Studie

Kleine Süßmäuler häufiger depressiv

Kinder, denen es nicht süß genug sein kann, haben scheinbar ein höheres Risiko, in der Zukunft eine Depression oder auch Alkoholprobleme zu entwickeln.

Gegenüber der BBC äußerten die Studienautoren, dass ein sehr süßer Geschmack einen ähnlichen Einfluss auf das Belohnungssystem zeigt wie Alkohol. Ältere Studien hatten bereits gezeigt, dass Alkoholiker auffällig häufig sehr süß essen. Ein entsprechender Zusammenhang bei Kindern war bisher nicht bekannt. Für ihre Studie untersuchten die Forscher vom Monell Chemical Senses Center in Philadelphia Kinder im Alter zwischen 5 und 12 Jahren, wobei die Hälfte der Kinder aus Familien mit Alkoholproblemen kam. In einem Versuch galt es, unterschiedlich stark gezuckerte Getränke zu trinken und zu bewerten. Die Kinder beantworteten außerdem Fragen, die Aufschluss über depressive Symptome gaben. Ein Viertel der befragten Jungen und Mädchen zeigte Symptome, die auf eine Depression hindeuteten.

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Fast jedes Kind nascht gern. Jungen und Mädchen, die jedoch überhaupt nicht mehr von extrem zuckrigen Speisen lassen können, haben womöglich keine süße Zukunft vor sich. Denn ein US-Forscherteam will einen Zusammenhang zwischen besonders intensiver Naschsucht und Alkoholproblemen sowie depressiven Symptomen ausgemacht haben. Noch konnten die Forscher jedoch nicht aufklären, ob die Vorliebe für Süßes die Gehirnchemie beeinflusst oder andersherum.

Das Getränk mit dem höchsten Zuckeranteil von stolzen 24 Prozent kam am besten bei Kindern mit depressiven Symptomen und alkoholabhängigen Familienmitgliedern an. Die übrigen Kinder bevorzugten ein Getränk mit einem Drittel weniger Zucker. Professor Tim Jacob von der Cardiff Universität erläutert in einem Interview der Nachrichtenagentur BBC, dass die unterschiedlichen Geschmacksvorlieben auf die Gehirnchemie zurückgeführt werden könnten. Womöglich jedoch hängen sie auch schlichtweg mit der Erziehung und Prägung der Kinder durch die Eltern zusammen. Weitere Studien sollen diesen Sachverhalt abklären.


Quelle: Nach Informationen des Fachjournals Addiction und BBC News
Autor: Sibylle Fünfstück
Stand: Feb 10, 2010


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