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Behandlung

Potenztabletten wirken auch bei Diabetes

Potenzprobleme sind in der Diabetessprechstunde kaum ein Thema: Die Ärzte sind vor allem mit anderen Aspekten der Zuckerkrankheit befasst, die Patienten betrachten die Erektionsstörungen als unausweichliche Konsequenz ihres Leidens. Doch es gibt keinen Anlass zu schweigen: Neue Medikamente können selbst bei Diabetikern mit schweren Erektionsstörungen helfen.

Auch Diabetiker mit schlecht eingestellten Blutzuckerwerten können von einer erektionsfördernden Therapie mit Tabletten profitieren. Dies zeigt eine Studie mit 452 Typ-2-Diabetikern, die auf der 62.Tagung der American Diabetes Association vorgestellt wurde. Die Patienten waren durchschnittlich 57 Jahre alt und litten seit rund dreieinhalb Jahren unter Erektionsstörungen. Mehr als die Hälfte von ihnen hatte mit schweren Potenzproblemen zu kämpfen, was wegen der weitgefächerten Auswirkung der Zuckerkrankheit auf Gefäße, Nerven, Muskeln und Botenstoffe nicht weiter erstaunlich ist.

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Bis zu 72% der Diabetiker profitierten von neuen Medikamenten

Die Studienteilnehmer erhielten über zwölf Wochen Tabletten in verschiedenen Dosierungen oder ein Plazebopräparat. Sie nahmen das Medikament nach Bedarf, jedoch nicht häufiger als einmal am Tag. Mit Tabletten verbesserte sich die Erektionsfähigkeit nach Aussagen der Patienten erheblich: In der Gruppe mit der niedrigeren Dosierung bei 57% der Betroffenen. Von den Patienten, die die höhere Dosis erhielten, berichteten sogar 72% über eine Steigerung der Potenz. In der Plazebogruppe dagegen verbesserte sich die Erektion nur bei knapp 13% der Probanden.

HbA1c-Wert darf 7% nicht überschreiten

Am meisten profitierten von der Tabletten-Therapie diejenigen Diabetiker, die am schlechtesten eingestellt waren. Das ist erfreulich, doch darf dieses Ergebnis Zuckerkranke nicht zu einem laxen Umgang mit ihrer Krankheit verleiten. Sie sollten streng darauf achten, dass ihr spezieller Blutzuckerwert - der HbA1c-Wert - 7% nicht überschreitet. Denn je weiter der Wert über dieser Grenze liegt, desto größer ist die Gefahr von Komplikationen wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Nierenversagen. Hinzu kommt: Bei einem schlecht eingestellten Blutzuckerwert verschlimmern sich die Erektionsstörungen. Experten haben nach Aussagen des Hamburger Urologen Prof. Hartmut Porst festgestellt: Je höher der HbA1c-Wert, desto unzufriedener sind Diabetiker mit ihrem Sexualleben.

Diabetes vom Spezialisten behandeln lassen

Wichtig ist für Diabetiker zudem eine gute Kontrolle des Blutdrucks - der untere Wert sollte 80 mmHg, der obere 130 mmHg nicht überschreiten. Bei Diabetikern mit beginnenden Nierenfunktionsstörungen sollte der untere Wert sogar 75mmHg, der obere 125 mmHg nicht überschreiten. Bluthochdruck fördert Gefäßschäden und erhöht darum das Risiko von Erektionsstörungen nach Angaben von Porst um etwa 80%.

Es empfiehlt sich für Diabetiker einen Arzt zu wählen, der sich mit der Zuckerkrankheit auskennt und die Erkrankung ernst nimmt. Herrscht in einer Praxis die Auffassung, ein leicht erhöhter Blutzucker sei harmlos, ist dies ein Grund, den Arzt zu wechseln. Denn Diabetes-Experten wissen: Je früher ein Diabetes behandelt wird, desto besser die Aussichten für den Patienten, von Komplikationen wie Erektionsstörungen verschont zu bleiben. (kig)

Quelle: Diabetes Care (03/2003), Prof. Hartmut Porst, "Manual der Impotenz", Uni-Med Verlag, 2000


Autor: Springer Medizin
Stand: Feb 6, 2008


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