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MDS, Bluttransfusionen und Eisenüberladung

Hilfe und Gefahr, wenn das Blut nicht richtig reift

Eine häufige Ursache der Überladung des Körpers mit Eisen sind Bluttransfusionen. Diese können erforderlich sein, weil die Bildung von Blutzellen im Körper gestört ist, wie z.B. beim myelodysplastischen Syndrom. Bluttransfusionen gleichen dann zwar den Mangel an roten Blutzellen aus, doch sie belasten den Körper auch durch die Zufuhr von Eisen.

Der Begriff myelodysplastisches Syndrom (MDS) bezeichnet eine Gruppe von schweren Blutbildungsstörungen. Bei MDS kommen im Knochenmark, dem Ort der Blutbildung, in großer Menge unausgereifte und in ihrer Funktion gestörte Vorläufer von Blutzellen vor. In neun von zehn Fällen kann keine Ursache des Krankheitsausbruchs ermittelt werden.

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Warum benötigen Patienten mit MDS Bluttransfusionen?

Typisch für das myelodysplastische Syndrom ist, dass sich aufgrund der gestörten Blutbildung im Blut der Betroffenen zu wenige rote und weiße Blutzellen sowie zu wenige Blutplättchen finden. Der Mangel an roten Blutzellen (Anämie) führt zu Symptomen wie Kurzatmigkeit, eingeschränkte Leistungsfähigkeit und Kopfschmerzen. Bei zahlreichen Betroffenen erweist sich die Anämie als so ausgeprägt, dass sie wiederholt durch Bluttransfusionen ausgeglichen werden muss. Dafür werden Konzentrate von roten Blutzellen, sogenannte Erythrozyten-Konzentrate, eingesetzt.

Durch die Bluttransfusion erhöht sich die Anzahl der roten Zellen im Blut und die Beschwerden bessern sich. Da das myelodysplastische Syndrom eine dauerhafte Erkrankung ist, müssen die Bluttransfusionen dauerhaft und regelmäßig erfolgen. In manchen Fällen kann das wöchentlich sein.

Bluttransfusionen belasten den Organismus mit Eisen

Rote Blutzellen, die für den Transport des Sauerstoffs im Blut zuständig sind, enthalten viel Eisen. Normalerweise besteht ein Gleichgewicht zwischen der Aufnahme von Eisen aus der Nahrung und natürlichen Eisenverlusten durch kleine Blutungen und den normalen „Abrieb" von Haut- und Darmzellen.

Bluttransfusionen stören dieses Gleichgewicht. Sterben die übertragenen Blutzellen am Ende ihrer Lebensspanne ab, setzen sie das in ihnen enthaltene Eisen frei. Da der Körper über keinen natürlichen Mechanismus zur Ausscheidung von Eisen verfügt und Eisen auch nur in sehr begrenztem Umfang speichern kann, stellen Bluttransfusionen und das darin enthaltene Eisen eine schwere Belastung für den Organismus dar.

Die Gesamtmenge an Eisen im menschlichen Körper beträgt zwischen 3 g und 4 g. Pro Bluttransfusion kommen zwischen 200 mg und 250 mg Eisen hinzu. Bereits 12 bis 16 Blutkonserven verdoppeln also den Eisenbestand im Organismus. Wird die natürliche Speicherfähigkeit des Körpers überschritten, lagert sich das Eisen in der Leber, im Herz und anderen Organen ab und führt zur dauerhaften Schädigung des Organismus.

Wann ist eine Behandlung der Eisenüberladung erforderlich?

Experten gehen davon aus, dass spätestens nach etwa 25 bis 50 Übertragungen von roten Blutzellen der Körper vor dem Eisenüberschuss geschützt werden muss. Eine Eisenüberladung des Organismus kann jedoch bereits nach 20 bis 30 Bluttransfusionen auftreten. Bei stark ausgeprägter Blutarmut ist es also möglich, dass die Behandlung eines myelodysplastischen Syndroms bereits nach wenigen Monaten eine Eisenüberladung des Körpers verursacht.

Schwerwiegende Folgeerscheinungen häufiger Bluttransfusionen lassen sich deshalb nur verhindern, wenn der Eisenüberladung des Körpers frühzeitig entgegen gewirkt wird. Dies ist z.B. durch die Gabe von so genannten Chelatbildnern möglich.

Nach Informationen von

Aul, C., Verbeek, W., Giagounidis A., Ganser A.: Kompetenznetz Leukämie. Myelodysplastische Syndrome. Unter http://www.kompetenznetz-leukaemie.de/content/e50/e3921/e3935/e5689/index_ger.html vom 21.3.2007

Informationen der Deutschen Leukämie- und Lymphom-Hilfe e.V. (Hrsg.): Transfusionsbedingte Eisenüberladung bei Patienten mit myelodysplastischem Syndrom oder aplastischer Anämie. Ein Leitfaden für Patienten. http://www.leukaemie-hilfe.de/Info/Literatur/Archiv/DLH_21_Eisen.pdf

Novartis Pharma GmbH: Eisengleichgewicht. Eisen – eine Sache des Gleichgewichts. Nürnberg, ohne Jahr. u.a.

www.mds-foundation.com


Autor: jg
Stand: Oct 29, 2008


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