
Viagra
Vier Zentner Potenz-Imitate beschlagnahmt
Polizei beschlagnahmt 600.000 Viagra-Fälschungen. Mediziner warnen vor unseriösen Anbietern und möglichen gesundheitsschädlichen Imitaten des Potenzmittels.
Immer wieder warnen Polizei und Mediziner vor Pharmazie-Imitaten aus Asien. Nicht umsonst, wie sich jüngst erst wieder unter Beweis stellte. Angaben der Frankfurter Polizei zufolge, entdeckten Beamte bereits im November diesen Jahres eine Rekordmenge von 600.000 gefälschten Viagra-Pillen. Die vier Zentner schwere Lieferung, bestehend aus 600 Plastikflaschen mit je 1000 Pillen, stammte aus Indien und war für den Weitertransport nach Chile vorgesehen. Von dort aus sollten die Tabletten nach Europa oder in die Vereinigten Staaten weiterverkauft werden.
Wie Viagra-Hersteller Pfizer im Rahmen eines Gutachtens bestätigte, handelt es sich bei den Präperaten um eine Imitation des Potenzmittels Viagra. Untersuchungen ergaben, dass die Imitate den Wirkstoff Sildenafil in abweichenden Konzentrationen enthielten. Gerade diese Substanz wird in Verbindung mit einigen Todesfälle bei Patienten mit Herzerkrankungen gebracht. Auch bei bestehenden Allergien oder in Verbindung mit aphrodisierenden Rauschmitteln, so genannten "Poppers", können schwere Nebenwirkungen auftreten.
Häufig werden derartige Plagiate in kleineren Hinterhoflabors ohne jegliche hygienischen Standards produziert. Ärzte warnen daher seit Jahren vor einer zunehmenden Flut an Fälschungen aus Fernost. Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO zufolge sind mittlerweile weltweit zehn Prozent aller Medikamente Fälschungen. Im Falle von populären Präparaten wie Viagra ist die Dunkelziffer dabei weitaus höher. Der Großteil dieser Imitate wird über das Internet vertrieben, aber auch Apotheken sind zunehmend von der Fälschungs-Flut betroffen.





