Arzt

Keine Angst vor dem Schlauch

Deutliche Anzeichen von Magen- und Darmkrebs werden oft ignoriert

Speiseröhrenkrebs, Magenkrebs und Darmkrebs: Rund 80.000 Menschen werden in Deutschland jährlich mit einer solchen Diagnose konfrontiert, etwa die Hälfte davon stirbt daran. Die Todesrate könnte deutlich niedriger sein, wenn Betroffene beim Auftreten der ersten Anzeichen einer Krebserkrankung zum Arzt gehen würden.

Eine Magen- bzw. Darmspiegelung ist heute dank moderner Techniken weitaus weniger unangenehm als die meisten vermuten.

Anzeige

Krebs ist heute dank erheblicher Fortschritte in der Medizin in vielen Fällen heilbar. Voraussetzung für eine gute Prognose ist jedoch, dass die Tumoren in einem frühen Stadium erkannt werden und rechtzeitig mit der Therapie begonnen wird. Doch Krebserkrankungen des Magen-Darmtraktes werden auffallend häufig erst in einem sehr fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert. Zu diesem Zeitpunkt haben die meisten Patienten schon länger deutliche Alarmzeichen gezeigt, diese aber ignoriert.

Die Erklärung für dieses Phänomen ist einfach: Die Menschen haben Angst vor der vermeintlich quälenden Spiegelung von Magen und Darm: dem Schlucken oder Einführen des Schlauches. Doch solche Untersuchungen sind jedoch weit weniger dramatisch als ihr Ruf. Denn auch hier ist die Entwicklung nicht stehen geblieben: Die Geräte, die verwendet werden, sind flexibler und dünner geworden. Darüber hinaus kann die Untersuchung auch unter einer schonenden Kurznarkose durchgeführt werden. Die Patienten sind dann während der Untersuchung zwar wach, können sich aber im Nachhinein nicht mehr daran erinnern. Die Untersuchung muss bei Bewusstsein durchgeführt werden, da die Mitarbeit des Betroffenen währenddessen notwendig ist.

Aber es gibt auch Alternativen: Wer noch immer Sorge hat, sich einer Darmspiegelung zu unterziehen, kann eine Computertomographie (CT) des Darms durchführen lassen. Die Darm-CT geht sehr schnell und ist eine schmerzlose Untersuchung. Sie wird durchgeführt, um Befunde aus der Koloskopie (Darmspiegelung) näher zu betrachten oder unter bestimmten Umständen, wenn eine Koloskopie nicht möglich ist, als Untersuchung zur Vorsorge.

Dennoch gibt es noch immer Patienten, die trotz alarmierender Warnsignale des Körpers selbst mit einer Überweisung vom Hausarzt die Endoskopie nicht durchführen lassen, weiß Dr. Andreas Fischer, Oberarzt der Abteilung Endoskopie an der Chirurgischen Universitätsklinik Freiburg. „Wenn diese Patienten mit Krebs im Endstadium in das Krankenhaus eingewiesen werden, ist es für eine heilende Behandlung meist zu spät."

Die weitaus bessere Alternative ist in jedem Fall, den Gang zum Arzt anzutreten und sich auch vor der Untersuchung nicht zu scheuen, sollte auch nur der geringste Verdacht auf Krebs bestehen: Blut im Stuhl, bleistiftdünner Stuhl oder Schluckstörungen können Hinweise auf eine Krebserkrankung sein. Auch ungewünschter Gewichtsverlust, lange anhaltende Appetitlosigkeit, Leistungsknick ohne erkennbare Ursache, unklarer Bauchschmerz oder fortbestehendes Fieber gehören zu den Symptomen eines Tumors im Magen- und Darmbereich.

Nach Informationen des Universitätsklinikums Freiburg


Autor: Claudia Urban
Stand: Feb 6, 2008


Sie lesen gerade:

Deutliche Anzeichen von Magen- und Darmkrebs werden oft ignoriert

Seite empfehlen:
A A A
Anzeige
Springer Ratgeber Gesundheit

Expertenrat

Ratgeber Pharmazie und Gesundheit 2010

logo_springer_footer_neu

Forum Darmkrebs

mann_arbeit_computer_aelter

Erfahrungsaustausch

Hier können Sie mit anderen Patientinnen und Angehörigen in Kontakt treten.

mehr

Darmkrebs

Rotwein

Risikofaktoren

Risikofaktoren für Darmkrebs? Alkohol, Stress, Rauchen, Diabetes gehören dazu.

mehr

Video

Reise durch den Darm

Wie sieht es eigentlich da drinnen aus? Die virtuelle Reise durch den Darm gibt einen Einblick.

mehr

Darmkrebs

arzt_krankenschwestern_team

Stadien

Mediziner unterscheiden sechs verschiedene Darmkrebs-Stadien. Die Stadieneinteilung hilft, die Behandlung zu planen.

mehr

Special Schweinegrippe

Immer auf dem neuesten Stand

Aktuelle Entwicklung und Informationen zur Ausbreitung der Schweinegrippe, Hygienemaßnahmen, Impfstoffen und vieles mehr finden Sie im Special Schweinegrippe auf lifeline. Ein Expertenrat beantwortet kostenlos und zeitnah Ihre Fragen.

zum Special Schweinegrippe

Selbsthilfe

Felix Burda Stiftung

Felix Burda Stiftung

Bei keiner anderen Krebsart bietet die Früherkennung derart große Chancen: Darmkrebs. Die Felix Burda Stiftung engagiert
sich daher seit 2001 für die Kommunikation der Chancen der Darmkrebs-Vorsorge und -Früherkennung. mehr

Zur Selbsthilfe-Übersicht