Behandlung

Erektionsstörungen und Herzkreislauferkrankungen

Immer mehr wissenschaftliche Erkenntnisse weisen darauf hin, dass Erektionsstörungen zum einen häufig nicht oder nicht nur psychisch bedingt sind und zum anderen mit weiteren Erkrankungen zusammenhängen. Da die Wechselwirkungen im Körper sehr komplex sind, beeinflussen sich die unterschiedlichen Krankheitsbilder womöglich gegenseitig.

Erektionsstoerungen und Herzkreislauferkrankungen
Erektionsstörungen können auf andere Erkrankungen hinweisen.
Getty Images/iStockphoto

Viele Kardiologen interessieren sich inzwischen für Erektionsstörungen. Auf den ersten Blick haben das männliche Geschlechtsorgan und das Herz zwar nichts gemein, doch im Detail betrachtet gibt es durchaus Zusammenhänge. Denn das Nachlassen der Manneskraft kann unter anderem auf atherosklerotische Veränderungen der Gefäße ("Verkalkungen") zurückzuführen sein – beispielsweise aufgrund von ungesunder Lebensweise, Übergewicht, Bewegungsmangel und/oder Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes. Und diese Gefäßveränderungen können eine Reihe weiterer, zum Teil schwerwiegender, gesundheitlicher Einschränkungen zur Folge haben – angefangen von Bluthochdruck bis hin zu Herzkreislauferkrankungen.

Da die Erektionsstörungen – im Gegensatz zu den anderen Folgen der Gefäßveränderungen – häufig bereits sehr früh auftreten, sind sie ein wichtiges Alarmzeichen dafür, dass die Gefäße genauer untersucht und neben der Therapie der Erektionsstörungen gegebenenfalls noch weitere Behandlungen eingeleitet werden sollten. Hierzu gehören beispielsweise ein gesünderer Lebensstil sowie die Einnahme von Blutdruck- oder Blutfett-senkenden Medikamente. Werden diese zuverlässig und konsequent angewendet (für viele Männer sind Potenzprobleme eine gute Motivation, ihr Leben umzustellen und ein gesünderes Verhalten an den Tag zu legen), lässt sich nicht nur das Risiko für Herzkreislauferkrankungen mindern, sondern auch die Erektionsfunktion bessern.

Zusammenhang zwischen Erektionsstörungen und Depressionen

Ein weiterer wichtiger Zusammenhang besteht zwischen Erektionsstörungen und Depressionen. So kann die Impotenz zum einen durch psychische Probleme verursacht werden, zum anderen aber auch selbst psychische Probleme verursachen. Möglicherweise entsteht hieraus ein Teufelskreis, in dem sich beide Erkrankungen gegenseitig verstärken. Um diese Abwärtsspirale durchbrechen zu können, ist es bei betroffenen Männern wichtig, beide Erkrankungen zu behandeln. Die positiven Effekte ließen sich beispielsweise in einer Studie belegen: Eine erfolgreiche Behandlung der Impotenz mit einer der neuen Potenzpillen besserte zugleich die Symptomatik der Depression.

Depressionen, Herzkreislauferkrankungen und Erektionsstörungen verstärken sich

Und die Zusammenhänge sind womöglich noch komplexer: Der US-amerikanische Urologe Prof. Dr. Irwin Goldstein vom Department of Urology, Boston University School of Medicine, Boston, Massachusetts, kam bereits im Jahr 2000 zu dem Schluss, dass Depressionen einen Risikofaktor für Herzkreislauferkrankungen darstellen. Seines Erachtens bilden Depressionen, Erektionsstörungen und Herzkreislauf-Symptome daher ein Trias und beeinflussen sich gegenseitig negativ. Nach dieser Theorie kann eine erfolgreiche Therapie der Impotenz möglicherweise nicht nur die Symptomatik der Depression, sondern auch Herzkreislauf-Symptome verbessern.

Das ist zwar noch nicht abschließend bewiesen, doch immer mehr Wissenschaftler untersuchen diese Zusammenhänge. So konnte beispielsweise in einer Studie belegt werden, dass Erektionsstörungen bei Diabetikern nicht nur Depressionen verstärken, sondern auch die Kontrolle des Blutzuckers verschlechtern. Letzteres wiederum kann ernsthafte Folgeerkrankungen, vom Diabetischen Fuß bis hin zum Herzinfarkt und anderen Herzkreislauferkrankungen, nach sich ziehen. Mit anderen Worten: Eine erfolgreiche Therapie der Erektionsstörungen bessert nach neuesten Erkenntnissen eventuell nicht nur den Spaß im Bett, sondern auf verschiedenen Ebenen den gesamten Gesundheitszustand des betroffenen Mannes.

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Letzte Aktualisierung: 06. Februar 2008
Quellen: Mulhall JP: Patient Issues in the Treatment of Erectile Dysfunction. www.medscape.com

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