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Infektionsgefahr bei MDS

Abwehrschwäche bei MDS: Gegen Infektionen vorbeugen

Blutbildungsstörungen gehen auf Störungen im Erbgut zurück oder werden während des Lebens erworben. Manche führen zu Eisenüberladung.

Wie man sich vor Infektionen schützen kann

Ist infolge eines myelodysplastischen Syndroms (MDS) die Zahl der weißen Blutkörperchen verringert, kann eine verstärkte Anfälligkeit für Infektionen bestehen. Verschiedene Vorsichtsmaßnahmen helfen, die Gefährdung zu verringern. In welchem Umfang ein Infektionsschutz ergriffen werden muss, ist von Patient zu Patient verschieden. Fragen Sie hierzu Ihren behandelnden Arzt.

  • Händewaschen mit Seife und viel Wasser: Die Hände sollten regelmäßig besonders gründlich mit Seife und viel Wasser gereinigt werden, am besten vor der Essenszubereitung und vor dem Essen, nach dem Toilettengang, nach Gartenarbeit sowie nach Kontakt mit Pflanzen oder Schmutz; nach Kontakt mit Tieren; vor und nach der Berührung von Wunden.
  • Bei starker Abwehrschwäche: Menschenansammlungen eher meiden Infektionen zwischen Menschen werden zumeist über die Hände oder die Atemluft übertragen. Stark abwehrgeschwächte Patienten sollten deshalb größere Menschenansammlungen, wie etwa überfüllte öffentliche Verkehrsmittel, insbesondere in der Erkältungszeit nach Möglichkeit meiden. Ihr Arzt wird Ihnen sagen, welche Maßnahmen in Ihrem Fall angezeigt sind, damit Sie sich in Ihrer Lebensführung nicht unnötig einschränken.
  • Kontakt mit Kranken meiden: Auch scheinbar harmlose Infekte wie ein Schnupfen oder Husten können bei Abwehrgeschwächten zu schweren Erkrankungen führen. Sie sollten den Kontakt zu Kranken daher nach Möglichkeit meiden oder sich, falls unvermeidbar, mit Mundschutz und Schutzhandschuhen schützen.
  • Hygiene in Küche und Haushalt: Im Haushalt, insbesondere an Orten, die mit Nahrungsmitteln in Kontakt kommen, sollte häufig und gründlich gereinigt werden. Der Einsatz von speziellen keimtötenden Putzmitteln ist dabei nicht erforderlich. Putzlappen und andere Reinigungswerkzeuge sollten häufig gewechselt werden, da sich auf ihnen Keime leicht und stark vermehren. Umbauarbeiten im Haus setzen oft Schimmelpilze frei. Immungeschwächte sollten sich daran nicht beteiligen.
  • Ernährung: Lebensmittel sollten möglichst frisch eingekauft und zubereitet werden. Das Aufwärmen von Speisen sollte eher vermieden werden. Problematisch können Produkte sein, die rohes Fleisch (z.B. Mett, Tartar, roher Schinken), rohen Fisch oder rohe Eier (bestimmte Süßspeisen) enthalten. Ebenso sind Rohmilch-Käse zu vermeiden. Gemüse sind unproblematisch, mit Ausnahme von Keimlingen und Sprossen, die Pilze enthalten können.
  • Haustiere: Auch gesunde Haustiere können Träger von gefährlichen Krankheitserregern sein. Grundsätzlich ist Tierhaltung zwar auch bei Abwehrschwäche möglich, doch muss verstärkt auf die Tiergesundheit und auf Einhaltung der Hygieneregeln geachtet werden. In schweren Fällen kann es notwendig sein, das Tier abzugeben.
  • Reisen: Über den Transport in einem eventuell eng besetzten Zug oder Flugzeug hinaus stellt Urlaub in gemäßigten Breiten kein zusätzliches Risiko für Menschen mit Abwehrschwäche dar. Allerdings sollte, soweit erforderlich, die Weiterbehandlung am Urlaubsort sichergestellt sein. Von Fernreisen muss ? je nach Betroffenem und Reiseziel ?unter Umständen aufgrund der hygienischen Bedingungen abgeraten werden.

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In welchen Fällen sollte der Arzt kontaktiert werden?

MDS-Patienten mit geschwächter Körperabwehr sollten bei Anzeichen einer Infektion besonders wachsam sein und frühzeitig einen Arzt aufsuchen, um schweren Verläufen von Infektionen zuvorzukommen. Fieber über 38°C oder Schüttelfrost müssen so ernst genommen werden, dass zu jeder Tages- oder Nachtzeit ein Arzt, der über das myelodysplastische Syndrom des Betroffenen informiert ist, oder ein Krankenhaus kontaktiert wird.


Quelle: Deutsche Leukämie- & Lymphom-Hilfe e.V. (Hrsg.): Ratgeber für Patienten nach allogener Knochenmark- und Stammzelltransplantation. Bonn 2008.

Leitlinien zur Diagnostik und Therapie in der Pädiatrischen Onkologie und Hämatologie: Aplastische Anämie.

Informationen des Kompetenznetzes Leukämie zum myelodysplastischen Syndrom für Patienten und Angehörige

Kompetenznetz-Leukämie: Myelodysplastische Syndrome. Stand 27.3.2008.
Autor: Jan Groh
Stand: Feb 26, 2009


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