Verlauf einer Depression

So unterschiedlich wie die Betroffenen selbst

Mehr als bei jeder anderen Krankheit hängt der Verlauf einer Depression von den Betroffenen ab. Dennoch lassen sich drei grobe Formen erkennen, die wiederum in einzelne Phasen gegliedert sind. Einfühlsames und aufmerksames Verhalten ist in jeder der Phasen entscheidend für eine positive Entwicklung.

Depressionen lassen sich als lang anhaltende Verlust-, Kränkungs- und Trotzreaktionen verstehen, bei denen die Gedanken um Enttäuschung, Wut und Trauer kreisen. Depressive beklagen meist einen Mangel – oft in Form fehlender Zuwendung und mangelnder Wertschätzung. Dieser kann von Familienangehörigen und Therapeuten zwar nicht nachträglich in Form einer „Wiedergutmachung" ausgeglichen werden. Verständnisvolles, einfühlsames sowie aufmerksames Verhalten, Akzeptanz und ein gutes soziales Klima sind für den Verlauf dennoch mitentscheidend.

Anzeige

Jede Depression verläuft anders...

So unterschiedlich wie die Betroffenen ist auch der Verlauf einer Depression. Es ist lediglich eine grobe Unterteilung in drei Verlaufsarten möglich:


  • Einfacher Verlauf: Die Depression tritt einmalig im Leben eines Menschen auf. Und erstreckt sich über einen Zeitraum von mehreren Monaten.

  • Rezidivierender Verlauf: Es treten mehrere Episoden von Depressionen im Laufe des Lebens auf. Sie werden unterbrochen von teilweise langen, symptomfreien Zeiten.

  • Chronischer Verlauf: Wenige Menschen leiden unter einer chronischen Depression. Sie wird auch als Dysthymie bezeichnet. Dabei handelt es sich um einen eher leichten, aber dafür dauerhaften depressiven Stimmungszustand.

...und hat bestimmte Phasen

Jeder Verlauf lässt sich in einzelne Phasen einteilen, die nicht unbedingt aufeinander folgen müssen:


  • Besserung: Kurze Zeitstrecke der vollständigen oder teilweisen Besserung (Remission) einer depressiven Symptomatik.

  • Genesung: Vollständige Remission über einen längeren Zeitraum (je nach Kriterium nach zwei bis sechs Monaten).

  • Rückfall: Wiederauftreten depressiver Symptome während der Remission, bevor die Genesung erreicht und damit die aktuelle depressive Episode abgeschlossen ist.

  • Wiedererkrankung: Auftreten einer neuen depressiven Episode nach der Genesung. Voraussetzung: Die Diagnosekriterien einer Depression sind erfüllt.


Bei dem Versuch, den Verlauf einer affektiven Störung in verschiedene Phasen einzuteilen, geht es allerdings nicht nur darum, eine seelische Erkrankung als Defizit zu betrachten und das medizinisches Modell abzuhandeln. Vielmehr geht es darum, eine störungsspezifische Behandlung zu planen und Voraussagen über die Zukunft zu machen, wie zum Beispiel: Wie groß ist die Chance, wieder an einer depressiven Episode zu erkranken? Wie kann man sich selbst davor schützen?


Quelle: Literatur beim Verfasser
Autor: Springer Medizin
Stand: Mar 12, 2009


Sie lesen gerade:

So unterschiedlich wie die Betroffenen selbst

Seite empfehlen:
A A A
Anzeige
Springer Ratgeber Gesundheit

Gesund werden und bleiben

Ratgeber Pharmazie und Gesundheit 2010

logo_springer_footer_neu

Selbsttest Depression

Sind Sie depressiv?

Sie fühlen sich müde, antriebslos und niedergeschlagen? Der Selbsttest sagt Ihnen, ob sich dahinter mehr als eine schlechte Stimmung verbirgt.

Selbsttest Depression

Ärzte Zeitung - DIE Tageszeitung für die Praxis

Täglich Neue Forschungsergebnisse zum Thema Depression: Vorbeugen, Erkennen, Behandeln.
www.aerztezeitung.de

Umfrage: Gesundheit im Internet

frau_laptop_computer_6051832

Wo geht die Reise hin?

Welche medizinischen Dienste sind für Sie im Internet besonders wichtig? Welches Vertrauen haben Sie in die Onlineangebote? Welche Services möchten Sie noch stärker nutzen?
Diese und weitere Fragen soll jetzt eine wissenschaftliche Studie klären.

Nehmen Sie an der Studie teil!

Lexikon

buch_lexikon_wissen_ratgeber

Wissen von A-Z

Kompaktes Wissen zu über 180 verschiedenen Erkrankungen - im Krankheitenlexikon.

weiter