
Verlauf einer bipolaren Depression
Wenn sich ein Hochgefühl zur Manie steigert
Bei einer bipolaren Depression wechseln sich manische mit depressiven Phasen ab. Da oftmals in einer depressiven Phase ein Psychologe oder Arzt aufgesucht wird, wird eine bipolare Depression oft mit einer einfachen Depression verwechselt. Für eine richtige Diagnose ist es daher wichtig zu wissen, welche Symptome und Verhaltensweisen für eine manische Phase typisch sind.
Anmerkung: Dieser Text dient lediglich dazu, dass Sie sich oder einen Betroffenen besser einschätzen können und bei einem Gespräch mit einem Psychologen oder Psychiater die richtigen Worte finden. Sie können eine bipolare Depression auf keinen Fall selbst diagnostizieren.
Die Fachwelt unterscheidet zwischen drei Formen der Manie: der Manie ohne und der Manie mit psychotischen Symptomen sowie der Hypomanie. Alle drei sind geprägt von Hochgefühl, Hyperaktivität und Hemmungslosigkeit. Sie sind also das genaue Gegenteil einer Depression und haben eher einen aktivierenden Charakter, was bei vielen Betroffenen, die zuvor eine Depression durchlebt haben, als angenehm empfunden wird.
Hochgefühle und Bombenstimmung
Unabhängig von der Situation ist die Stimmung während einer Manie gut und kann zwischen sorgloser Heiterkeit und fast unkontrollierbarer Erregung schwanken.
Wenn sich das Selbstvertrauen in dieser Phase zum Größenwahn steigert, dann kann es sich um eine Manie mit psychotischen Symptomen handeln. Die Betroffenen denken, sie hätten einen besonderen Draht zu Gott, zu Stars oder führenden Politikern. Dabei wird die gehobene Stimmung oft durch Irritation und Feindseligkeit unterbrochen. Aus Reizbarkeit und Misstrauen kann sich ein Verfolgungswahn entwickeln.
Hyperaktivität und größte innere Erregung
Die gehobene Stimmung ist verbunden mit vermehrtem Antrieb und führt zu Überaktivität, Rededrang und vermindertem Schlafbedürfnis.
Eine Manie weist psychotische Symptome auf, wenn die Erregung in Aggression oder Gewalttätigkeit mündet. Der Rededrang der Betroffenen steigert sich in einem Maße, dass sie nicht mehr verstanden werden. Sie vernachlässigen die Nahrungsaufnahme und die persönliche Hygiene, was zu einer gefährlichen Unterversorgung und Verwahrlosung führen kann.
Hemmungslosigkeit und Rededrang
Übliche soziale Hemmungen gehen während einer Manie verloren. Die Aufmerksamkeit kann nicht mehr aufrechterhalten werden, stattdessen lassen sich die Betroffenen oft ablenken. Die Selbsteinschätzung ist überhöht, Größenideen oder maßloser Optimismus werden frei geäußert. Man möchte sich möglichst vielen Leuten mitteilen, will allen von den eigenen großartigen Ideen berichten und kann die überflutenden Gedanken gar nicht schnell genug formulieren. Menschen in einer manischen Episode wirken leicht ungehobelt, geschwätzig und eingebildet.
Betroffene mit psychotischen Symptomen leiden derartig an Realitätsverlust, dass sie meinen, von einem Gebäude fliegen" zu können oder aus einem fahrenden Auto zu steigen, ohne das ihnen etwas passiert.
Hypomanie die Manie light
Eine Hypomanie ist sozusagen die 'Light-Version' der Manie. Im Bereich der Stimmungen und des Aktivititätsniveaus liegt sie etwas unterhalb einer reinen Manie.
Es findet sich eine anhaltende leicht gehobene Stimmung und ein auffallendes Gefühl von Wohlbefinden und körperlicher wie seelischer Leistungsfähigkeit. Reizbarkeit, Selbstüberschätzung und flegelhaftes Verhalten können anstelle der Euphorie treten.
Gesteigerte Geselligkeit, Gesprächigkeit und Aktivität, übermäßige Vertraulichkeit, erhöhter Antrieb, vermindertes Schlafbedürfnis und gesteigerte Libido sind häufig vorhanden, aber nicht in dem Ausmaß, dass sie zu einem Abbruch der Berufstätigkeit oder zu sozialer Ablehnung führen. Konzentration und Aufmerksamkeit können beeinträchtigt sein und damit auch die Fähigkeit, sich der Arbeit zu widmen, sich zu entspannen und zu erholen.
Interesse an ganz neuen Unternehmungen und Aktivitäten oder etwas übertriebene Geldausgaben sind Zeichen der Hypomanie. Halluzinationen oder Wahn sind nicht vorhanden.





