

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"Für Spaß am Skifahren sollte man eine gute Grundlagenausdauer haben", sagt Markus Rothermel vom Bundeslehrteam Alpin im Deutschen Skiverband -  "diejenigen, die sich den Sommer über betätigt haben, tun sich wesentlich leichter und verletzen sich seltener." Sinnvoll sei es, das gesamte Jahr über regelmäßig Sport zu treiben, um den Körper in Form zu halten. So blieben Beweglichkeit, Ausdauer, Kraft und Koordination erhalten beziehungsweise ließen sich steigern. Ein entsprechend fitter Sportler ermüdet beim Wintersport nicht so schnell und beugt damit Verletzungen vor.

Das Skilaufen verbindet auf ideale Weise körperliche Bewegung und das Erleben von Natur. Doch gerade Anfänger unterschätzen leicht die hohen Anforderungen, die der alpine Sport an den Körper stellt. Wer sein Skivergnügen nicht mit einem Gipsbein oder Schlimmerem bezahlen will, sollte deshalb spätestens sechs Wochen vor dem Skiurlaub mit gezielter Gymnastik beginnen. Dafür bieten sich auch kleine Übungen an, die sich gut in den Alltag einflechten lassen. So erweisen sich zum Beispiel der Einbeinstand - am besten täglich morgens und abends etwa beim Zähneputzen -, der Unterarmstütz oder Sit-ups als sinnvoll, ebenso die Abfahrtshocke oder Seilspringen.

Um die Grundlagenausdauer zu steigern, bieten sich Sportarten wie Joggen, Wandern, Walken, Nordic Walking, Radfahren und Inlineskating, aber auch Crosstrainer und Laufband an. Gerade für Skilangläufer im klassischen Stil ist Nordic Walking sehr zu empfehlen. Es stärkt zudem das Herz-Kreislauf-System, die Bewegungsabläufe bei korrekter Technik sind dem Skilanglauf nachempfunden. Und der Stockeinsatz stärkt zusätzlich die Arm- und Schultermuskulatur. Jede sportliche Betätigung, die Kondition, Koordination und Kraft fördert, kann helfen, den Körper für die Skisaison fit zu machen. Wer also das Jahr über oder Krafttraining ausübt, ist für die Herausforderung am Berg gut gerüstet.

Gesundheitstipps für den Wintersport

Nach oftmals stundenlanger Autofahrt endlich am Skiort angekommen, steigen viele sofort auf die Bretter, um endlich den Hang hinunter zu wedeln. Stattdessen sollte sich jeder Skibegeisterte vor der ersten Abfahrt ein paar Minuten Zeit zum Aufwärmen nehmen. Nach einer kurzen Schneeballschlacht mit den Kindern und ein paar ist der Körper den Belastungen des Skifahrens besser gewachsen.

Bei gesundheitlichen Einschränkungen ist Vorsicht geboten

Selbst für einen gesunden Körper bedeutet sportliche Betätigung in extremer Höhe Stress. Dies gilt um so mehr für Skifahrer, die gesundheitlich nicht auf der Höhe sind.

  • Wer gerade eine Erkältung ausbrütet, an Herzkrankheiten, Durchblutungsstörungen oder Blutarmut leidet, tut gut daran, seine Schwünge möglichst unterhalb von 1.800 Metern zu ziehen.
  • Besonders für Patienten mit Herzkrankheiten sind Skigebiete in großer Höhe, mit technisch schwierigen Abfahrten oder unbekanntem Streckenprofil ungeeignet.
  • Aufpassen müssen auch Diabetiker . Wer sich mehrmals täglich mittels eines Pens Insulin spritzt, sollte diesen möglichst nah am Körper tragen, beispielsweise in einem Brustbeutel. Denn Insulin reagiert empfindlich auf extreme Temperaturen. Wird es großer Kälte ausgesetzt, kann es einen Teil seiner Wirkung verlieren.

Schwangere sollten sich mit ihrem Arzt beraten

Selbst schwangere Skifahrerinnen können das Pistenvergnügen bis zur 16. Schwangerschaftswochee genießen, vorausgesetzt sie sind vorsichtig. Sie sollten nur bis zu einer Höhe von 1.500 Metern durch den Schnee pflügen. Bei werdenden Müttern und gesundheitlich angeschlagenen Skiläufern muss jedoch der Arzt entscheiden, ob und in welchem Maß sie sich die körperliche Angstrengung zumuten können.

Das Skifahren dem Können anpassen

Auch für gesunde Alpinisten ist es wichtig, sich nicht zu überfordern. Je ungeübter der Skiläufer, desto mehr Kraft kostet ihn jede Abfahrt. Fährt er dann auch noch zu schnell, verspannt sich die Muskulatur. Unebenheiten im Boden können weniger gut ausgeglichen werden und die Koordinationsfähigkeit lässt nach. Das Fahren sollte in jedem Fall dem eigenen Können, den Witterungsverhältnissen, dem Gelände und der Verkehrsdichte angepasst sein. Studien haben gezeigt, dass Alpinskifahrer gehäuft am Nachmittag zwischen 14 und 16 Uhr verunglücken. Warum also nicht ein bisschen früher Schluss machen, dem größten Pisten-Rummel entgehen und dem Körper vor dem Après-Ski noch etwas Ruhe gönnen?

Gesunder Wintersport: Skilanglaufen

Skilanglauf ist eine nordische Wintersportart und gilt als gesundheitlich empfehlenswert, da fast alle Muskelgruppen betätigt werden.

RatgeberTV via SnackTV

Autor: Lifeline / dpa
Letzte Aktualisierung: 05. September 2008
Durch: Sabine Letz

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