WWF-Fischratgeber gegen Überfischung

Welcher Fisch darf auf den Tisch?

Welcher Fisch darf auf den Tisch?
Rotbarsch und Aal sollten besser nicht auf dem Teller landen.
Bild: Ingo Wagner/dpa

Es soll etwas Leichtes geben und deswegen möchten Sie Fisch zubereiten? Weil der Fischverzehr weltweit zugenommen hat, sind viele Arten von Überfischung bedroht - allen voran der Rote Thunfisch. Nach Ansicht der Umweltstiftung WWF sollten bewusste Fischesser auf Rotbarsch und Aal sowie Schwertfisch und tropische Garnelen lieber verzichten.

"Eine gute Wahl sind indes Dorsch und Hering aus der östlichen Ostsee, Sprotten aus Nord- und Ostsee sowie Lachs aus dem Ost-Pazifik", sagte WWF-Expertin Catherine Zucco anlässlich der Präsentation des neuen Fischratgebers in Hamburg. "Insgesamt ähnelt die Situation dem Vorjahr - auch für Sorgenkinder wie Nordseekabeljau gibt es keine Entwarnung." Ebenfalls gefährdet sind Rotbarsch und Aal.

Nach Angaben der Umweltstiftung gibt es seit Jahren einen Abwärtstrend. "Und der ging auch in diesem Jahr weiter nach unten", sagte Zucco. So müssten immer mehr Fanggebiete herabgestuft werden, da die befischten Bestände zu stark unter Druck stehen. "Schon jetzt gelten in Europa bereits drei von vier kommerziell genutzten Fischbeständen als überfischt."

Warum geht es dem Fisch so schlecht?

Fische und andere Meeresfrüchte sind beliebte und gesunde Bestandteile unseres Speiseplans. Dementsprechend groß sind der Konsum und die wirtschaftliche Bedeutung des Wirtschaftszweigs Fischerei. Doch die langjährige Übernutzung der einst so fischreichen Meere hat dazu geführt, dass mittlerweile 85 Prozent der Fischbestände weltweit überfischt oder von Überfischung bedroht sind. Bedroht sind aber nicht nur die Fischbestände, sondern Haie, Seevögel, Meeresschildkröten, Delfine und Wale, verenden als sogenannter Beifang, der vierzig Prozent des Fangs ausmacht, in den Netzen.

Der Verbraucherratgeber bewertet 115 handelsübliche Arten, die nicht aus zertifizierter Quelle erhältlich sind, nach ökologischen Kriterien wie Bestandsentwicklung und Fangmethoden. 38 der bewerteten Fischereien und Zuchten wurden als "Gute Wahl" ausgezeichnet, 61 als "Zweite Wahl", 89 fielen in die Kategorie "Lieber nicht".

Weitere Tipps zum Fischverzehr vom WWF

  • Kaufen Sie nur noch Fischprodukte mit den Siegeln von MSC, Bioland und Naturland
  • Genießen sie Fisch als nicht alltägliche Delikatesse
  • Mehr unter www.wwf.de oder als App kostenlos downloadbar über ein Smartphone

 Laut einer repräsentativen Umfrage der Stiftung verlangen neun von zehn Kunden inzwischen Fisch aus nachhaltigen Quellen. Insgesamt konsumiert jeder Deutsche im Jahr durchschnittlich 15,7 Kilogramm.

Autor: Lifeline
Letzte Aktualisierung: 02. Dezember 2011

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