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Wichtig: Vorsorge!

Vorsorge: Gesunde Ernährung reicht nicht

Allein die Ernährung kann eine Krebserkrankung nicht verhindern. Neben dem Ernährungsverhalten spielen weitere Faktoren wie körperliche Aktivität und allgemeine Lebensführung eine Rolle, sagte Prof. Dr. Hans Konrad Biesalski, Sprecher der Kommission Ernährung und Krebs der Deutschen Krebsgesellschaft in einem Interview gegenüber der Ärztezeitung.

"Es schützt nicht vor Krebs, wenn ich abends vor dem Fernseher sitze und ununterbrochen Karotten kaue, mich aber sonst nicht bewege", so der Experte in dem Interview. Auch die losgelöste Betrachtung einzelner Ernährungsbestandteile in Bezug auf das Krebsrisiko sei falsch. Das Problem müsse ganzheitlich angegangen werden.

Frühere Studien stellten meist nur einseitige Zusammenhänge auf, etwa zwischen einem Faktor im Ernährungsverhalten und dem Risiko auf eine Krebserkrankung. So wurde beispielsweise Menschen, die viel rohes Fleisch gegessen hatten, ein größeres Risiko auf Darmkrebs bescheinigt. Nicht untersucht wurde aber der Sachverhalt, wenn neben dem rohen Fleisch gleichzeitig viel Gemüse gegessen worden war.

Zum Thema Krebsprävention und Ernährung lässt sich nach heutigem Stand der Wissenschaft folgendes sagen:


  • Ein normales Körpergewicht schützt wahrscheinlich vor Krebs. Da eine Ernährung , die reich an frischem Obst und Gemüse ist, zu einem normalen Körpergewicht beiträgt, ist der Verzehr dieser Lebensmittel in jedem Falle zu empfehlen. Die These, der Verzehr von täglich fünf Portionen Obst und Gemüse schütze vor Krebs, ist allerdings für sich genommen nicht haltbar.

  • Anzuraten ist ferner eine möglichst ausgewogene Ernährung. Ausgewogen bedeutet eine energie- und vitaminreiche Mischkost, die ruhig auch Fleisch enthalten kann. Auch Fette in Maßen sind für die meisten Menschen kein Problem.

  • Eine ausgewogene Ernährung allein kann Krebs allerdings nie verhindern. Viel Rauchen, Alkohol trinken und Bewegungslosigkeit erhöhen das Krebsrisiko auch für jene Personen, die sich gesund ernähren. Gesunde Ernährung, Bewegung und eine rundum gesunde Lebensführung sind nur zusammen genommen ein Schutzschild gegen Darmkrebs.

Allgemeine Ernährungstipps abzugeben, sei insgesamt schwierig, äußerte Biesalski. Für die Zukunft könnten möglicherweise differenziertere Betrachtungen hilfreich sein, welche die individuelle genetische Ausstattung eines Menschen berücksichtigten. Man könne dabei nach etwa vier bis acht Genen schauen, die beim Stoffwechsel bestimmter Nahrungsbestandteile wichtig sind. Es wäre dann zu untersuchen, wie sich die Krebsrate bei Menschen mit einer bestimmten genetischen Ausstattung ändert, wenn sie sich in einer bestimmten Weise ernähren.


Quelle: Nach Informationen der Ärztezeitung
Autor: Springer Medizin
Stand: May 2, 2007


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