Volkskrankheit Depression
Ehrgeizige Ziele für 2007
Das im letzten Jahr beschlossene Gesundheitsziel Depression gibt den Weg für die Versorgung in 2007 vor: Depressive Erkrankungen sollen verhindert, früh erkannt und nachhaltig behandelt werden. Beispielhafte Modelle der integrierten Versorgung wie das in Aachen dienen als Vorbild für die weitere Umsetzung dieser Ziele.
Depressive Erkrankungen zählen zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. Nach Schätzungen der WHO werden Depressionen im Jahr 2020 in der westlichen Welt die häufigste Volkskrankheit sein.
Neues Nationales Gesundheitsziel Depression
In den letzte Jahren wurde die Versorgung depressiver Patienten zwar verbessert, dennoch besteht nach wie vor ein erheblicher Handlungsbedarf, insbesondere in der Diagnostik und in der Behandlung. Aber auch die Zusammenarbeit der verschiedenen Versorgungsebenen muss weiter gefördert werden. Als Meilenstein gilt daher, dass in 2006 die Bekämpfung Depressiver Erkrankungen zum nationalen Gesundheitsziel ernannt wurde. Nach Diabetes mellitus Typ II, Brustkrebs, Tabakkonsum, Gesund aufwachsen und Patientensouveränität wurden die depressiven Erkrankungen im vergangenen Jahr als sechstes bundesweites Gesundheitsziel vorgesehen. Damit ist der Weg ein Stückchen weiter geebnet, um die integrierte Versorgung in diesem Bereich weiterzuentwickeln.
Beispielhafte Versorgung in Aachen
Das Integrierte Versorgungsmodell Depression Aachen" gilt als Vorreiter bei der strukturierten Bekämpfung depressiver Störungen. Hier haben sich im vergangenen Jahr erstmals die mit der Versorgung psychisch Kranker betrauten, also Kliniken, Haus- und Nervenärzte, mit den Krankenkassen in einem Modellprojekt zusammengeschlossen. So wird die Betreuung der Patienten intensiviert und besser planbar und auch die Angehörigen werden in die Betreuung mit einbezogen.
Enge Zusammenarbeit im Netzwerk bei der Techniker Krankenkasse
Einen ähnlichen Weg geht die Techniker Krankenkasse (TK) in einigen Regionen in Deutschland. Versicherte, bei denen eine Depression diagnostiziert wurde, können eine neue Versorgungsleistung in Anspruch nehmen. Haus- und Fachärzte arbeiten bei der Betreuung der Patienten eng zusammen egal ob ambulant oder stationär. Um an der integrierten Versorgung teilnehmen zu können, müssen regelmäßig Fortbildungen und Qualitätszirkel besucht werden. Wo es möglich ist, werden die Patienten ambulant betreut, so dass sie in ihrem gewohnten Umfeld bleiben können.
Zahlreiche neue Projekte in 16 Städten
In rund 16 Städten gibt es bereits Projekte zur integrierten Versorgung depressiver Erkrankungen, die durch Verträge mit den verschiedenen Krankenkassen entstanden sind. Die Kooperationsformen sind vielfältig, üblicherweise arbeiten Kliniken mit Haus- und Fachärzten zusammen wie beispielsweise in Hamburg oder Dortmund. Es gibt auch Kooperationen mit Reha-Kliniken oder Tagesstätten, so beispielsweise in Rostock. Eine Übersicht aller Projekte findet sich auf der Webseite der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN): www.dgppn.de. Hier wird auch dargestellt, wie die einzelnen Projekte finanziert werden und mit welcher Krankenkasse der Vertrag zur integrierten Versorgung abgeschlossen wurde.


