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Was können Angehörige tun?

Depressive Menschen brauchen Unterstützung

Bei der Auseinandersetzung mit der Erkrankung Ihres Partners oder Freundes wie auch beim Prozess der Genesung können Sie eine wichtige Rolle spielen. Sie sollten sich jedoch bewusst machen, dass der Behandlungs- und Heilungsprozess Zeit braucht - eine Gesundung kann nicht von heute auf morgen stattfinden. Daher ist es wichtig, Geduld aufzubringen.

Ein depressiver Mensch braucht Zuwendung, er darf aber nicht bedrängt werden. Ziehen Sie sich deshalb nicht vom Betroffenen zurück, reden Sie nach wie vor offen miteinander. Eine gute und vertrauensvolle Beziehung aufrecht zu erhalten, ist gerade in einer solchen Krisenphase von wesentlicher Bedeutung.

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Wie Sie helfen können

Wenn ein Mensch, der Ihnen nahe steht, an einer Depression erkrankt ist, können Sie ihn in vielerlei Hinsicht unterstützen und ihm in seiner Auseinandersetzung mit der Depression beistehen:


  • Depressiven Menschen fällt es schwer, sich zu etwas aufzuraffen. Helfen Sie Ihrem Partner oder Angehörigen dabei, den Tagesablauf zu strukturieren und eine gewisse Orientierung in den Alltag zu bringen.

  • Unterstützen Sie Ihren Partner oder Freund ganz konkret im Alltag – helfen Sie ihm zum Beispiel bei Aktivitäten und Verpflichtungen, die er aufgrund der Erkrankung momentan nicht allein übernehmen kann oder begleiten Sie ihn zum Besuch beim Arzt oder Therapeuten. Aber vermeiden Sie es, ihn zu bevormunden oder einzuengen und treffen Sie keine Entscheidungen hinter seinem Rücken.

  • Versuchen Sie, den Betroffenen durch kleinere Unternehmungen, z.B. durch Spaziergänge, zu aktivieren.

  • Bestärken Sie ihn in allem Positiven, das er tut oder sagt. Greifen Sie hierfür alle nicht depressiven Verhaltensweisen und Äußerungen auf.

  • Verzichten Sie auf Vorwürfe oder Ratschläge wie „Stell dich nicht so an!", „Du musst dich nur bemühen!" oder „Ist doch alles halb so schlimm".

  • Bleibt eine Depression unbehandelt, so kann sie chronisch werden. Scham, einen Arzt oder Therapeuten aufzusuchen, ist verständlich, aber unnötig. Ermutigen Sie daher Ihren Partner oder Freund, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Sprechen Sie mit ihm über die Vorteile, die eine Behandlung mit sich bringt.

  • Versuchen Sie, in dem, was Sie sagen und tun, Verständnis, Mut und Hoffnung zu vermitteln. Ein überzogener Optimismus wirkt jedoch unglaubwürdig.

  • Insbesondere für Freunde gilt: Werden Sie selbst aktiv, wenn es um Unternehmungen und Kontakt geht. Die Depression führt oft dazu, dass der Betroffene nicht die Energie aufbringt, von sich aus anzurufen oder eine gemeinsame Unternehmung vorzuschlagen. Darin drückt sich kein Desinteresse an Ihnen oder der Wunsch, in Ruhe gelassen zu werden, aus. Vielmehr macht es die Depression dem Betroffenen fast unmöglich, sich zu Aktivitäten aufzuraffen und die lähmende Kraftlosigkeit zu überwinden.


Autor: Dipl.-Psych. Matthias Lukasczik
Stand: Aug 6, 2009


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