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Erektionsstörungen bei Rauchern häufiger

Raucher haben ein erhöhtes Herzinfarkt-Risiko - so viel ist bekannt. Was aber die wenigsten Männer wissen: Auch zu Erektionsstörungen kommt es bei Zigarettenkonsumenten häufiger als bei Nichtrauchern, wie eine Studie der Tulane University in New Orleans (USA) belegt. Denn Ursache für die erektile Dysfunktion ist in vielen Fällen - wie beim Herzinfarkt - eine Gefäßerkrankung.

An der Studie nahmen 4.800 Männer mit einem durchschnittlichen Alter von 47 Jahren teil, berichteten die Forscher auf der Jahreskonferenz 2003 der American Heart Association. 62% von ihnen waren Raucher, 9,5% ehemalige Raucher. Insgesamt gaben fast 15% der Befragten an, unter Erektionsstörungen zu leiden. Dabei zeigte sich: Männer, die täglich mehr als 20 Zigaretten rauchten, hatten ein um 60% erhöhtes Risiko für eine erektile Dysfunktion als Nichtraucher. Bei Männern mit einem geringeren Konsum war die Gefahr niedriger. Nahmen die Wissenschaftler alle Raucher zusammen, erhöhte sich das Risiko um 31%.

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Rauchen begünstigt Arteriosklerose

Warum Raucher leichter Erektionsstörungen bekommen, lässt sich relativ leicht erklären: Die Tabakinhaltsstoffe fördern Arteriosklerose, die Durchblutungsstörungen zur Folge hat. So haben Raucher einen erhöhten LDL-Cholesterinspiegel, der die Gefäßwände schädigen und zu Ablagerungen führen kann. Einige Gerinnungsstoffe wie Fibrinogen und Blutplättchen nehmen ebenfalls durchs Rauchen zu und fördern dadurch Ablagerungen.

Auftreten kann die Arteriosklerose überall im Körper: Bildet sie sich in den Herzkranzgefäßen, sprechen Mediziner von koronarer Herzkrankheit - einem Leiden, das oft zum Herzinfarkt führt. Früher als am Herzen macht sich die Arteriosklerose aber meistens in den kleineren Gefäße bemerkbar, die fern des zentralen Blutkreislaufs liegen (periphere Gefäße).

Durchblutung der Penisgefäße verschlechtert sich

Zu diesen peripheren Gefäßen zählen auch die Arterien, die den Penis versorgen. Sind diese arteriosklerotisch, kommt es leicht zu Erektionsstörungen. Denn die Gefäße verengen durch die Ablagerungen; außerdem ist der Mechanismus, der normalerweise für eine vorübergehende Erweiterung sorgt, gestört. Es kann also über die Arterien nicht mehr so viel Blut in die Schwellkörper hineinfließen, wie für eine Erektion notwendig wäre.

Dass Rauchen über Arteriosklerose zu Erektionsstörungen führen kann, scheint aber den wenigsten Männern klar zu sein. Bei einer Umfrage des englischen Meinungsforschungsinstituts MORI unter gut 700 männlichen Rauchern über 15 Jahren stellte sich heraus: Nur 12% von ihnen hielten Rauchen spontan für einen Risikofaktor der erektilen Dysfunktion. Viel mehr Teilnehmer (40%) nannten Angst, Stress und Depressionen als Ursache für die erektile Dysfunktion. (kig)


Autor: Springer Medizin
Stand: Feb 6, 2008


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