Gesunde Früchte

Granatapfel: Die antioxidative Granate

Granatapfel: Eine antioxidative Granate
Der Granatapfel ist besonders reich an "Radikalenfängern" und deshalb geeignet, etlichen Krankheiten vorzubeugen und zu heilen.
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Der Granatapfelbaum gehört zu den ältesten Kulturpflanzen; seine Früchte haben nicht nur eine breit gefächerte symbolische Bedeutung. Auch als Heilpflanze wurde der Granatapfelbaum bereits im Altertum genutzt. Inzwischen bestätigen Studien den medizinischen Nutzen der Pflanze und ihrer Früchte. Am Ende des Textes leiten wir Sie direkt zum Adventskalender, wo Sie zum Türchen 21. auch Fragen beantworten können, die dieser Artikel beantwortet.

Der lateinische Name des Granatapfels, punica granatum, verrät bereits einiges über die Frucht: punica leitet sich vom lateinischen Wort puniceus ab, was so viel wie purpurrot bedeutet, und granatum heißt „mit vielen Samenkörnern“. Zwar erreicht die äußere ledrige Schale des Granatapfels, der entgegen seiner deutschen Bezeichnung eigentlich eine Beerenfrucht ist, oft nur einen orangen oder rotbraunen Farbton. Schneidet man die zehn bis 15 Zentimeter große, kugelige Frucht aber auf, macht sie ihrem Namen alle Ehre: Sie enthält eine Vielzahl kleiner, harter Samen, die im reifen Zustand jeweils von purpurrotem Fruchtfleisch umgeben sind. Intensiv rot sind auch die Blüten des bis zu zehn Meter hohen Baums oder Strauchs.

Granatapfelbäume seit Jahrtausenden kultiviert

Sein Aussehen und die Tatsache, dass er eine der ältesten Kulturpflanzen ist, erklärt zumindest teilweise seinen vielfältigen Symbolcharakter: Je nach Kultur galt er unter anderem als Symbol für Schönheit, Reinheit, Wohlstand, reichen Kindersegen, Gerechtigkeit, Unsterblichkeit und Macht. Genauso facettenreich wie seine symbolische Bedeutung ist die Nutzung der historischen Kulturpflanze. Neben dem Verzehr der Frucht und ihres Saftes lassen sich Wurzel, Rinde und Frucht je nach Aufbereitung und Zusätzen zu Farben in verschiedenen Schattierungen von rot über gelb bis hin zu blau und schwarz  verarbeiten.

Kulinarisch verwendet werden auch die getrockneten Samen des Granatapfels, die  beispielsweise in Indien als Gewürz dienen. Der zu Sirup (Grenadine) verarbeitete Saft peppt weltweit Cocktails auf, während die Eigenschaft von Grenadine als Fleisch-Zartmacher in Marinaden weniger bekannt ist.

 

Granatapfel-Wurzelsud als Wurmmittel?

Granatapfel-Wurzelsud als Wurmmittel

Medizinisch half der Granatapfelbaum schon im Altertum bei der Behandlung von Wurmbefall. Man kochte dazu bevorzugt die Wurzelrinde des Baums aus. Als weitere Einsatzgebiete für Extrakte aus Rinde, Wurzel oder Früchte des Granatapfelbaums werden die Behandlung von Wunden, Durchfall, Hämorrhoiden, Halsschmerzen und Zahnfleischproblemen beschrieben.

Dass an Medizin aus Teilen des Granatapfelbaums etwas dran ist, wurde inzwischen anhand von Untersuchung der Inhaltsstoffe nachgewiesen. So enthält der Sud aus abgekochter Wurzel oder Rinde des Granatapfelbaums so genannte Alkaloide, die auf Würmer im Darm eine lähmende und tödliche Wirkung entfalten. Die Gerbstoffe in der Rinde des Baums wirken beispielsweise bei Durchfallerkrankungen und fördern die Wundheilung. 

Granatapfel besonders reich an sekundären Pflanzenstoffen

In der modernen Naturheilkunde hat sich der Granatapfel aber vor allem wegen seines hohen Gehalts an sekundären Pflanzenstoffen  einen Namen gemacht. Hier sind insbesondere Flavonoide zu nennen, zu denen ein Großteil der Pflanzenfarbstoffe gehört, sowie Polyphenole. Das sind aromatische Verbindungen, die beispielsweise als Farb- oder Geschmacksstoffe in Pflanzen vorkommen. Diese Stoffe gelten als zell- und gefäßschützend, keim- und entzündungshemmend und sollen auch verdauungsfördernd sein und das Immunsystem stärken. Ihre Wirkung beruht vor allem auf ihren antioxidativen Eigenschaften. Das heißt, sie tragen dazu bei, freie Radikale im Körper zu binden.

Freie Radikale gelten als Mitverursacher vieler Erkrankungen

Darunter sind besonders reaktionsfreudige Sauerstoff-Moleküle zu verstehen, die während des Stoffwechsels im Körper entstehen. Ihre Entstehung wird unter anderem durch Umweltgifte, UV-Strahlung, Ozon, Rauchen und Alkoholgenuss gefördert. Sie greifen Zellstrukturen, Eiweiße und die Erbinformation an. Zu viele freie Radikale im Körper werden daher mit der Entstehung eines ganzen Strauß unterschiedlicher Erkrankungen in Zusammenhang gebracht. Dazu gehören Arteriosklerose und in der Folge Herz-Kreislauferkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall, Krebs, Diabetes, Entzündungen im Verdauungstrakt wie beispielsweise Magenschleimhautentzündung, Gelenk- und Augenerkrankungen (grauer Star) sowie Nervenkrankheiten wie zum Beispiel Multiple Sklerose, Alzheimer oder Parkinson. Auch die Hautalterung wird durch freie Radikale beschleunigt, die durch UV-Strahlung entstehen.

Granatäpfel topp in Punkto Antioxidantien

Flavonoide, mehr noch Polyphenole, sind als "Radikalenfänger" oder, medizinisch ausgedrückt, Antioxidantien bekannt: Sie binden freie Radikale und schützen so Zellen und Gefäße. Und von diesen sekundären Pflanzenstoffen hat der Granatapfel mehr zu bieten als irgend eine andere Frucht:  Der Saft der exotischen Frucht enthält mehr Polyphenole als beispielsweise Rotwein oder Traubensaft, die als besonders reich an Antioxidantien gelten. Daneben punktet die Frucht durch ihren Gehalt an Mineralstoffen wie Kalium, Spurenelemente wie Eisen sowie B-Vitamine. Auch Vitamin C liefert der Granatapfel, wenn  auch nicht in so großen Mengen wie Zitrusfrüchte oder manche Kohlsorten.

Gesunde Hautzellen durch Granatapfelextrakt

Die vorbeugende und heilende Wirkung des Granatapfels unter anderem in Bezug auf Krebs-, Gefäß-, Nerven- und Stoffwechselerkrankungen wurde in diversen kleineren Studien bereits nachgewiesen. Auch die Haut profitiert insbesondere von den antioxidativen Inhaltsstoffen. Denn die Radikalenfänger helfen den Hautzellen, gesund zu bleiben, eine Voraussetzung für straffe Haut. Ein Grund, weshalb einige Hersteller von Hautcremes mit Granatapfelextrakten arbeiten.

Essen gegen Krebs
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    Kohl

    Wer viel Weiß-, aber auch Rotkohl isst, versorgt seinen Körper mit Allylisothiocyanat, einer Biosubstanz, die krebsauslösende Stoffe blockiert.

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    Blaubeeren

    Vor allem Waldblaubeeren liefern Delphinidin. Die Substanz bewies im Labortest, dass sie das Wachstum von Tumorzellen abbremst und sie sogar abtötet.

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    Äpfel

    Äpfel enthalten jede Menge Proanthocyanidine. Diese Pflanzensubstanzen gehören zu den stärksten Antioxidanzien - sie können auch Zellschützer genannt werden.

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    Brokkoli

    Beim Verdauen von Brokkoli bildet sich Sulforaphan, ein hochpotenter Stoff, der den Tod von Krebszellen auslösen kann.

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    Erdbeeren

    Die süßen Früchte enthalten Ellagsäure. Sie kann krebsaktivierende Stoffe im Körper hemmen und das Wachstum von Tumorzellen bremsen.

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    Grüner Tee

    Wenn der Tee bis zu zehn Minuten zieht, werden große Mengen an Catechenen freigesetzt. Diese Moleküle bewiesen in Studien krebshemmende Eigenschaften.

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    Knoblauch

    Beim Zerdrücken und Kauen von Knoblauch sowie Zwiebeln entsteht Allicin, das vor Magen- und Speiseröhrenkrebs schützen kann.

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    Kurkuma

    Das gelbfärbende Gewürz enthält Curcumin, das in Laborversuchen eine starke Wirkung gegen Krebszellen aufweist.

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    Sojabohnen

    Isoflavonoide, die Pflanzenhormone in Soja, helfen nicht nur gegen Wechseljahrsbeschwerden. Studien beweisen eine Schutzwirkung vor Brust- und Prostatakrebs.

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    Tomate

    Reife Tomaten enthalten Lycopin. Dieses Carotinoid macht Tomaten rot. Kombiniert mit etwas Fett entfaltet es eine starke krebshemmende Wirkung.

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    Weintrauben

    Früchte, Saft, aber auch Wein enthalten Resveratrol. Die Biosubstanz schützt gesunde Zellen und bremst Krebszellen aus.

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    Zitrusfrüchte

    Zitrone, Orange und Grapefruit liefern bestimmte Polyphenole, die nicht nur Entzündungen hemmen, sondern auch direkt gegen Krebszellen wirken.

    (c) Medioimages/Photodisc

Autor: Ruth Sharp / Lifeline
Letzte Aktualisierung: 14. November 2012

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