Prävention

Gesunder Lebensstil gegen Erektionsstörungen

Ein gesunder Lebensstil – diese Empfehlung entlockt vielen Patienten nur ein Gähnen: Der Rat scheint ihnen beliebig, denn Ärzte – so der Eindruck – erteilen ihn heute bei jeder Art von Krankheit. Bei Potenzproblemen lohnt es sich aber, die Empfehlung ernst zu nehmen. Denn verschiedene Studien haben gezeigt: Bei Erektionsstörungen kann ein gesunder Lebensstil eine wichtige Rolle spielen.

Gesunder Lebensstil gegen Erektionsstoerungen
Regelmäßiger Sport, Nichtrauchen und eine gesunde Ernährung kann vor Erektionsstörungen schützen.
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Ein gesunder Lebensstil – dazu gehört auch Sport. Insbesondere regelmäßiger Sport kann vor Erektionsstörungen schützen, zeigt eine Befragung des New England Research Institutes in Watertown (Massachusetts/USA). Männer, die sich regelmäßig bewegten, hatten ein deutlich geringeres Risiko, Erektionsstörungen zu entwickeln, als diejenigen, die ihr Leben vor allem sitzend verbrachten. Dies hat die Analyse der Antworten von 593 Teilnehmern zwischen 40 und 70 Jahren ergeben. "Körperliche Aktivität kann das Risiko erektiler Dysfunktion sogar dann senken, wenn ein Mann erst in der Lebensmitte damit beginnt", schreiben die Autoren in der Fachzeitschrift "Urology". Übergewicht kann die Potenz ebenfalls beeinträchtigen – der Studie zufolge allerdings nicht so stark wie Bewegungsmangel.

Erektionsstörungen bei Rauchern häufiger

Ein gesunder Lebensstil schließt das Rauchen aus, denn Nikotinkonsum kann Erektionsstörungen hervorrufen. Bei einem durchschnittlichen Zigarettenkonsum erhöht sich das Risiko der erektilen Dysfunktion um 31 Prozent, hat eine Studie mit 4.800 Teilnehmern gezeigt. Männer, die täglich mehr als 20 Zigaretten rauchen, hatten in der Untersuchung sogar ein um 60 Prozent erhöhtes Risiko Erektionsstörungen zu entwickeln.

Rauchen, Übergewicht, Bewegungsmangel – es fällt auf, dass sich die Risikofaktoren der erektilen Dysfunktion mit denen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen decken. Erstaunlich ist dies nicht, denn in beiden Fällen liegen Gefäßschäden zugrunde. Bei mindestens 70 Prozent der Patienten mit Erektionsstörungen finden sich arteriosklerotisch veränderte Gefäße.

Der Grund: Arteriosklerose führt auch am Penis zu Durchblutungsstörungen. Das heißt, in die Gefäße im Penis und in die Schwellkörper kann nicht mehr so viel Blut einfließen, wie für eine Erektion notwendig wäre. Ein gesunder Lebensstil wirkt Problemen wie Übergewicht und Herz-Kreislauf-Erkrankungen entgegen und somit auch Erektionsstörungen.

Pflanzliche Fette sind gut für die Gefäße – und für den Penis

Da Erektionsstörungen häufig durch Schädigungen oder arteriosklerotische Veränderungen im Penis zustande kommen, gilt: Alles, was den Gefäßen nützt, wie ein gesunder Lebensstil, beugt auch Erektionsstörungen vor. So empfiehlt sich etwa eine Ernährung, die reich an pflanzlichen und arm an tierischen Fetten ist. Denn tierische Fette enthalten LDL-Cholesterin. Dieses wirkt gefäßschädigend. Pflanzliche Fette mit ihren ungesättigten Fettsäuren schützen dagegen die Gefäße. Eine Ausnahme unter den tierischen Produkten bildet das Fett von fetten Seefischen wie Makrelen: Es enthält Omega-3-Fettsäuren, das heißt mehrfach ungesättigte Fettsäuren, die LDL-Cholesterin und andere Blutfette senken können.

Es vergehen oft Jahre, bis ein gesunder Lebensstil Wirkung zeigt

So vorteilhaft ein gesunder Lebensstil für die Potenz auch ist: Bei akuten Erektionsstörungen lässt sich das Leiden nicht von einem Tag auf den anderen durch Ernährungsumstellung, Gewichtsverlust, Rauchstopp und Bewegung lösen. So heißt es etwa über die Risikofaktoren Rauchen und Übergewicht in der Studie des New England Research Institutes: "Beginnen Verhaltensänderungen erst in der Lebensmitte, ist es möglicherweise zu spät, um die Auswirkungen des ungesunden Lebensstils auf die erektile Dysfunktion rückgängig zu machen."

Doch selbst weniger pessimistische Schätzungen geben zu, dass oft Jahre vergehen, bis ein gesunder Lebensstil die Spuren eines ungesunden Lebensstils verwischt. So lange möchte aber kaum ein Patient warten – nicht zuletzt aus Sorge um seine Partnerschaft. Darum steht an erster Stelle immer eine unmittelbare Behandlung der Erektionsstörungen mit einem Medikament wie Potenzpillen.

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