Mythos 8
"Die virtuelle Darmspiegelung kann die konventionelle Darmspiegelung ersetzen."

FALSCH!
RICHTIG IST:
Die virtuelle Koloskopie kann die konventionelle Darmspiegelung als Vorsorgemethode gegenwärtig noch nicht ersetzen.
Die virtuelle Koloskopie hat sich in den letzten Jahren sehr verbessert, so dass sie für Menschen, die auf keinen Fall eine konventionelle Darmspiegelung durchführen möchten oder bei denen die Durchführung einer vollständigen Darmspiegelung aus physiologischen Gründen nicht möglich ist, eine gute Alternative darstellt. Statt der Betrachtung der Darmschleimhaut von innen mit dem schlauchförmigen Endoskop werden mit dem Computertomographen (CT) Schnittbilder des Darms erzeugt und mit einer speziellen Software zu einer dreidimensionalen Innenansicht des Darms zusammengesetzt. Auf dieser virtuellen Ansicht der inneren Darmwand heben sich Krebstumore und Polypen, die größer als ein Zentimeter sind, plastisch ab, so dass der Radiologe sie gut erkennen kann. Schwieriger wird es, wenn die Polypen kleiner als ein Zentimeter sind oder wenn sie ganz flach ohne den Stil, auf dem die meisten Polypenaufsitzen, auf der Darmwand aufliegen. Dies kommt insbesondere auf der rechten Seite des Darms häufiger vor. Erwähnt werden muss auch die mit dem CT verbundene Strahlenbelastung, die bei neuen Geräten allerdings erheblichminimiert werden konnte. Hinzu kommt die Doppeluntersuchung, wenn Krebsvorstufen (Adenome) entdeckt werden, da diese nicht wie bei der konventionellen Darmspiegelung während der Untersuchung abgetragen werden können. Zum Entfernen der Krebsvorstufen muss dann zusätzlich auch noch eine konventionelle Darmspieglung gemacht werden. Meist muss dazu in einer radiologischen Praxis ein weiterer Termin vereinbart werden, da die Praxen vonRadiologen und Gastroenterologen bisher nur im Ausnahmefall so kooperieren, dass ein sofortiger Anschlusstermin möglich ist. Für den Patienten heißt dies, dass er zweimal die Darmreinigung durchlaufen muss, da auch die virtuelleKoloskopie die komplette Darmreinigung verlangt. Die Kosten für die virtuelle Koloskopie betragen gegenwärtig mehr als das Doppelte der Kosten für die konventionelle Darmspiegelung und werden nicht von der Krankenkasse übernommen.
Mythos 9
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