Darmkrebs-Behandlung
Individualisierte Therapienstrategien auf dem Vormarsch
Bei der Bekämpfung von fortgeschrittenem (Dick-) Darmkrebs stand lange Zeit die Chemotherapie, bei der nach einem festgelegten Therapieschema verfahren wird, im Vordergrund. Dies könnte sich demnächst ändern. Neue Medikamente, so genannte tumorspezifische Antikörper, ermöglichen ein auf den speziellen Tumor hin ausgerichtetes Herangehen in der Therapie und können auch solchen Patienten helfen, die nicht auf eine herkömmliche Chemotherapie ansprechen.
Bei der Behandlung von fortgeschrittenem Dickdarmkrebs mit Metastasenbildung in anderen Organen gilt derzeit die Chemotherapie als Standardtherapie. Um die Wirksamkeit der Behandlung zu erhöhen, werden heute verschiedene Chemotherapeutika mit unterschiedlichen Wirkprinzipien kombiniert. Die Therapie der Darmkrebs-Patienten erfolgt dabei nach fest vorgegebenen, standardisierten Behandlungsschemen.
Erheblich erweitert wurden die Therapiemöglichkeiten bei fortgeschrittenem Dickdarmkrebs nun durch die Zulassung der tumorspezifischen Antikörper Bevacizumab und Cetuximab. Präparate aus der Klasse dieser so genannten monoklonalen Antikörper richten sich gegen Oberflächenmerkmale von bestimmten Tumorzellen und ermöglichen so eine zielgerichtete Therapie gegen diese.
Die Kombination aus Chemo- und Antikörpertherapie verbessert einer Studie zufolge das Ansprechen der Patienten mit metastasierendem Dickdarmkrebs auf die Therapie und damit die Überlebensraten deutlich. Viele weitere solcher Substanzen, die gegen verschiedene andere Krebsarten wirken, befinden sich derzeit im Test.
Wie der Oberarzt der Abteilung Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie der Medizinischen Hochschule Hannover, Prof. Dr. Stefan Kubicka, im Vorfeld des Jahreskongresses der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten 2007 erklärte, steht die Darmkrebs-Medizin mit der Zulassung der Antikörper vor einem grundlegenden Wandel. Zielgerichtete Therapien könnten die bisher üblichen festgelegten Therapieschemata vollkommen verändern und neue Behandlungskonzepte, die der individuellen Situation des Patienten und den biologischen Eigenschaften des Tumors besser entsprechen, hervorrufen. Damit würde die Darmkrebs-Therapie komplexer, nebenwirkungsärmer und wahrscheinlich erfolgreicher, so der Onkologie-Experte.





