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Natrium

Natrium ist für den Organismus lebenswichtig – es reguliert den Wasserhaushalt im Körper. Wie sich ein Zuviel an Natrium oder ein Mangel auswirken und wann der Laborwert bestimmt wird, lesen Sie hier.

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Für den Organismus ist der Natriumgehalt sehr entscheidend. Zu viel oder zu wenig von dem Elektrolyt führt zu Störungen wichtiger Körperfunktionen.

Natrium ist ein lebenswichtiger Mineralstoff. Es gehört zur Gruppe der Alkalimetalle, im Organismus kommt es wie alle anderen Elektrolyte in gelöster Form als Natrium-Ionen vor.

Natrium ist dabei positiv geladen, die Abkürzung ist Na+. Natrium ist der wesentliche Bestandteil der extrazellulären Flüssigkeit, also der Flüssigkeit, die sich zwischen und außerhalb der Zellen befindet – im Blut und im Lymphsystem.

Natrium entscheidet über Wasserhaushalt mit

Natrium spielt für den Wasserhaushalt des Körpers eine große Rolle. Das Elektrolyt zieht Wasser gewissermaßen an – die Natriumkonzentration im Körper steuert so den Wassergehalt des Gewebes. Der Prozess wird im Wesentlichen durch die Nieren und einige Hormone reguliert.

Befindet sich zu viel Natrium im Organismus, hält die Niere Wasser zurück, um das Natrium zu verdünnen. Besteht dagegen ein Natriummangel, wird mehr Wasser ausgeschieden und somit das verbleibende Natrium im Körper konzentriert.

Bei eingeschränkter Nierenfunktion kann dieser Regelkreis gestört sein. Der Arzt kann dies an einem veränderten Natriumwert des Bluts ablesen.

Natrium ist zudem, zusammen mit seinem Gegenspieler Kalium, essentiell für die elektrische Erregbarkeit der Zellen. Die positiv geladenen Ionen bauen zwischen Zellinnerem und Zelläußerem eine elektrische Ladung auf, wodurch Impulse zwischen Nerven- und Muskelzellen weitergegeben werden können.

Natriumbedarf und erhöhte Natriumaufnahme

Der Mensch hat etwa 100 Gramm Natrium im Körper, davon entfallen knapp 70 Prozent auf gelöstes Natriumchlorid (NaCl) und etwa 30 Prozent auf Natriumhydrogenkarbonat (NaHCO3, alternative Bezeichnung: Natron). Letzteres ist für den Säure-Basen-Haushalt, also einen stabilen ph-Wert des Bluts wichtig und ist zudem an der Bildung der Verdauungssäuren im Magen beteiligt.

Natrium nehmen wir vorwiegend über die Nahrung auf. Der Mindest-Tagesbedarf an Natrium liegt bei 550 Milligramm. Die tatsächliche Natriumzufuhr ist jedoch, bedingt durch den hohen Salzkonsum, viel höher. Ausgeschieden wird Natrium vor allem durch die Nieren über den Urin, nur ein kleiner Teil über den Darm. Auch über den Schweiß verliert der Körper Natrium.

Verstecktes Salz im Essen kann Nierenkranken, aber auch Bluthochdruckpatienten gefährlich werden. Es verbirgt sich zum Beispiel in vielen Fertigprodukten.

Zehn fiese Salzfallen

 

Wann wird das Natrium im Blut bestimmt?

Der Natriumwert wird oft routinemäßig bestimmt, um einen Überblick über den Elektrolythaushalt des Körpers zu erhalten. Bei starkem Wasserverlust und Dehydration (Austrocknung) des Körpers kann der Natriumwert Informationen über das Ausmaß des Wasserverlusts liefern. Auch bei Verdacht auf Störungen des Säure-Basen-Haushalts ist der Natriumspiegel ein aussagekräftiger Blutwert.

Zur Diagnose und Therapiekontrolle wird Natrium bestimmt bei:

  • Funktionsstörungen der Niere (Niereninsuffizienz)
  • Herzschwäche (Herzinsuffizienz)
  • Bluthochdruck
  • Wassereinlagerungen (Ödeme)
  • Einnahme von wasser- oder harntreibenden Medikamenten

Der Natriumwert wird dabei meist im Blutserum bestimmt. Möglich sind auch Messungen im 24-Stunden-Urin.

Wann ist der Natriumwert im normalen Bereich?

Der Natriumspiegel im Blut darf nur in einem sehr engen Bereich schwanken. Zu viel oder zu wenig von dem Elektrolyt führt zu Störungen wichtiger Funktionen. Der Normalwert liegt zwischen 135 und 145 mmol/l (Millimol pro Liter).

Zu beachten ist, dass Labore  aufgrund unterschiedlicher Analysemethoden sehr oft eigene Referenzwerte angeben, die von den hier beschriebenen Normalwerten abweichen können. Diese Referenzwert muss bei der Interpretation der Blutwerte beachtet werden.

Ursachen eines zu hohen Natriumwerts

Vor allem zu wenig Wasser im Körper führt zu einem Anstieg der Natriumkonzentration im Blut, der medizinische Fachausdruck ist Hypernatriämie. Ursachen dafür können sein:

  • starkes Schwitzen
  • Fieber
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Dehydration (bei Hitze)
  • ungenügende Flüssigkeitsaufnahme und vermindertes Durstgefühl (zum Beispiel bei alten Menschen, Kleinkindern, bewusstlosen Patienten, Menschen mit Kopfverletzungen)
  • zu hohe Wasserausscheidungen der Nieren (zum Beispiel bei Diabetes insipidus, aber auch durch Einnahme von harntreibenden Medikamenten)

Über die Nahrung nehmen wir zwar in der Regel zu viel Natrium auf, jedoch führt das Salz in Lebensmitteln allein nicht zu erhöhten Natriumwerten. Diese werden beim gesunden Menschen über erhöhte Flüssigkeitsaufnahme und Natriumausscheidungen über die Niere ausgeglichen. Patienten, die an Nierenerkrankungen leiden, sollten jedoch auf salzarme Kost achten.

Zu hohe Natriumwerte äußern sich durch Unruhe und Erregbarkeit, es können Krämpfe und Bewusstlosigkeit auftreten.

Ursachen und Symptome eines zu niedrigen Natriumwerts

Wenn wir mehr Wasser aufnehmen, als die Ausscheidungskapazität des Körpers beträgt, wird das im Körper vorhandene Natrium "verdünnt", der Natriumspiegel sinkt. Medizinisch nennt man diesen Zustand Hyponatriämie.

Niedrige Natriumwerte treten auf bei:

Erbrechen und Durchfall können ebenso für ein Sinken des Natriumwerts verantwortlich sein.

Hyponatriämie macht sich durch Abgeschlagenheit, Schwäche und mangelnde Leistungsfähigkeit bemerkbar.

Blutbild: Wichtige Werte und was sie bedeuten

Autor:
Letzte Aktualisierung: 11. Dezember 2015
Durch: es

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