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Medikamentöse Therapie der Depression

Antidepressiva können vielseitig helfen

Je nach Dauer und Intensität der Depression erfolgt eine medikamentöse Therapie mit Antidepressiva. Dafür stehen eine Vielzahl von Medikamenten zur Verfügung, die gezielt eingesetzt werden: Sie können in akuten Krisen helfen, einen stabilen Zustand erhalten oder Betroffene vor einem Rückfall bewahren.

Bei leichten Depressionen stehen psychotherapeutische Maßnahmen im Vordergrund der Therapie. Die Entwicklung von Strategien zur Problemlösung oder spezifische Kurzzeit-Psychotherapie können genügen, einen stabilen Zustand wieder herzustellen. Die Tatsache, dass die Symptome einer leichten Depression als Reaktion auf Umgebungsfaktoren erscheinen, schließt eine Medikation jedoch nicht per se aus. Leichte Depressionen sind eine Domäne der Johanniskrautpräparate.

Bei mittelschweren bis schweren Depressionen sieht es hingegen anders aus. Hier gilt die ergänzende Behandlung mit Antidepressiva inzwischen als wirksames Heilverfahren. Nach Ansicht zahlreicher Experten ist sie sogar unverzichtbar, um Patient und Arzt in die Lage zu versetzen, psychische, zwischenmenschliche und soziale Belastungen zu bearbeiten.

Medikamente in akuten Krisen

Ziel der Akuttherapie ist es, depressive Symptome zu mildern. Üblicherweise wird mit einer „Einschleichphase" begonnen: Das Präparat wird einige Tage in halber Dosierung (z.B. 1/2 Tablette) genommen, bevor auf die volle Dosierung (z.B. 1 Tablette) umgestiegen wird. Die Akuttherapie dauert in der Regel acht bis zwölf Wochen. Bessern sich die Symptome nach drei bis vier Wochen nicht, sollte ein anderes Präparat versucht werden.

Wer zu früh sein Antidepressivum absetzt, erschwert die komplette Heilung und fördert Rückfälle. Wenn die Behandlung sofort beendet wird, sobald es dem Patienten besser zu gehen scheint, tritt die Depression in etwa 50 Prozent der Fälle wieder auf. Deshalb ist nach der offensichtlichen Erholung von der depressiven Phase eine so genannte Erhaltungstherapie notwendig.

Stabilisierung durch Medikamente

Je länger eine Depression besteht, desto höher ist die Rezidivgefahr. Eine Reihe von Studien hat gezeigt, dass die Fortsetzung der Behandlung nach der Genesung das Risiko für einen Rückfall reduziert. Demzufolge geben aktuelle Richtlinien die Empfehlung, die Behandlung mit Antidepressiva in unveränderter Dosis für mindestens vier bis sechs Monate, eventuell zwölf Monate fortzuführen, bevor mit dem langsamen „Ausschleichen" begonnen wird. Das Risiko für einen Rückfall scheint bei drohendem oder chronischem Stress zu steigen. In solchen Fällen wird eine längere Behandlungsdauer erforderlich sein.

Mit Medikamenten einer weiteren Depression vorbeugen

Grundsätzlich können depressive Symptome wiederkehren. Eine vorbeugende Behandlung (Verlinkung) kann deshalb sehr wichtig sein. Eine nachhaltige Heilung hängt aber auch von der Persönlichkeitsstruktur des Betroffenen ab. Bei vielen ist die Depression eine chronische Erkrankung. Die Jahre – nicht selten das weitere Leben – andauernde Prophylaxe wird daher zum Schutz vor dem Wiederauftreten depressiver Phasen gegeben. Sie wird nicht universell allen Patienten empfohlen, sondern bleibt jenen mit großem familiären Risiko für Rezidive bzw. hohem suizidalen Risiko vorbehalten. Ebenso sollte sie bei Patienten eingeleitet werden, die bereits drei (schwere) depressive Episoden durchgemacht haben oder in den vergangenen fünf Jahren zwei (schwere) Episoden durchgemacht haben. Die antidepressive Therapie ist mehr als die bloße Einnahme von Arzneimitteln. Die Wirksamkeit und der damit verbundene Behandlungsfortschritt müssen regelmäßig vom Facharzt überprüft werden.


Quelle: Literatur beim Verfasser
Autor: Springer Medizin
Stand: Feb 6, 2008


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