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Behandlung des MDS

Blut übertragen, Eisen binden

Von wenigen Ausnahmen abgesehen ist eine heilende Behandlung des myelodysplastischen Syndroms (MDS) nicht möglich. Die Hauptbeschwerden Blutarmut, Infektionsanfälligkeit und Blutungsneigung können jedoch wirksam behandelt werden. Bei chronischen Blutübertragungen müssen Medikamente eingenommen werden, die überschüssiges und damit schädliches Eisen binden.

Wann steht fest, dass eine Erkrankung ein myelodysplastisches Syndrom ist?

Die Krankheitszeichen des myelodysplastischen Syndroms wie Blutarmut, einhergehend mit Schwächegefühl, Kurzatmigkeit und Blässe, oder Anfälligkeit für Infektionen kommen nicht nur beim MDS vor, sondern auch bei einer Vielzahl anderer Erkrankungen. Dasselbe gilt für die Blutbefunde, die bei MDS erhoben werden. Sicher nachgewiesen werden kann das myelodysplastische Syndrom jedoch durch die mikroskopische Untersuchung des Knochenmarks der Betroffenen.

Die dafür notwendige Gewebeprobe wird durch eine sogenannte Knochenmarkpunktion gewonnen. Dabei wird in örtlicher Betäubung oder auch in einer leichten Narkose mit einer Nadel in den Hüftknochen gestochen, in dessen Innerem sich Knochenmark befindet, und eine kleine Probe entnommen. Unter dem Mikroskop kann dann endgültig entschieden werden, ob ein MDS oder eine andere Erkrankung mit ähnlichen Symptomen vorliegt. Außerdem stellt man so fest, welcher Typ des myelodysplastischen Syndroms besteht.

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Wie wird das myelodysplastische Syndrom behandelt?

Das myelodysplastische Syndrom geht auf eine Störung der Ausreifung von Blutzellen zurück. Bislang gibt es keine Möglichkeit, derartige Reifungsstörungen gezielt zu beheben und das MDS dadurch zu heilen. Die Behandlung des myelodysplastischen Syndroms muss deshalb dauerhaft erfolgen. Sie besteht in der Regel darin, die Symptome der Krankheit zu bekämpfen und ihr Fortschreiten nach Möglichkeit einzudämmen.

Die Blutarmut der Patienten wird durch Übertragungen von roten Blutzellen behandelt. Diese Transfusionen sollten so selten wie möglich erfolgen, um die Belastung des Körpers mit Eisen niedrig zu halten. Da bereits nach 20-30 Blutübertragungen die Aufnahmefähigkeit des Körpers für das Eisen aus dem roten Blutfarbstoff erschöpft sein kann, gilt es, von Anfang an möglichst viel Eisen im Körper zu binden und auszuscheiden, bevor es sich in Organen ablagert und diese schädigt.

Zu diesem Zweck erhalten die betroffenen Patienten sogenannte Eisenchelatoren. Diese Substanzen binden das Eisen im Blut und ermöglichen seine Ausscheidung. Bisher war die Behandlung mit Eisenchelatoren sehr aufwändig. Aus diesem Grund wurde sie von vielen Patienten als belastend empfunden und trotz ihrer gesundheitlichen Bedeutung oft nicht konsequent befolgt.

Seit Kurzem steht jedoch ein neuer Eisenchelatoren Deferasirox zur Verfügung. Dabei handelt es sich um Tabletten, die in Flüssigkeit aufzulösen sind und dann eingenommen werden. Sie erleichtern den Patienten die Therapie entscheidend. Im Klartext heißt das: Statt an 5-7 Tagen pro Woche für jeweils 8-12 Stunden eine Pumpe mit sich führen zu müssen, die den Chelatbildner langsam unter die Haut spritzt, genügt jetzt die einfache Einnahme von Tabletten, um vor den Gefahren der Eisenüberladung geschützt zu sein.

Bei einem Mangel an Blutplättchen, die ein wichtiges Element der Blutgerinnung darstellen, können diese – ähnlich wie rote Blutzellen bei Blutarmut – per Transfusion übertragen werden. Treten vermehrt Infektionen auf, werden diese mit Antibiotika und unterstützenden Maßnahmen behandelt.

Welche weiteren Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Bei einigen Patienten mit MDS kann versucht werden, die Blutarmut durch die Gabe von blutbildenden Hormonen zu bessern. Das Hormon Erythropoietin steigert die Bildung roter Blutzellen. Andere Hormone können die Vermehrung von weißen Blutzellen anregen. Da die Hormone die Reifungsstörung der Zellen jedoch nicht beheben, sind Besserungen nur bei etwa der Hälfte der Patienten zu beobachten.

Die einzige Möglichkeit, ein myelodysplastisches Syndrom dauerhaft zu heilen, ist die Knochenmarkstransplantation. Voraussetzung dafür ist die Knochenmark- oder Blutstammzellspende eines Menschen, dessen Körpergewebe eine sehr hohe Ähnlichkeit mit dem Gewebe des MDS-Erkrankten aufweist.

Steht ein solcher Spender zur Verfügung, wird das Knochenmark des MDS-Patienten durch eine hochdosierte Chemo- oder Strahlentherapie vollständig zerstört. Anschließend erhält der Patient die Knochenmark- oder Blutstammzellspende, aus der sich ein neues, gesundes Knochenmark entwickelt.

Die Knochenmarktransplantation ist risikobehaftet und kann nicht jedem MDS-Patienten empfohlen werden. Betroffene können aber ihren Arzt aufsuchen und diese Therapieoption mit ihm besprechen.

Nach Informationen von:

Aul, C., Verbeek, W., Giagounidis A., Ganser A.: Kompetenznetz Leukämie. Myelodysplastische Syndrome: http://www.kompetenznetz-leukaemie.de/content/e50/e3921/e3935/e5689/index_ger.html

Informationen des Kompetenznetzes Leukämie zum myelodysplastischen Syndrom für Patienten und Angehörige:
http://www.kompetenznetz-leukaemie.de

Informationen der Deutschen Leukämie- und Lymphom-Hilfe e.V. (Hrsg.): Transfusionsbedingte Eisenüberladung bei Patienten mit myelodysplastischem Syndrom oder aplastischer Anämie. Ein Leitfaden für Patienten.

Novartis Pharma GmbH: Eisengleichgewicht. Eisen – eine Sache des Gleichgewichts. Nürnberg. u.a.


Autor: jg
Stand: Aug 8, 2008


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