Diagnose einer bipolaren Depression
Die typischen Merkmale in der Übersicht
Dieser Text dient lediglich dazu, dass Sie sich oder einen Betroffenen besser einschätzen können und bei einem Gespräch mit einem Psychologen oder Psychiater die richtigen Worte finden. Sie können eine bipolare Depression auf keinen Fall selbst diagnostizieren. Suchen Sie bei Verdacht einen Psychologen oder Psychiater auf!
Die hier aufgeführten diagnostischen Kriterien der bipolaren Depression sind nach dem Klassifikationssystem DSM-IV für psychische Krankheiten zusammengestellt. Bei der Diagnose muss der Psychologe oder Arzt Drogenkonsum (vor allem Alkohol, Kokain/Amphetamine, Cannabis, Ecstasy) oder auch bestimmte organische Störungen ausschließen können, da auch sie zu Symptomen einer bipolaren Störung führen können.
Diagnose einer Manie ohne psychotische Symptome
Wenn drei bis vier der folgenden Symptome in ausgeprägtem Maß vorhanden sind, kann eine Manie ohne psychotische Symptome vorliegen:
- Gesteigertes Selbstwertgefühl oder Größenideen.
- Vermindertes Schlafbedürfnis (z.B. nur noch drei Stunden).
- Ungewöhnlich redselig bis unaufhörlich plappernd.
- Ideenflucht oder die subjektive Erfahrung des Gedankenjagens.
- Ablenkbarkeit durch alle Dinge der Umgebung.
- Steigerung zielgerichteter Aktivität oder psychomotorische Unruhe.
- Exzessive Beschäftigung mit angenehmen Aktivitäten, die mit großer Wahrscheinlichkeit unangenehme Konsequenzen haben werden.
Wenn die abnorm veränderte Stimmungslage so schwer ausgeprägt ist, dass sie die berufliche Leistungsfähigkeit deutlich beeinträchtigt, ist das ein weiterer Hinweis auf eine manische Episode.
Diagnose einer Manie mit psychotischen Symptomen
Wenn drei der folgenden Merkmale vorliegen (oder vier, wenn die Stimmung nur gereizt ist) und die persönliche Lebensführung dadurch stark gestört ist, kann eine Manie mit psychotischen Symptomen vorliegen:
- Gesteigerte Aktivität oder motorische Ruhelosigkeit.
- Gesteigerte Gesprächigkeit (Rededrang").
- Ideenflucht oder subjektives Gefühl von Gedankenrasen.
- Verlust normaler sozialer Hemmungen, was zu einem den Umständen unangemessenen Verhalten führt.
- Vermindertes Schlafbedürfnis.
- Überhöhte Selbsteinschätzung oder Größenwahn.
- Ablenkbarkeit oder andauernder Wechsel von Aktivitäten oder Plänen.
- Tollkühnes oder leichtsinniges Verhalten, dessen Risiken die Betroffenen nicht erkennen, z.B. rücksichtsloses Autofahren, verrückte Geschäftsinvestitionen, weit übertriebenen Ausgaben für Großeinkäufe.
- Gesteigerte Libido oder sexuelle Praktiken, die für diese Person ungewöhnlich sind.
Ein weiterer Hinweis auf diese Form der Manie liegt vor, wenn die Episode wenigstens eine Woche dauert und schwer genug ist, um die berufliche und soziale Funktionsfähigkeit mehr oder weniger vollständig zu unterbrechen.
Diagnose einer Hypomanie
Mindestens drei der folgenden Merkmale müssen vorhanden sein und die persönliche Lebensführung beeinträchtigen:
- Gesteigerte Aktivität oder motorische Ruhelosigkeit.
- Gesteigerte Gesprächigkeit.
- Konzentrationsschwierigkeiten oder Ablenkbarkeit.
- Vermindertes Schlafbedürfnis.
- Gesteigerte Libido.
- Übertriebene Einkäufe oder andere Arten von leichtsinnigem oder verantwortungslosem Verhalten.
- Gesteigerte Geselligkeit oder übermäßige Vertraulichkeit.
Einige der genannten Merkmale sollen an mindestens zwei bis vier aufeinander folgenden Tagen deutlich und durchgehend vorhanden sein. Außerdem müssen die gesteigerte Aktivität, Ruhelosigkeit und der häufige Gewichtsverlust von ähnlichen Symptomen bei einer Schilddrüsenüberfunktion und Magersucht unterschieden werden.


