Darmkrebs-Früherkennung noch besser möglich
Neue Formel zur Vorhersage erblicher Darmkrebs-Tumoren entwickelt
Schottische Krebsforscher haben ein neues Instrument entwickelt, um Patienten mit einem erhöhten Risiko auf das so genannte Lynch-Syndrom noch besser zwischen anderen Darmkrebs-Patienten zu erkennen. Bei dem Syndrom handelt es sich um eine erbliche Darmkrebs-Erkrankung, die für rund 4% aller Darmtumoren von Patienten unter 55 Jahren verantwortlich ist.
Verantwortlich für das Lynch-Syndrom sind bestimmte Gendefekte. Genauer genommen sind es zumeist Fehler in bestimmten DNA-Reparaturgenen, die zu dem unkontrollierten Zellwachstum und damit zu der Krebserkrankung führen. Bei den betroffenen Patienten treten neben mehreren Darmtumoren häufig weitere Tumoren in anderen Organen auf - beispielsweise in Gebärmutter, Speiseröhre und Magen. Ist die Krankheit erkannt, müssen deshalb zusätzliche diagnostische Schritte eingeleitet werden, um mögliche weitere Tumoren im Körper auszuschließen.
Das Lynch-Syndrom kann durch eine humangenetische Untersuchung (Genanalyse) nachgewiesen werden. Doch nicht alle Lynch-Syndrom-Patienten weisen die gleichen Genveränderungen auf, was das Verfahren sehr kompliziert und sehr teuer macht. Pro Person kostet sie etwa 3.000 US-Dollar. Würde sie nur auf bloßen Verdacht hin standardmäßig durchgeführt werden, dann würden sich unvertretbar hohe Kosten ergeben. Insbesondere aber wäre mit einer verhältnismäßig hohen Fehlerquote zu rechnen. Um die hohen Kosten zu vermeiden und die Fehlerquote zu minimieren, ist es sinnvoll, anhand bestimmter Kriterien eine Vorauswahl von geeigneten Patienten für die Untersuchung zu treffen.
Schottische Wissenschaftler entwickelten deshalb eine neue Formel zur Eingrenzung von Risikopatienten, die sich in einem Test als effektiver im Vergleich zu herkömmlichen Auswahl-Verfahren erwies. Die Forscher führten dazu eine Studie an 870 Darmkrebs-Patienten durch, die bei der Diagnose jünger als 55 Jahre alt waren. Bei etwa 4% wurde mittels Genanalyse ein Lynch-Syndrom nachgewiesen. Auffällig und zugleich neu für die Forscher war, dass Männer doppelt so häufig wie Frauen betroffen waren. Dementsprechend fließt neben dem Alter (Kriterium unter 55 Jahre) erstmals auch das Geschlecht in die Vorauswahl-Formel ein.
Weitere wichtige Faktoren, die in der neuen Formel berücksichtigt werden, sind die Lage des Tumors im Darm, das gleichzeitige Auftreten mehrerer Tumoren bzw. das Auftreten von mehreren Tumoren nacheinander und schließlich das Auftreten von Tumoren bei nahen Verwandten. Das Vorkommen der Krankheit in der direkten Verwandtschaft geht dabei als stärkster Risikofaktor ein.





