Vorbeugen

Knieverletzungen bei Sport besonders häufig

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Jede dritte Verletzung beim Sport betrifft das Knie
(c) Stockbyte

Bewegung tut nicht nur der Figur gut, sie stärkt auch das Immunsystem, baut Stress ab und stabilisiert das seelische Gleichgewicht. Doch gerade Trend-Sportarten bergen ein erhöhtes Risiko, sich zu verletzen, oft ist das Knie betroffen. In Deutschland ziehen sich jährlich bis zu zwei Millionen Menschen beim Sport Blessuren zu. Und jede dritte Verletzung beim Sport betrifft das Knie.

Das Knie ist das größte und komplizierteste Gelenk unseres Körpers. Es ist an fast allen Bewegungsabläufen beteiligt und daher von Verletzungen beim Sport besonders häufig betroffen. Schon bei alltäglichen Aktivitäten, wie z.B. dem Treppensteigen, lastet das Vierfache unseres Körpergewichts auf dem Knie-Gelenk. Bei einer tiefen Kniebeuge ist es bereits das 7,5fache. A

m häufigsten kommt es bei Sport-Arten, wie Langlauf sowie beim alpinen Skilaufen und hier besonders beim Carven, zu Verletzungen am Knie. Aber auch Sport, wie Inlineskaten, Windsurfen und Fußball-Spielen sind bezüglich Verletzungen am Knie nicht zu unterschätzen. Am häufigsten kommen Bänderrisse und Meniskus-Läsionen vor. Aber auch der Knorpel kann Schaden nehmen, entweder durch den Unfall selbst, als Spätfolge anderer Verletzungen oder durch Über- bzw. Fehlbelastung des Knies. So klagen etwa 30 Prozent der Sport-Jogger über einen dumpfen Schmerz am Knie und unter der Kniescheibe.

Einseitige Muskulatur verursacht Knorpelschäden am Knie

Grund für den häufig beklagten Schmerz am Knie unter der Kniescheibe ist bei Menschen, die in ihrer Freizeit Sport treiben, oft ein einseitiger Muskelaufbau. Ist die Muskulatur des Oberschenkels an der Außenseite kräftiger als an der Innenseite, wird das Kniegelenk einseitig belastet und der Knorpel nutzt sich ab. Diese zwei bis fünf Millimeter dicke, glatte Schicht, die die Gelenkoberflächen bedeckt, hat in unserem Knie die Funktion eines Stoßdämpfers. Sie sorgt dafür, dass sich das Gelenk leicht und reibungsfrei bewegen lässt.

Mögliche Schäden reichen von Prellungen über Risse bis zu ganzen herausgesprengten Teilen. Die Folge: Das Gelenk läuft nicht mehr glatt, die rauhen Ränder einer defekten Partie reiben. Die abgelösten Teilchen wirken wie Sand im Getriebe. Weiterer Verschleiß ist die Folge. Die ersten Anzeichen für eine Knorpelverletzung sind meist harmlos: Der Betroffene bemerkt nach Anstrengung eine ungewohnte Fülle im Knie. Häufig kommt es erst dann zu Schmerzen und deutlichen Schwellungen, wenn sich das Gelenk aufgrund der permanenten Reibung entzündet.

Wer Knie-Verletzungen beim Sport nicht therapiert, büßt im Alter

Besonders bei jungen und im Sport aktiven Menschen ist die richtige Therapie einer Knie-Verletzung wie dem Knorpelschaden besonders wichtig, um Instabilität, Blockaden und frühzeitigen Gelenkverschleiß sowie die Entstehung einer Arthrose zu verhindern. Moderne Behandlungen ermöglichen es zumindest teilweise, verloren gegangenes Knorpelgewebe zu ersetzen:

• Mikrofrakturierung oder Pridie-Bohrung: Hierbei wird die unter dem Knie-Knorpel liegende Knochenschicht mit speziellen Instrumenten perforiert oder fein angebohrt. Dadurch wachsen Bindegewebszellen (Fibroblasten) in den Defekt ein - Ersatzfaserknorpel bildet sich. Dieses weniger stabile Gewebe überdeckt die verletzte Stelle und übernimmt zumindest für eine gewisse Zeit die Funktion des zerstörten Gelenkknorpels.

• Osteochondrale Transplantation: Sie ist für kleinere Knorpeldefekte, die aber bis zum Knochen reichen, geeignet. Der Arzt stanzt Knorpel-Knochen-Zylinder aus weniger belasteten Teilen des Gelenkes heraus und verpflanzt sie an die verletzte Stelle.

• Autologen Chondrozyten-Transplantation (ACT): Dieses neue Verfahren eignet sich auch für größere Defekte. Der Chirurg entnimmt Knorpelzellen aus dem Kniegelenk des Patienten, das dann im Labor vermehrt und bei einer zweiten Operation an die defekte Stelle des Gelenks verpflanzt wird. Erste Erfahrungen mit dieser teuren Technik belegen, dass sich dabei Gewebe bildet, das dem natürlichen Gelenkknorpel sehr ähnlich ist.

Das A und O für den Erfolg einer Operation nach einem Sport-Unfall am Knie ist die Nachbehandlung beim Physiotherapeuten und die Krankengymnastik. Wichtig ist vor allem, dass die Betroffenen Muskulatur und Bänder stärken, die das Kniegelenk stabilisieren.

Autor: lifeline lifeline
Letzte Aktualisierung: 11. März 2007
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