
Vorsorge mit CT
Darmkrebs: CT kann Früherkennung fördern
Die Sterberate bei Darmkrebs liegt zwischen 30 und 50%. Sie könnte viel niedriger sein. Wird der Tumor im Frühstadium erkannt, beträgt die Heilungsrate fast 100%. Doch gerade hier liegt das Problem: Zu viele Patienten gehen nicht zur Darmkrebs-Vorsorge - oftmals, weil sie vor der Darmspiegelung mit dem Schlauch zurückschrecken. Eine CT könnte sie eventuell umstimmen.
Die Computertomographie (CT) ist für den Patienten schonender und weniger schmerzhaft als die Darmspiegelung: Sie geht ohne Schlauch vonstatten, auch braucht der Patient kein Beruhigungsmittel. Ein Abführmittel einen Tag vor der Untersuchung ist allerdings auch bei der Darm-CT notwendig - noch zumindest.
Darmreinigung eventuell bald überflüssig
Wahrscheinlich ist es bald möglich, den Stuhl mit einem Kontrastmittel zu markieren, so dass eine vorherige Darmreinigung überflüssig wird. Der Stuhl würde dann eine bestimmte, vorher bestimmbare Dichte erhalten, die sich während der Aufnahme herausfiltern ließe. Dies würde die CT-Darmkrebs-Vorsorge einen weiteren Schritt voranbringen: Dann wäre die letzte Unannehmlichkeit verschwunden und das würde die Darm-CT für viele Frauen und Männer noch akzeptabler machen.
Schärfere Aufnahmen würden höhere Strahlenbelastung bedeuten
Auch die Aufnahmequalität ließe sich wohl noch weiterentwickeln. Einige Wissenschaftler sind bestrebt, die einzelnen Schichtaufnahmen, aus denen sich später das Video zusammensetzt, noch dünner herzustellen, schreibt Michael Marcari, Radiologe (Röntgen-Arzt) am Medical Center der New York University in der Fachzeitschrift Radiology (2, 2002). Durch schmalere Schichtaufnahmen ließen sich auch kleinste Polypen leichter erkennen.
Noch dünnere Schichten würden auch eine höhere Strahlenbelastung bedeuten, meint Marcari. Es gelte also abzuwägen. Zu bedenken sei in jedem Fall: Die falschen Positiv-Diagnosen sind vor allem auf schlechte Darmreinigung oder ungenügende Darm-Dehnung zurückzuführen - mit der Bildauflösung stehen nur die wenigsten in Zusammenhang.
Entfernung von sehr kleinen Polypen umstritten
Hinzu kommt: Es ist fraglich, ob die Entdeckung von kleinsten Polypen, die unter fünf Millimeter groß sind, überhaupt Konsequenzen hätte. Denn nicht alle Polypen entarten, bei kleineren beträgt das Risiko nur 1%. Nur Polypen mit einem Durchmesser von etwa einem Zentimeter werden mit hoher Wahrscheinlichkeit bösartig. Dr. Roman Fischbach kommt daher auch in seiner Studie mit einem Siemens CT der neuesten Generation zu dem Schluss: "Es ist derzeit allerdings nicht klar, ob bei computertomographischem Nachweis derartig kleiner Polypen eine endoskopische Koloskopie zur Polypenentfernung angeschlossen werden sollte, und ob die Entfernung dieser Polypen wirklich die karzinombedingte Mortalität senken kann."






