
Burnout-Syndrom
Engagement auf Arbeit ist nicht alles
Jeder vierte deutsche Arbeitnehmer leidet unter Stress. Bei 15% aller Berufstätigen mündet dieser Stress mindestens einmal im Leben in ein Burnout-Syndrom. Doch im Gegensatz zur Depression ist Burnout keine Krankheit. Wer rechtzeitig auf sich und seine Bedürfnisse achtet, kann sich schützen.
Wer kennt nicht das Gefühl, am Rande seiner Möglichkeiten zu sein? Stress auf Arbeit, Überstunden und in der wenigen Zeit, die noch verbleibt, fordern Familie oder Freunde die volle Aufmerksamkeit. Alles kein Problem: Wenn die Anforderungen auch den eigenen Bedürfnissen entsprechen, dann wird Stress durchaus als positiv erlebt und kann sogar zu einem so genannten Flow-Erlebnis führen.
Ganz anders sieht es beim Burnout aus, wie Frank Meyer, Leitender Psychologe der Christoph-Dornier-Klinik für Psychotherapie in Münster, erklärt: In seiner Symptomatik ähnelt das Burnout-Syndrom einer Depression, eine Krankheit ist es aber nicht. Es ist zunächst ein deutlicher Hinweis darauf, dass die Betroffenen an ihre Belastungsgrenzen gestoßen sind. Sie fühlen sich erschöpft und gehen innerlich auf Distanz. In Folge dessen lässt die Leistung nach."
Burnout trifft somit vor allem Menschen, die viel Energie investieren und hohe Erwartungen an ihre Arbeit und Leistungsfähigkeit haben, ohne auf ihre eigenen Bedürfnisse zu achten. Wenn Anerkennung und Erfolg nicht den eigenen Erwartungen entsprechen und man den eigenen Ansprüchen nicht genügt, dann stellt sich negativer Stress ein. Übersteigt dieser Stress die eigenen Ressourcen, besteht die Gefahr eines Burnouts.
Aus diesem Grund rät der Psychologe den Blick auf individuelle Bedürfnisse und Stärken zu richten ganz nach dem Motto Was brauche ich und was kann ich?". Untersuchungen zufolge ist es in der Tat so, dass der Rückgriff auf interne Ressourcen besser vor einem Burnout schützt, als der Blick auf externe Ressourcen, z.B. Geld. Es lohnt sich also, einfach mal innezuhalten, wenn einem alles über den Kopf zu wachsen droht.
Wenn Symptome wie Leistungsabfall, Gefühllosigkeit und Kontaktvermeidung anhalten, dann hat sich aus dem Burnout unter Umständen eine Depression entwickelt. Jetzt ist professionelle Hilfe gefragt.





