Abspecken mit Laborkost

Formula-Diät

Bei der Formula-Diät werden Mahlzeiten ganz oder teilweise ersetzt - und die Pfunde purzeln

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Tüte aufreißen, Pulver in kalte oder warme Milch oder Wasser rieseln lassen, umrühren und fertig ist die Mahlzeit bei der Formula-Diät.
Panthermedia

Das Prinzip ist herrlich einfach und stammt aus dem Labor: Tüte aufreißen, Pulver in kalte oder warme Milch oder Wasser rieseln lassen, umrühren und fertig ist die Mahlzeit. Oder zumindest der Ersatz dafür. Denn bei der Formula-Diät werden Mahlzeiten ganz oder teilweise ersetzt - und die Pfunde purzeln wie im freien Fall.

Statt einem Essen gibt es bei der auch als Pulver-Diät bezeichneten Kur eben nur ein Getränk, einen Riegel oder eine Suppe. In der Regel werden die Produkte für eine Formula-Diät in Geschmacksrichtungen wie Vanille, Erdbeere oder Schokolade angeboten. Es gibt aber auch herzhafte Suppen mit Tomaten- oder Brokkoligeschmack. Gerade für Berufstätige scheint eine solche Diätform verlockend, da sie einfach und schnell zu handhaben ist. Zumal die die Hersteller versprechen, dass die Ersatznahrung sämtliche, für den menschlichen Körper notwendigen Nährstoffe enthält, so dass keine Mangelerscheinungen auftreten können.

Genaue Richtlinien vom Gesetzgeber

Denn um den Verbraucher zu schützen, hat der Gesetzgeber in der deutschen Diätverordnung im Paragraph § 14 Anlage 17 genau vorgegeben, welche Richtlinien bei der Produktion einzuhalten sind, weil die Pulver oder Riegel nichts anderes sind als ein Nahrungsersatz. So soll eine Portion zwischen 200 und 400 Kalorien haben und muss alle wichtigen Nährstoffe enthalten: Der Paragraph 14 schreibt genau vor, wie hoch der Anteil an Kohlenhydraten, Eiweiß, Fett, Vitaminen, Calcium und Eisen sein muss. Damit soll einer Unterversorgung des Organismus in der Zeit der Formula-Diät vorgebeugt werden. Die Diätverordnung sieht weiterhin vor, dass die Produkte den Hinweis enthalten müssen, dass die Diät ohne ärztlichen Rat nicht länger als drei Wochen durchgeführt werden darf.

Würde sich jemand einen Monat lang ausschließlich von solchen Shakes, Suppen oder Drinks ernähren, könnte er etwa acht bis zwölf Kilo an Gewicht verlieren. Das ist natürlich für viele sehr verlockend, die schnell einige Kilos verlieren möchten. Jedoch empfehlen Mediziner und Ernährungsberater die Formula-Diät vornehmlich Patienten mit Adipositas und einem Body-Mass-Index von über 30 für einen Zeitraum von zwei bis drei Wochen, seltener für einen längeren Zeitraum, und zwar entweder als motivierenden Einstieg in eine längerfristige Ernährungsumstellung oder auch vor einer Operation.

Die Schwächen der Formula-Diät

Aufgrund des Eiweißanteils in den Drinks soll der Hunger gedämpft und ein Muskelabbau verhindert werden. Kritikpunkt medizinisch gesehen ist allerdings, dass durch die ballaststoffarme Pulverkost nicht selten Verdauungsprobleme entstehen können und der Cholesterinspiegel durch den Mangel an ungesättigten Fettsäuren ansteigen kann.

Es wird zudem immer wieder darauf hingewiesen, dass eine Formula-Diät nicht dauerhaft erfolgreich ist, wenn die generellen Ernährungsgewohnheiten nicht ebenfalls umgestellt werden. Wer nach der Formula-Diät wieder zu Chips mit Schokolade abends vor dem Fernseher greift und das regelmäßig, der wird den Effekt seines Diäthaltens schnell ins Gegenteil verkehren. Dann bleibt die Gewichtsabnahme meist nur von kurzer Dauer, weil der Körper danach schnell wieder zunimmt, da er durch die Kalorienreduktion auf Sparflamme arbeitet und weniger Energie verbraucht. Es kommt zum bekannten Jo-Jo-Effekt, indem das Gewicht danach schnell wieder steigt.

Da aufgrund der eintönigen Ernährung viele Anwender schnell das starke Bedürfnis nach etwas "Ordentlichem" entwickeln, - denn immer nur Drinks aus Pülverchen zu sich zu nehmen, kann nach kurzer Zeit durchaus langweilen, - verputzen viele nach der Formula-Diät mehr Kalorien als zuvor.

Gewichtsverlust garantiert nur Ernährungsumstellung

Sich grundsätzlich mehr mit der Art und Weise der eigenen Ernährung zu befassen und selbst alternative Mahlzeiten zuzubereiten, sich mit Lebensmitteln zu befassen, die schmecken, gesund sind und nicht dick machen, das wäre für jemanden mit einem Gewichtsproblem der erfolgversprechendere Weg. Außerdem fällt der Aspekt Bewegung bei der Formula-Diät völlig unter den Tisch, der jedoch genauso zu körperlichem Wohlbefinden und Gewichtsverlust führt. Aus all diesen Gründen ist die Formula-Diät eher in den erwähnten Sonderfällen anzuwenden, da sie für eine dauerhafte Gewichtsreduktion nur bedingt zu empfehlen ist.

Bekannte Formular-Diäten sind beispielsweise Slim Fast, die Cambridge-Diät, Optifast, Modifast, Herbalife, Bionorm oder Figurafit. Die meisten Formula-Diäten gibt es in Apotheken, in Drogeriemärkten oder über Online-Versandhändler.

Bildstrecke: Die besten Diät-Tipps
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    1. Fettverbrenner Sport

    Lohnt sich Sport? Rechenexempel: Einmaliges Walken von zehn Kilometern verbraucht 50 Gramm Fett. Dreimal die Woche macht's 150 Gramm oder 7,8 Kilo im Jahr.

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    2. Wasser marsch!

    Wenn Sie eine halbe Stunde vorm Essen ein Glas lauwarmes Wasser trinken, hat Ihr Magen schon eine Füllung. Die folgende Mahlzeit wird dann nicht mehr so üppig!

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    3. Obst und Rohkost:

    Wenn Sie es vertragen, beginnen Sie jede Mahlzeit mit einem Salatteller oder Stück Obst. Sie brauchen dann nicht mehr so viel Nudeln oder Schnitzel mit Pommes.

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    4. Können Sie kauen?

    Die Verdauung beginnt im Mund: Durch Kauen wird die Nahrung mechanisch zerkleinert und mit Speichel gleitfähig. Kauen Sie jeden Bissen mindestens 30 Mal.

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    5. Wann ist die Mahlzeit zuende?

    Stopp, wenn Sie satt sind! Lassen Sie auch mal was liegen, selbst wenn Sie mit "aufessen, was auf dem Teller ist" groß wurden. Und den Teller nicht voll packen.

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    6. Wenn der kleine Hunger kommt…

    Wer Sie sich mit Vollwertigem satt isst, dem reicht es meist bis zur nächsten Hauptmahlzeit. Während Süßes oder Weißmehlprodukte zu Heißhunger führen.

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    7. Gar nichts Süßes mehr?

    Süßigkeiten enthalten leere Kalorien, also Nahrungsenergie ohne Vitamine oder Mineralstoffe. Also nur selten davon naschen, wenn aber, dann bewusst genießen.

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    8. Prost – oder lieber nicht?

    "Leere Kalorien" stecken auch im Alkohol. Er steht reinem Fett mit seinen Kalorien pro Gramm kaum nach. Wer täglich Bier oder Wein trinkt, wird kaum abnehmen!

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    9. Die Waage im Blick – aber nicht zu oft!

    Wie wär's mit einmal Wiegen pro Woche am Sonntagmorgen vorm Frühstück? Dann können Sie überlegen, was Sie in der Woche falsch oder richtig gemacht haben.

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    10. Schnelle Hilfe: Entlastungstage

    Haben Sie's übertrieben? Schieben Sie einen Entlastungstag ein! Essen Sie nur Obst bis auf Bananen und Trauben. Genauso geht ein Saft- oder Reistag.

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Autor: Sabine Letz / Lifeline Redaktion
Letzte Aktualisierung: 28. Oktober 2011
Quellen: AOK, Deutsche Adipositas Gesellschaft

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