Vorsorge
Sozial Schwache seltener bei Vorsorgeuntersuchungen
Menschen mit wenigen finanziellen Ressourcen nehmen Präventionsangebote zur Früherkennung von Darmkrebs seltener wahr als sozial bessergestellte Menschen. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie.
Die Darmkrebsprävention ist gerade im Nordosten Bayerns noch ausbaufähig. Das zeigen die vergleichsweisen hohen Zahlen der Neuerkrankungen vor Ort. Der Grund ist nicht etwa ein mangelhaftes Angebot von Früherkennungsmaßnahmen, sondern viel eher das soziale Gefälle der Regionen Bayerns. Zu diesem Schluss kommt eine Studie des Instituts für Krebsepidemiologie e.V. an der Universität Lübeck (IKE), die im Auftrag der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) durchgeführt wurde. Ziel der Studie war die Untersuchung möglicher regionaler Unterschiede bei der Häufigkeit von Darmkrebserkrankungen.
Die Analyse zeigt, dass Darmkrebs genau dort häufig auftritt, wo die Teilnahme an Maßnahmen der Prävention besonders gering ist. Außerdem offenbart die Studie einen klaren Zusammenhang zwischen dem Auftreten von Darmkrebs und sozialen Indikatoren wie niedrigem Einkommen und hoher Arbeitslosigkeit. Gerade Menschen mit geringen sozialen Mitteln scheinen also zu selten Präventionsangebote in Anspruch zu nehmen.
Dr. Axel Munte, Vorstandsvorsitzender der KVB, hält die Ergebnisse für bedenklich und fordert dazu auf, das allgemeine Bewusstsein für die Bedeutung von Präventionsmaßnahmen zu stärken. Die Menschen sollen gezielt angesprochen und zur Darmkrebsvorsorge eingeladen werden. Munte fordert weiter: "Die Menschen müssen bereits in der Erziehung und in der Ausbildung dafür sensibilisiert werden, wie Alkohol, ungesunde Ernährung oder zu wenig Bewegung das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, erhöhen.“ Außerdem sollen zukünftige Projekte die Ursachen der reagionalen Unterschiede näher beleuchten, damit die Prävention auf regionaler Ebene gezielt gestärkt werden kann.





