Tipps für den Arztbesuch bei Erektionsstörungen

Potenzprobleme: Wie sag ich's meinem Arzt?

Die Probleme fangen manchmal schon beim Anruf in der Praxis an. Was soll ein Mann mit Erektionsstörungen nur antworten, wenn die Sprechstundenhilfe fragt: "Und worum geht es?" Wie wird der Arzt reagieren? Lifeline fragte Dr. Jürgen Zumbé, Leiter der Urologischen Abteilung im Klinikum Leverkusen, wie sich der erste Arztbesuch am besten bewältigen lässt.

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Erektionsstörungen treten oft auf und sind ein bedeutendes Gesundheitsproblem bei Männern.
Getty Images/Hemera

Lifeline: Wer unter Bronchitis oder Rückenschmerzen leidet, ruft auch von der Arbeit aus in der Arztpraxis an. Bei Erektionsstörungen dagegen fällt der Griff zum Telefon selbst in den eigenen vier Wänden schwer. Wie verhält sich ein Mann, der wegen erektiler Dysfunktion eine 20-jährige Sprechstundenhilfe um einen Termin bitten muss?

Dr. Jürgen Zumbé: Ich habe noch keinen Mann erlebt, der frei heraus sagt, worum es geht. Die Patienten erzählen selten direkt den eigentlichen Grund - die meisten fragen nach einem Beratungsgespräch oder schieben eine Entzündung vor. Das ist auch nicht weiter schlimm: Kein Arzt wird seinen Patienten deshalb für unaufrichtig halten.

Kann ein Mann darauf vertrauen, dass Arzt und Sprechstundenhilfen die Erektionsstörung diskret behandeln und nicht am Empfang in Gegenwart anderer Patienten seine Diagnose erwähnen?

Dr. Zumbé: In einer guten Praxis wird das nicht passieren. Da gehört es mit zum Management, dass die Mitarbeiter mit dem Problem Erektionsstörungen umzugehen wissen.

Wie bereitet sich der Patient am besten auf den Arztbesuch vor?

Dr. Zumbé: Er sollte sich im Klaren darüber sein, dass er am besten bei der Wahrheit bleibt. Wenn er ehrlich Auskunft gibt, ist ein offenes Gespräch möglich, und das wiederum erleichtert dem Arzt Diagnose und Therapie. Grundsätzlich kann der Patient sehr optimistisch an das Gespräch herangehen, denn er hat die Gewissheit, dass es heute bei Erektionsstörungen fast immer eine Lösung gibt. Vor 25 Jahren war das noch ganz anders - da hieß es: üben, üben, üben.

Bei allem Optimismus wird es den meisten Männern aber schwer fallen, locker über so eine intime Angelegenheit zu sprechen ...

Dr. Zumbé: Der Arzt verlangt von seinem Patienten keine geschliffene Problemdarstellung. Er wird das Gespräch behutsam einleiten und etwa sagen: "Wir kennen uns nicht. Wir müssen jetzt aber ein paar Dinge besprechen, die Sie vielleicht Ihrem besten Freund nicht erzählen würden."

Was macht der Patient nur, wenn der Arzt diese Souveränität nicht besitzt und betreten auf die Ausführungen seines Patienten reagiert?

Dr. Zumbé: In diesem Fall sollte er sich unbedingt einen anderen Ansprechpartner suchen. Solch eine Reaktion zeigt nämlich, dass der Arzt dem Problem nicht gewachsen ist und sehr wahrscheinlich keine große Hilfe zum Thema Erektionsstörungen bieten kann.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 21. Dezember 2014
Durch: Lifeline

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