Kampfkunst & Kampfsport

Karate - waffenlose Kampfkunst

Karate ist eine waffenlose Kampfkunst aus Japan. Seit den 1960er Jahren ist Karate auch in Deutschland populär.

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Karate: Sporttradition aus Japan
(c) Stockbyte

Bei Karate handelt es sich um eine asiatische Kampfsportart. Ursprungsland von Karate ist Japan, wo „Kara Te“ so viel wie „Leere Hand“ bedeutet. Im Karate kämpfen Sie mit Ihrem gesamten Körper ohne Einsatz von Waffen. Zu den Techniken der Grundschule (Kihon) zählen bestimmte Haltungen und Schrittfolgen, Fuß- und Armtechniken. Auch lernen und trainieren Sie im Karate Zweikampf (Kumite), Übungskampf (Randori), freien Kampf (Shiai) und Formenlauf (Kata).

Karate hat sich aus verschiedenen Kampfstilen entwickelt, allen voran dem sogenannten Okinawa-Te, einer waffenlosen Verteidigung, wie sie in Okinawa praktiziert wurde. Um 1900 bildete sich das moderne Karate aus. Unter Gichin Funakoshi wurde das neue Karate populär und fortan auch Schulsport in Japan. Funakoshi ist Begründer des sogenannten Shotokan-Stils, eines Stils, der weltweit etwa vier Millionen Anhänger findet. Seit den späten 1950ern und frühen 1960er Jahren etwa wurde Karate als Breitensport auch in Deutschland bekannt.

In der Entwicklung von Karate haben sich verschiedene Schulen herauskristallisiert. Das Shotokan als modernes wettkampforientiertes Karate ist die bekannteste. Traditionelle Aspekte finden Sie auch hier, wie Verbeugen vor dem Gegner (sogenannte Dojo-Etikette) und Meditation. Im Karate stehen Werte wie Disziplin, Charakterstärke, Achtung und Respekt vor dem Gegner im Vordergrund. Karateka legen Wert darauf, Karate-Techniken nur im Notfall einzusetzen.

Karate : Training für den Körper

Karate trainiert und fordert den Körper vielseitig. Der Kampfsport schult unter anderem Ihre Beweglichkeit, Koordination, Schnellkraft und Ihr Gleichgewicht.

Karate ist – wie andere Kampfsportarten auch – ein vielseitiger Sport. Karate trainiert somit den ganzen Körper. Eine Trainingseinheit besteht aus verschiedenen Elementen, zunächst dem Aufwärmen und Dehnübungen. Dadurch erreichen Sie bei regelmäßigem Karate-Training eine gute Beweglichkeit. Anschließend folgen Kraftübungen, mit welchen Sie verschiedene Muskeln stärken, darunter Rücken und Bauch. Eine kräftige Rumpfmuskulatur ist als Schutz vor Verletzungen und für effektive Techniken wichtig.

Anschließend stehen die einzelnen Karate-Techniken beziehungsweise Technik- und Schrittfolgen (Formenlauf, Kata) auf dem Programm. Auch Pratzentraining, Kampf oder Selbstverteidigung können Elemente des Karate-Trainings sein. Hier schulen Sie Ihre Koordination, Reaktion und Schnelligkeit sowie Präzision. Bestimmte Tritte erfordern außerdem einen guten Gleichgewichtssinn. Das gesamte Training oder ein einzelner Kampf kann Sie über eine längere Zeit körperlich stark fordern – so trainieren Sie mit Karate Ihre Kraftausdauer.

Karate: Richtiges Training

Richtig trainieren und korrekt ausgeführte Techniken sind bei Karate wichtig. Karateka tragen einen Karate-Anzug und trainieren barfuß im Dojo, der Übungshalle.

So trainieren Sie Karate richtig: Karate wird in einem sogenannten Dojo trainiert, der Übungshalle. Sie üben barfuß und tragen einen speziellen Karate-Anzug (Gi) mit einem Gürtel (Obi), der Ihre Graduierung anzeigt. Als Anfänger (Kyu) legen Sie sich einen weißen Gürtel um; Meister (Dan) haben einen schwarzen Gürtel. Um eine höhere Graduierung zu erreichen, legen Sie eine Gürtelprüfung ab. Karate trainieren Sie selten allein: In einem Verein oder einer Kampfsportschule haben Sie Trainingspartner, mit denen Sie die jeweiligen Techniken üben.

Bereiten Sie sich richtig auf das Karate-Training vor

Zum Karate-Training gehören ein sorgfältiges Aufwärmen und Dehnübungen, um Ihre Muskeln und Gelenke auf die Belastung vorzubereiten. Versäumen Sie diese wichtige Trainingsphase nicht; mit dieser Vorbereitung beugen Sie Verletzungen vor. Mit Tape und Bandagen können Sie Ihre Gelenke (z.B. Sprunggelenk) beim Karate-Training schützen – fragen Sie Ihren Orthopäden, ob und welche Unterstützung er Ihnen empfiehlt. Falls Vollkontakt-Kampf oder Selbstverteidigung in Ihrem Karate-Verein angeboten werden, benötigen Sie eine spezielle Schutzkleidung.

Ihr Karate-Trainer zeigt Ihnen die richtige Technik

Bei Karate ist die Rückmeldung Ihres Trainers wichtig. Er leitet sie an und korrigiert Sie gegebenenfalls, wenn Tritte, Handtechniken oder Schrittfolgen noch nicht optimal sind. Bei Karate ist es wichtig, sämtliche Techniken richtig – kontrolliert und „sauber“ – auszuführen. Achten Sie darauf, beim Karate die Anweisungen des Trainers konzentriert umzusetzen. Mit der richtigen Technik vermeiden Sie Verletzungen oder eine Überlastung der Gelenke. Bei Partnerübungen ist sie notwendig, um Ihr Gegenüber zu schonen. Strecken Sie beim Karate Ihre Gelenke niemals ganz durch, etwa das Knie bei einem Tritt oder den Ellenbogen bei einem Fauststoß. Achten Sie beim Fauststoß darauf, Ihr Handgelenk gerade zu halten und es nicht anzuwinkeln.

Karate: Krankheiten vorbeugen

Karate hat viele positive Effekte für die Gesundheit. Es kann zum Beispiel Krankheiten wie Haltungsproblemen und Übergewicht vorbeugen.

Karate ist kein klassischer Gesundheitssport – unkonzentriert ausgeführt birgt Karate selbst das Risiko von Verletzungen. Wer umsichtig trainiert, profitiert jedoch sehr, denn Karate kann Krankheiten und Beschwerden vorbeugen. So trainiert Karate sämtliche Muskeln und Körperpartien und damit auch die Rumpfmuskulatur. Damit können Sie Haltungsschäden und damit verbundenen Problemen wie Arthrose, Verspannungen und Spannungskopfschmerz vorbeugen.

Bei Karate steht neben Koordination, Schnelligkeit und Kraft auch die Beweglichkeit im Vordergrund. Sie beugen damit einem muskulären Ungleichgewicht und verkürzten Muskeln und Bändern vor. Ein umfangreiches Training fordert meist stark – zum einen lässt sich mit Karate Übergewicht und damit auch das Risiko für Diabetes mellitus, Herzinfarkt und Schlaganfall vorbeugen. Zum anderen hilft Karate tendenziell bei Stress und Einschlafproblemen. Auch für die Psyche ist Karate empfehlenswert, da es Entschlossenheit und Selbstbewusstsein stärkt. Es kann daher depressiven Verstimmungen und Ängsten vorbeugen.

Karate: Kontakte und Informationen

Wenn Sie sich für Karate interessieren, finden Sie Kontakte und Informationen bei örtlichen Sportvereinen oder im Internet.

Suchen Sie Informationen und Kontakte zu Karate-Vereinen in Ihrer Umgebung? Ihre Stadt oder Gemeinde listet Ihnen sämtliche Sportangebote Ihrer Region auf. Karate-Vereine und Karate-Schulen bieten Ihnen gerne die Möglichkeit eines kostenlosen Schnuppertrainings an – so können Sie entscheiden, ob Ihnen der Sport zusagt. Oftmals gibt es spezielle Anfängerkurse, in denen Sie die Basistechniken erlernen und später auch Ihre erste Gürtelprüfung ablegen können.

Weitere Informationen zum Thema Karate finden Sie im Internet bei den Dachverbänden. Hier können Sie mit einer Suchfunktion auch Karatevereine in Ihrer Nähe aufspüren.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 16. September 2010
Quellen: Deutscher JKA Karate-Bund (DJKB): www.deutscher-jka-karate-bund.de (Abruf: 09.09.2010) Deutscher Karate Verband (DKV): www.karate.de (Abruf: 09.09.2010) Edelmann, S.: Karate- von der Physiologie zur Technik. Verlag BoD, Norderstedt 2008 Grupp, J.: Shotokan Karate. Meyer & Meyer Verlag, Aachen 2010

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