Doppelleben im Verborgenen
Männer - Anders depressiv als Frauen
Auch wenn die Statistiken etwas anderes vermuten lassen, gehen Experten davon aus, dass Männer genauso häufig an Depressionen erkranken wie Frauen. Aufgrund einer traditionell geprägten Geschlechtsrollenidentität verfolgen sie jedoch andere Bewältigungsstrategien, die eine Diagnose erschweren.
Der Mann das starke Geschlecht" von diesem Bild sind noch immer viele Männer geprägt. So ziehen sich depressive Männer innerlich eher zurück, um den Schein des starken Mannes nach außen zu wahren. Das erschwert eine richtige Diagnose.
Die Ergebnisse einer amerikanischen Studie lassen verschiedene Eigenschaften erkennen, die typisch sind für eine männliche Depression. Danach
- haben depressive Männer eine sehr rigide und traditionell geprägte Geschlechtsrollenidentität;
- erstreben depressive Männer die Wertschätzung anderer, indem sie optimal funktionieren und es anderen recht machen wollen;
- fühlen sich depressive Männer anderen Menschen wenig verbunden besonders Männern;
- leiden depressive Männer unter dem Gefühl, ihr Leben nicht mehr unter Kontrolle zu haben und nur noch über wenige Wahlmöglichkeiten zu verfügen;
- fällt es depressiven Männern angesichts des Stereotyps vom starken, erfolgreichen und coolen Allround-Manager schwer, ihre Hilflosigkeit sich selbst und anderen einzugestehen;
- haben die meisten depressiven Männer immer tadellos funktioniert und die Erwartungen anderer perfekt erfüllt. Den Wunsch nach Unterstützung oder das Bedürfnis sich mitzuteilen betrachten sie als Zeichen von Schwäche, mit der Folge, dass sie letztlich ein Doppelleben führen, bei dem der verletzte Teil immer im Verborgenen bleibt.
Viele Männer greifen auch zum Alkohol. Gehen sie dann zum Arzt, wird häufig lediglich der Alkoholismus behandelt, anstatt die zugrunde liegende Depression.


