Wochenbettdepression
Mehrlingsgeburten können Wochenbettdepressionen begünstigen
Britische Forscher fanden heraus, dass Frauen, die eine Geburt von Mehrlingen erwarten, ein höheres Risiko für depressive Störungen nach der Entbindung haben.
Mehrlingsgeburten sind immer auch Risikogeburten. Sie können mit einer Gesundheitsgefährdung für Mutter und Kind, so etwa Fehl- und Frühgeburten sowie verstärkten Schwangerschaftsbeschwerden einhergehen. Doch auch um die mentale Gesundheit der frischgebackenen Mutter ist es nicht immer gut bestellt. Zu diesem Ergebnis kamen Dr. Yoonjoung Choi und sein Team von der John Hopkins Universität in Boston nach Auswertung einer Studie, bei der die psychische Verfassung von Müttern nach Mehrlingsgeburten untersucht wurde.
Die Forscher konnten beobachten, dass Mütter von Mehrlingsgeburten im Vergleich zu Müttern, die nur ein Kind zur Welt brachten, ein um 43 Prozent erhöhtes Risiko für Wochenbettdepressionen in den Monaten nach der Entbindung hatten. Ausgewertet wurden die Daten von 8069 Teilnehmerinnen der ?Early Childhood Longitudinal Study, in der all jene Geburten einflossen, die sich im Jahr 2001 ereignet hatten. Die Teilnehmerinnen wurden neun Monate nach der Entbindung mit Hilfe von Fragebögen zu Symptomen befragt, die typisch für eine Depression sind.
Es zeigte sich, dass 16 Prozent der Mütter mit nur einem Nachwuchs an depressiven Symptomen litten. Bei Müttern mit mehreren Kindern waren 19 Prozent von Wochenbettdepressionen betroffen. Das Risiko für Depressionen nach der Entbindung war bei Müttern mit Mehrlingsgeburten verglichen mit Frauen, die nur ein Kind bekamen, um 43 Prozent erhöht. Es zeigte sich außerdem, dass nur 27 Prozent der betroffenen Frauen mit psychischen Problemen professionelle Hilfe in Anspruch genommen hatte.
Die Autoren der Studie raten Ärzten angesichts der niedrigen Zahlen von Frauen, die sich im Falle einer Wochenbettdepression in ärztliche Behandlung begeben, zu mehr Aufmerksamkeit. Weiterhin könnte eine engmaschigere Betreuung von Mehrlingsschwangerschaften die Aufklärung der Mütter zum Thema depressive Erkrankungen verbessern. Nicht geklärt werden konnte im Zuge der Studie, weshalb genau Mütter von Mehrlingsschwangerschaften nach der Entbindung häufiger von Depressionen betroffen sind. Die gesteigerte Stressbelastung, die mit einer höheren Kinderzahl einhergehen kann, könnte eine Erklärung sein.


