Diagnoseverfahren bei Verdacht auf Allergien

Prick-Test

Der Prick-Test ist ein Diagnoseverfahren, mit dem der Arzt nach den Auslösern allergischer Beschwerden fahnden kann. Alle Informationen zu Ablauf und Diagnosemöglichkeiten.

Prick-Test
Wenn Heuschnupfen den Aufenthalt im Freien verleidet, kann der Arzt mit dem Prick-Test ermitteln, welche Pollen dahinter stecken.
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Der Prick-Test ist das Standard-Verfahren zur Diagnose einer Allergie vom Soforttyp beziehungsweise Typ 1, unter den etwa 90 Prozent aller Allergien fallen. Wie der Bezeichnung zu entnehmen ist, tritt dabei die allergische Reaktion sofort und oft sehr heftig nach Kontakt mit der Allergie auslösenden Substanz, dem Allergen auf. Allergen-Gruppen, die mit dem Prick-Test überprüft werden können, sind Pollen, Tierhaare, Schimmelpilze, Hausstaubmilben und Nahrungsmittel. Entsprechend wird der Arzt zum Prick-Test raten bei Heuschnupfen, allergischem Asthma und Nahrungsmittelmittelallergien.

Keine Immunsuppressiva vor dem Test

Der Prick-Test wird am besten von einem Allergologen gemacht. Eine besondere Vorbereitung auf den Test ist nicht notwendig. Zu beachten ist nur, dass vor einem Prick-Test keine Immunsuppressiva eingenommen werden dürfen. Das sind Medikamente, die das Immunsystem unterdrücken. Dadurch könnte das Testergebnis verfälscht werden. Zu den Immunsuppressiva gehören in erster Linie Arzneien gegen Allergien, so genannte Antihistaminika, aber auch Beruhigungs- und Schlafmittel sowie Medikamente, die Kortison enthalten. Wer regelmäßig Medikamente einnimmt, sollte dies dem Arzt unbedingt mitteilen.

Ablauf des Prick-Tests: 15 bis 20 Allergene auf einmal auf dem Prüfstand

Einem Prick-Test geht immer ein Gespräch mit dem Arzt voraus, in dem dieser sich über Art und Umstände der allergischen Beschwerden erkundigt. Dieses Anamnese-Gespräch, so der Fachbegriff, hilft ihm später bei der Beurteilung des Test-Ergebnisses. Dann beginnt der eigentliche Provokationstest. Dazu werden 15 bis 20 verschiedenen allergenhaltige Lösungen entlang der Innenseite des Unterarms aufgetropft. Begonnen wird dabei meist mit Testlösungen der häufigsten Allergieauslöser. Zusätzlich wird zur Kontrolle immer auch eine histaminhaltige Flüssigkeit aufgetropft, die immer eine Hautreaktion auslösen sollte, sowie eine Kochsalzlösung, auf die keine Reaktion zu erwarten ist. Dann ritzt der Arzt oder die Arzthelferin  mit einer dünnen Lanzette oder Nadel die Haut leicht ein, so dass die Tropfen mit den unterschiedlichen Lösungen in die Haut eindringen können. Daher hat der Test auch seinen Namen: Das englisch Verb "prick" heißt so viel wie stechen oder piksen.

Quaddeln, Rötungen und Juckreiz deuten auf Allergie hin

Liegt eine Allergie gegen eine oder mehrere der getesteten Substanzen vor, entstehen an den entsprechenden Hautstellen Rötungen, Quaddeln und Juckreiz. Nach 15 bis 30 Minuten kann der Test ausgewertet werden. Dazu überprüft der Arzt, welche Lösungen Testreaktionen an einzelnen Hautstellen ausgelöst haben, und misst auch den Durchmesser der Quaddeln und Rötungen, der Rückschlüsse auf die Stärke der allergischen Reaktion erlaubt. In einem Testprotokoll hält der Arzt die Ergerbnisse fest, gegebenenfalls werden sie auch im Allergiepass vermerkt.

Keine abschließende Diagnose allein durch Prick-Test

Ist keine Hautreaktion auf die allergenhaltigen Lösungen zu beobachten, kann  eine Überempfindlichkeit gegen diese Stoffe weitgehend ausgeschlossen werden. Eine positive Reaktion auf eine aufgetragene Lösung bedeutet aber nicht unbedingt, dass eine Allergie gegen die darin enthaltene Substanz vorliegt. Sie kann zum Beispiel auch auf eine Hautreizung zurückzuführen sein. Daher erlaubt der Prick-Test alleine in der Regel keine abschließende Diagnose. Erst im Kontext mit dem Anamnesegespräch und möglicherweise weiterführenden Tests wird der Arzt zu einer Diagnosestellung kommen.

Beim Prick-Test sollte ein Arzt dabei sein

Der Prick-Test ist eine einfache, kaum schmerzhafte und weitgehend ungefährliche Diagnosemethode bei allergischen Reaktionen. Da die Testperson durch die standardisierten Lösungen nur sehr geringen Mengen der Allergene ausgesetzt ist, sind schwere allergische Reaktionen wie Atemnot, Schwindel, Erbrechen oder gar ein anaphylaktischer Schock sehr selten, aber nicht völlig auszuschließen, vor allem, wenn nicht mit Standard-Lösungen gearbeitet wird. Aus diesem Grund sollte ein Prick-Test nur in Anwesenheit eines Arztes vorgenommen werden, der notfalls sofort einschreiten kann.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 28. Januar 2016
Durch: es

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