
Nebenwirkungen der Eisenchelat-Therapie
Mögliche Nebenwirkungen und wie Sie vorbeugen können
Bei Deferasirox, dem neuesten von drei derzeit in Deutschland zugelassenen Chelatbildnern, wird der Wirkstoff-Eisen-Komplex in den Gallensaft abgegeben und anschließend über den Stuhl ausgeschieden. Bei einigen Patienten kann es daher zu Magen-Darm-Beschwerden kommen.
Insbesondere zu Beginn der Therapie mit Eisenchelatbildnern können Nebenwirkungen auftreten. So leiden ein bis zehn von hundert Patienten zeitweise unter Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Bauchschmerzen, Blähungen oder Durchfall. Hat sich der Körper erstmal an die Therapie gewöhnt, gehen meist auch die Nebenwirkungen zurück.
Tipps bei Durchfall
Patienten, die zu Beginn der Behandlung unter Durchfall leiden, sollten ihren behandelnden Arzt möglichst sofort informieren. Dieser kann die kurzfristige, maximal zwei Tage dauernde Einnahme eines nicht verschreibungspflichtigen Mittels gegen Durchfall (Antidiarrhoikum) empfehlen.
Daneben sollte der Patient auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten, d.h. mindestens 2-3 Liter am Tag trinken. Da der Körper nicht nur Flüssigkeit, sondern auch viele Salze verliert, sollten auch diese dem Körper zugeführt werden, z.B. in Form von salzhaltigen Nahrungsmitteln oder speziellen, in Apotheken erhältlichen Elektrolytzubereitungen.
Hält der Durchfall länger an oder wird er zu einer starken Belastung und beeinträchtigt den Patienten, sollte erneut der Arzt hinzugezogen werden. Die Einnahme von Deferasirox am Abend und nicht am Morgen kann helfen, Durchfälle zu vermeiden.
Richtige Ernährung bei Bauchschmerzen
Bei Bauchschmerzen, die durch Deferasirox ausgelöst werden, hilft es oft, wenn der Patient Wasser oder Kräutertees in kleinen Schlucken trinkt. In den ersten Stunden nach der Einnahme des Medikamentes sollte feste Nahrung gemieden werden. Bestimmte Schmerzmittel wie z.B. Acetylsalicylsäure können den Magen zusätzlich belasten und sind daher ebenfalls nicht empfehlenswert. Auch für Patienten mit Bauchschmerzen ist die Einnahme von Deferasirox am Abend vorteilhaft.
Nierenfunktion überwachen
Da Deferasirox die Nierenfunktion beeinträchtigen kann, müssen regelmäßige Nierenfunktionstests durchgeführt werden. Der Arzt kann anhand der Ergebnisse dieser Tests die Dosierung individuell anpassen. Ein weiterer oraler Eisenchelatbildner, das Deferipron, kann dazu führen, dass sich der Urin rötlichbraun verfärbt. Diese Nebenwirkung ist häufig, aber zum Glück völlig ungefährlich.
Seltene Nebenwirkungen
In seltenen Fällen können auch andere schwerwiegendere Nebenwirkungen auftreten. Sollte eines der folgenden Symptome während der Therapie mit einem oralen Chelatbildner auftreten, muss umgehend ein Arzt hinzugezogen werden: schwerer Hautausschlag, unscharfes oder verschwommenes Sehen, plötzlich auftretendes schlechteres Hören, plötzlich auftretende grippeähnliche Symptome wie z.B. hohes Fieber oder starke Halsschmerzen.
Positiver Effekt überwiegt
Bei der Beurteilung der Nebenwirkungen von oralen Chelatbildnern darf man nicht vergessen, dass die Eisenüberladung eine schwere Erkrankung ist und eine Therapie das Leben von Patienten, die beispielsweise an einer Beta-Thalassämie leiden, nachgewiesenermaßen verlängern kann. Moderne Arzneimittel bieten durch ihre kontinuierliche Wirkung die Chance, die Krankheit weitgehend unter Kontrolle zu halten.
Nach Informationen der Patienteninformationen zu Deferasirox und Deferipron und der Pharmazeutischen Zeitung (Online-Ausgabe)



