Durchfall

Richtig ernähren bei Durchfall: Viel Flüssigkeit

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Viel Flüssigkeit und richtige Ernährung helfen bei Durchfall

Durchfall kann ganz schön lästig sein, egal ob es einen im Alltag oder im Urlaub trifft. Bereits einfache Maßnahmen können die Genesung wirkungsvoll unterstützen.

Jeder kennt das Problem: Es beginnt ganz harmlos mit einem Grummeln. Aber schon wenig später muss man laufen, um das stille Örtchen noch rechtzeitig zu erreichen. Durchschnittlich jeder dritte Deutsche leidet mindestens einmal im Jahr an Durchfall. Mediziner sprechen von Durchfall, wenn der Patient mehr als dreimal täglich "nicht geformte" oder wässrige Stühle hat. Ab einer Dauer von zwei Wochen gilt Durchfall als chronisch.

Gründe für Durchfall

Meist liegen dem Durchfall eine  Magen-Darm-Infektionen zugrunde. Dabei können die Erreger von Mensch zu Mensch übertragen werden, bzw. über den Umweg verunreinigter Flächen, etwa auf öffentlichen Toiletten. Beispiele dafür sind die sogenannten Rotaviren, die häufigste Ursache für Durchfall bei Kleinkindern. Andere Gründe sind Erkrankungen wie Darmentzündungen und Unverträglichkeiten gegenüber bestimmten Nahrungsmitteln.

Einige Medikamente können besonders bei längerer Einnahme Durchfall auslösen. Neben beispielsweise Abführmitteln (Laxanzien) gehören auch Antibiotika dazu. Zwar töten letztere bakterielle Infektionserreger ab, gleichzeitig aber auch viele nützliche Bakterien im Körper, wie zum Beispiel in der Darmflora.

Die Darmflora besteht aus Milliarden von Mikroorganismen, überwiegend Bakterien, die den Darm in seiner Verdauungsfunktion und seinem Abwehrsystem unterstützen. Wird die Flora angegriffen oder zerstört, kommt es in der Regel zu Durchfall, der erst abklingt, wenn die Antibiotikabehandlung beendet ist.

So werden Sie wieder schnell fit

Obwohl wahrscheinlich jedermann sein eigens Patentrezept für die Ernährung bei Durchfall hat, sind nicht alle Hausrezepte wirklich hilfreich. Zu den weniger nützlichen Tipps gehört zum Beispiel der Rat zum Verzehr von Cola und Salzstangen bei Durchfall. Salzstangen enthalten als Salz beispielsweise nur Natrium und kein Kalium, dessen Zufuhr bei Durchfall sinnvoll wäre. Cola kann aufgrund der Kohlensäure sogar Blähungen auslösen und enthält obendrein große Mengen an Zucker.

Die oberste Regel lautet, ausreichend Flüssigkeit und Elektrolyte zu sich zu nehmen. Im Grunde gibt es keine Obergrenze für die Flüssigkeitsaufnahme. Bei den Elektrolyten sollte auch auf die Zufuhr von Kalium geachtet werden, während Natrium, der Bestandteil des Kochsalzes, in unserer Nahrung meist ausreichend vorhanden ist. Gute Kaliumlieferanten sind zum Beispiel Nüsse, Gemüse oder Obst (Banane!).

Fett- und proteinreiche oder ballaststoffhaltige Nahrung sollte in den ersten Tagen gemieden werden. Während der ersten Zeit gilt es, die geschwächte Verdauung nicht zu belasten. Zwieback, Äpfel und klare Suppen passen jetzt in den schonenden Speiseplan. Nach und nach kann man wieder auf Vollkost umsteigen. Oft besteht in der Anfangsphase auch ein spürbarer Widerwille gegen „schwere Kost“. Viele nutzen diese Zeit zu einem mehrtägigen Fasten, allerdings sollte dabei nicht übersehen werden, dass der Körper zur Genesung auch Nahrung benötigt.

So bauen Sie die Darmflora wieder auf

Gerade in der Aufbauphase sind auch fermentierte Milchprodukte oder andere Probiotika nützlich. Ist die Darmflora während der Erkrankung in Mitleidenschaft gezogen, empfehlen sich z.B. bestimmte probiotische Joghurts oder probiotische Produkte aus der Apotheke. Darin enthaltene Bakterienkulturen können die Darmflora unterstützen. Zumindest konnte für bestimmte probiotische Stämme, zum Beispiel verschiedene Lactobazillus-Stämme, gezeigt werden, dass sie bei ausgewählten Durchfall-Erkrankungen und Patienten die Dauer und Schwere des Durchfalls verringern können (bei ansonsten abgestimmter Ernährung und einem gesunden Lebensstil), so etwa bei akuten, infektiösen Durchfall-Erkrankungen oder bei Durchfall nach längerfristiger Antibiotika-Einnahme.

Jedoch erfüllen nicht alle Probiotika- die Voraussetzung für die gesundheitsfördernde Wirkung. Wichtig ist, dass sie geeignete Lebendkulturen in ausreichender Menge enthalten und diese in der Mehrzahl (größtenteils) auch die Magenpassage überleben. Einige moderne probiotische Produkte genügen diesen Anforderungen.

Der geschwächte Körper benötigt Ruhe. Körperliche Anstrengung und Aufregung sollten bei Durchfall vermieden werde, ebenso wie Alkohol oder Tabak, der die Verdauung beschleunigt. Liegt ein Magen-Darm-Infekt vor, tut man sich und seiner Umwelt keinen Gefallen, wenn man den normalen Arbeitsalltag beibehält. Haben sich nach drei bis vier Tagen die Symptome nicht gebessert, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Dies gilt auch, wenn zum Durchfall weitere Symptome hinzukommen, wie Fieber, starke Auszehrung oder Blut im Stuhl.

Magen-Darm-Grippe: Was tun, wenn es mich erwischt hat?

Autor: Lifeline
Letzte Aktualisierung: 23. Dezember 2009
Quellen: Nach Informationen von http://www.journalmed.de/newsview.php?id=27897, http://www.gastro-liga.de/download/Probiotika_online.pdf?PHPSESSID=8d278535b00aa20939809f976206907c

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