Untersuchung des oberen Verdauungstrakts

Magenspiegelung (Gastroskopie)

Die Magenspiegelung (Gastroskopie) ist ein endoskopisches Diagnoseverfahren, das die Betrachtung der Speiseröhre, des Magens und Zwölffingerdarms ermöglicht.

Magenspiegelung (Gastroskopie)
Magenkrebs gehört zu den Erkrankungen, die sich durch eine Gastroskopie diagnostizieren lassen.
Getty Images/iStockphoto

Die Magenspiegelung oder Gastroskopie ist eine Methode zur Untersuchung des oberen Verdauungstraktes. Dabei betrachtet und untersucht der Arzt mit einem speziellen Sichtgerät, dem Gastroendoskop (oder Gastroskop), Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm. Die Magenspiegelung ist eine Form der Endoskopie.

Vor einer Magenspiegelung wird der Betroffene über den genauen Ablauf der Untersuchung aufgeklärt. Eine Magenspiegelung dauert etwa zehn Minuten und kann ambulant in einer Praxis durchgeführt werden. Der Patient liegt dabei in Seitenlage.

Soll eine Magenspiegelung durchgeführt werden, muss der Patient nüchtern zum Termin erscheinen. Mindestens sechs Stunden vorher darf man nichts mehr essen und trinken.

Ablauf: Endoskop muss geschluckt werden

Damit Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm betrachtet und untersucht werden können, muss der Betroffene das Gastroendoskop schlucken. Dabei handelt es sich um einen langen, biegsamen Schlauch mit mehreren Kanälen, an dessen Ende sich eine Optik befindet. Durch den Schlauch können weitere Instrumente, zum Beispiel zur Entnahme von Gewebeproben geführt werden. Trotzdem sind moderne Gastroskope heute vom Durchmesser her kaum größer als ein Zentimeter.

Das Schlucken empfinden viele als unangenehm. Je häufiger eine Magenspiegelung durchgeführt wird, desto einfacher kann das Herunterschlucken des Untersuchungsgeräts beim Betroffenen funktionieren.

Handelt es sich jedoch um die erste Untersuchung dieser Art, erhält der Betroffene ein Medikament, das den Rachenraum betäubt und den Würgereiz abstellt. Bei Bedarf wird zusätzlich ein Beruhigungsmittel verabreicht, auf Wunsch auch eine leichte Narkose, die den Patienten in einen kurzen Dämmerschlaf versetzt. Zwischen den Zähnen wird ein Ring als Beißschutz platziert. Anschließend schluckt der Betroffene den Schlauch hinunter.

Spiegelung ist nicht schmerzhaft, aber unangenehm

Bei der Magenspiegelung muss nicht mit Schmerzen gerechnet werden, da die zu untersuchenden Bereiche des Verdauungstraktes nicht schmerzempfindlich sind. Das Schlucken des Schlauchs kann allerdings als unangenehm empfunden werden oder Ängste auslösen. Eine Pflegefachkraft assistiert dem Arzt und beruhigt den Betroffenen - falls notwendig - während der Untersuchung.

Über das Sichtgerät kann der Arzt die Schleimhaut betrachten und untersuchen. Es lassen sich Veränderungen wie Reizungen, Entzündungen oder Geschwüre ausmachen. Das Gastroendoskop ist mit zusätzlichen Miniatirinstrumenten ausgestattet. Bei bei Bedarf können so Proben des kranken Gewebes entnommen, Polypen abgetragen, Blutungen gestillt, Fremdkörper entfernt und Medikamente eingeführt werden.

Anwendungsbereiche für die Magenspiegelung

Die Untersuchung wird durchgeführt, wenn der Betroffene längere Zeit über unklare Schluckstörungen , Sodbrennen oder Oberbauchschmerzen klagt. Auch beim Verdacht auf Entzündungen der Magenschleimhaut (Gastritis), Geschwüre oder Krebserkrankungen im Magen oder im Zwölffingerdarm wird zum Endoskop gegriffen.

Nur selten kommt es zu Komplikationen

Bei allen endoskopischen Untersuchungen kommt es nur selten zu Komplikationen. Als Folge der Magenspiegelung können jedoch Herz-Kreislauf-Beschwerden auftreten. Daneben kann es in Extremfällen zu Verletzungen der Speiseröhre oder der Magenwand kommen. Nach dem Eingriff kann der Rachen gereizt sein und sich Heiserkeit bemerkbar machen.

Bei länger andauernden Beschwerden wie Schmerzen im Bauch oder Sodbrennen kann alternativ zur Magenspiegelung auch eine Ultraschall-Untersuchung durchgeführt werden. Auch Untersuchungen von Blut und Stuhl können einem Arzt Aufschluss über mögliche Erkrankungen geben.

Die wichtigsten Untersuchungen beim Arzt

Autor:
Letzte Aktualisierung: 08. Januar 2016
Durch: es
Quellen: Knipfer E. et al. (Hrsg.): Klinikleitfaden Intensivpflege. Urban und Fischer bei Elsevier, München 2008 Online-Informationen der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. Berlin: www.krebsgesellschaft.de (Stand: 08. April 2009)

Meistgeklickt zum Thema
Entzündungswerte im Blut
Blutwerte

CRP, Blutsenkung, Leukozyten: Was sagen hohe Werte aus und wo liegen ihre Grenzen? mehr...

Erhöhte Leberwerte
Blutwerte

Ab wann sind erhöhte Leberwerte gefährlich und welche Krankheiten können dahinterstecken? mehr...

Zungendiagnose: Symptome und Warnzeichen im Mund
Brennen, Flecken und Belag

Erkältung, Vitaminmangel oder Scharlach? Belag und Farbe der Zunge zeigen, wie gesund Sie sind. mehr...

Fragen Sie unsere Experten!

Kostenlos. 24 Stunden täglich. Unsere Gesundheitsexperten beantworten Ihre Fragen.

mehr lesen...
Stichwortsuche in den Fragen und Antworten unserer Community

Durchstöbern Sie anhand der für Sie interessanten Begriffe die Beiträge und Foren in der Lifeline-Community.

Untersuchungen
  • DiagnoseDas macht der Arzt

    Wir erklären Ihnen medizinische Verfahren einfach und verständlich. Damit Sie Bescheid wissen, was der Doktor mit Ihnen vorhat. mehr...

Newsletter-Leser wissen mehr

Der kostenlose Gesundheits-Newsletter

Hier bestellen...

Zum Seitenanfang