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Sicheres Therapieverfahren

Wie geht eine Bluttransfusion vor sich?

Wird eine Bluttransfusion notwendig, garantieren sorgfältige Kontrollen der Blutprodukte und speziell ausgebildetes medizinisches Personal größtmögliche Sicherheit für den Patienten. Das Risiko, sich mit gefährlichen Erregern zu infizieren, ist mittlerweile äußerst gering.

Bei Störungen der Blutbildung sind Bluttransfusionen ein wichtiger Bestandteil der Therapie und müssen regelmäßig durchgeführt werden. Um eine Bluttransfusion so sicher wie möglich zu machen, gibt es genaue Richtlinien, die ihren Ablauf bestimmen.

Wichtigste Voraussetzung ist, dass ein Patient das für ihn passende Blutprodukt erhält. Da jeder Mensch individuelle Blutgruppeneigenschaften hat, werden im Vorfeld der Transfusion die Blutgruppen der Blutkonserve und des Empfängers ermittelt. Danach schließt sich die sogenannte Kreuzprobe an. Hierbei werden rote Blutkörperchen aus der zur Übertragung vorgesehenen Blutkonserve mit Blutflüssigkeit des Empfängers vermischt. So lässt sich eine Unverträglichkeitsreaktion ausschließen. Außerdem werden in einem zweiten Testansatz Antikörper beim Empfänger gesucht. Sind beide Tests negativ, wird die Blutkonserve freigegeben.

Tests garantieren, dass Spender- und Empfängerblut zusammenpassen

Unmittelbar vor der Bluttransfusion überprüft der transfusionsmedizinisch geschulte Arzt ein letztes Mal die richtige Zuordnung der Laborergebnisse von Patient und Blutpräparat durch den sogenannten Bedside-Test. Verwechslungen des Blutproduktes können damit sicher ausgeschlossen werden. Die genaue Aufzeichnung aller Daten der Konserve, des Arztes, des Patienten sowie etwaiger Zwischenfälle ist gesetzlich vorgeschrieben, sodass sich im Zweifelsfall der Weg einer Blutkonserve von ihrer Entstehung bis zum Empfänger verfolgen lässt.Durchgeführt wird die Transfusion meist in einem hämatologischen Zentrum. Stehen der Behandlung keine aktuellen Beschwerden des Patienten entgegen, legt der Arzt als Zugang für die Transfusion eine Kanüle in eine Armvene und beginnt mit der Bluttransfusion. Diese sollte nicht zu rasch erfolgen. Je nach Verträglichkeit und Menge des übertragenen Bluts sollten Patienten deshalb einige Stunden für die Behandlung einplanen. Nach Abschluss der Behandlung müssen sie zudem noch mindestens 30 Minuten unter Beobachtung bleiben. Vor Beginn und nach Beendigung der Transfusion werden bei jedem Patienten Blutdruck und Herzfrequenz sowie Körpertemperatur bestimmt und dokumentiert, um mögliche Komplikationen frühzeitig aufzuspüren.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Trotz aller vorausgegangenen Tests kann es während der Transfusion oder auch verzögert nach einigen Tagen zu Unverträglichkeitsreaktionen und Allergien kommen. Diese richten sich meist gegen Zusatzstoffe in dem übertragenen Blutpräparat, beispielsweise Stabilisatoren oder Gerinnungshemmer, und äußern sich durch Hautausschlag, Juckreiz oder Quaddelbildung. Solche Beschwerden sind jedoch in der Regel harmlos und verschwinden von selbst bzw. lassen sich gut behandeln. In sehr seltenen Fällen treten schwere allergische Reaktionen auf, bei denen der Arzt sofort eingreifen muss. Neu auftretende Symptome oder auch sonstige Auffälligkeiten sollten dem medizinischen Personal daher sofort mitgeteilt werden. Insbesondere hinter Kurzatmigkeit, Kreislaufschwäche (Benommenheit, Schwarz-vor-Augen-Werden), Kopfschmerzen oder Hitzewallungen können sich Komplikationen verbergen, die einen Abbruch der Transfusion und unter Umständen eine intensivmedizinische Therapie erfordern. Derartige Zwischenfälle sind jedoch die Ausnahme. In den allermeisten Fällen werden Bluttransfusionen problemlos vertragen.

Patienten mit Blutbildungsstörungen, die regelmäßig Blutpräparate benötigen, können im Verlauf ihrer Grunderkrankung zusätzlich durch die Folgen einer Eisenüberladung geschädigt werden. Denn bei jeder Transfusion erhalten sie eine erhebliche Menge Eisen, das der Körper selbst nicht wieder ausscheiden kann. Medikamente, die Eisen aus dem Körper entfernen - sogenannte Eisenchelatoren - können hier Abhilfe schaffen.

Wie hoch ist das Infektionsrisiko?

Die größte Sorge eines Empfängers von Blutprodukten ist es, sich darüber mit Krankheitserregern anzustecken. Durch stark verbesserte Kontrollen und immer feinere Testmethoden wird dieses Risiko jedoch stetig weiter minimiert. So werden sowohl die Spender als auch die Blutkonserven gründlich untersucht. Es wird vor allem nach Viren gefahndet, welche die erworbene Immunschwächekrankheit (AIDS) bzw. eine chronische Leberentzündung (Hepatitis B und C) hervorrufen können. Die Wahrscheinlichkeit, sich durch eine Bluttransfusion mit dem HI-Virus anzustecken, liegt aktuell bei deutlich weniger als eins zu einer Million.


Quelle: Nach Informationen von:Bekanntmachung des Arbeitskreises Blut des Bundesministeriums für Gesundheit und Soziale Sicherung: Humanes Immunschwächevirus (HIV). Bundesgesundheitsblatt 47/2004.

Deutsches Rotes Kreuz, DRK-Blutspendedienst West: Online-Informationen fürPatienten zum Thema Bluttransfusionen.

Institut für Immunologie und Transfusionsmedizin der Universität Lübeck: Dokumentierte Patientenaufklärung: Übertragung von Fremdblut und Fremdblutbestandteilen.
Autor: Springer Medizin
Stand: Oct 1, 2008


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