
Seelische Faktoren
Erektionsstörungen manchmal auch psychisch
Auch wenn Pornografie etwas anderes vermittelt: Der Geschlechtsverkehr ist kein rein mechanischer Akt. Die körperlichen Funktionen eines Mannes mögen völlig intakt sein - die Erektion kann beim Liebesspiel trotzdem ausbleiben: weil der Mann mit seiner Partnerin nicht wirklich glücklich ist, seine Arbeit ihn unzufrieden macht oder ein Freund schwer krank ist.
Zu der Diagnose "psychisch bedingte Erektionsstörungen" gelangen Ärzte vor allem, wenn jüngere Männer über Potenzprobleme klagen. Als alleinige Ursache ist die psychisch verursachte erektile Dysfunktion relativ selten: Sie macht 15-25% aller Fälle von Erektionsstörungen aus.
Versagensängste wirken auf das vegetative Nervensystem
Es gibt auch den Fall, dass ein Mann sexuell erregt ist, mit seiner Partnerin schlafen möchte, körperlich alles intakt ist und sich trotzdem keine Erektion einstellt, berichtet Prof. Uwe Hartmann von der Medizinischen Hochschule Hannover. Hier spielen vor allem Versagensängste und Ablenkung eine Rolle. Sie wirken derart auf das vegetative Nervensystem, dass sich die Gefäße - auch die des Penis - eng stellen. Für eine Erektion ist aber - neben anderen Faktoren - eine Weitstellung der Arterien im Genitalbereich notwendig.
Experte: Erektionsstörungen nicht einfach hinnehmen
Bleibt die Erektion häufiger aus, stellt sich bei einem Mann schnell Unsicherheit ein. Gerade dies verstärkt aber seine Probleme: Seine Versagensängste nehmen zu und verschlimmern die Erektionsstörung nur. Und jedes erneute Versagen im Bett verstärkt die Ängste. Es ist darum wichtig, auch bei psychisch bedingten Erektionsstörungen schnell nach einer Lösung zu suchen und das Leiden nicht einfach hinzunehmen, sagt Hartmann. Helfen können etwa ein offenes Gespräch mit der Partnerin oder Veränderungen im Lebensstil. "Wenn das nicht hilft, bietet sich eine Sexualtherapie an", so der Psychologe, der zusammen mit Urologen Patienten mit erektiler Dysfunktion betreut.
Mit Vardenafil den Teufelskreis durchbrechen
Auch Medikamente wie Sildenafil und Vardenafil können sinnvoll sein. "Dann funktioniert die Erektion erst einmal wieder", sagt Hartmann. So wird der Teufelskreis unterbrochen: Der Patient sieht, dass er doch noch in der Lage ist, mit seiner Partnerin zu schlafen, und gewinnt dadurch Sicherheit. Nach einiger Zeit stellt sich die Erektion dann oft auch wieder ohne Medikamente ein.





