Obst und Gemüse gegen Krebs?
Fünf Portionen täglich können das Risiko senken
Am 1. Juni feierte die Kampagne "5-am-Tag" in Deutschland ihren sechsten Geburtstag. Sie wurde von der Deutschen Krebsgesellschaft ins Leben gerufen, um den Obst- und Gemüseverzehr in der Bevölkerung zu steigern - und zwar auf fünf Portionen Obst und Gemüse täglich. Ein wesentlicher Grund für die Mobilmachung der Menschen war die Annahme, dass sich durch Veränderung der Ernährungsgewohnheiten ein Teil der Krebserkrankungen verhindern ließe. Zwar konnten neuere Studien eine solche allumfassende Wirkung von Obst und Gemüse nicht bestätigen, doch gibt es bei einigen Krebsarten durchaus positive Effekte.
Wie die Auswertung verschiedener europäischer wie auch US-amerikanischer Untersuchungen ergab, ist die Wirkung von Obst und Gemüse gegen den Krebs geringer als bislang vermutet. Ein Einfluss zeigte sich zudem nur bei bestimmten Krebsarten.
Effekte bei Darmkrebs auf bestimmte Untergruppen beschränkt
Als nicht eindeutig gestaltet sich die Datenlage derzeit zur Rolle des Obst- und Gemüseverzehrs bei der Entstehung von Dickdarm- und Mastdarmkrebs. Die Daten verweisen auf zumeist geringe Effekte, zum Teil auf bestimmte Subgruppen beschränkt. So zeigte sich in einer niederländischen Studie bei Frauen ein deutlich gemindertes Risiko auf Dickdarmkrebs (um mehr als 30%) bei gleichzeitigem Verzehr von viel Obst und Gemüse. Bei Männern hatte der Konsum von Obst und Gemüse keinerlei Wirkung.
Trotz indifferenter Datenlage für den Einfluss von Obst und Gemüse, ist die Rolle der Ernährung für die Entstehung von Dickdarmkrebs bislang am besten erforscht. So hat die EPIC-Studie - eine großangelegte europäische Studie, die den Zusammenhang zwischen Ernährung und Krebs sowie anderen chronischen Erkrankungen untersucht - gezeigt, dass eine ballaststoffreiche Ernährung das Risiko für Dickdarmkrebs erheblich senkt. Zu den Ballaststofflieferanten gehören neben Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten u.a. auch Obst und Gemüse.
Obst und Gemüse halten auf jeden Fall gesund
Trotzdem die Ergebnisse der Untersuchungen nicht so ausgefallen sind wie zunächst erhofft, plädieren die Ernährungsexperten dafür, das Anliegen der Kampagne "5 am Tag" weiter zu verfolgen und den Verbrauch von Obst- und Gemüse in Deutschland von heute durchschnittlich 350g auf 650g täglich zu steigern. Das entspricht der durchschnittlich verzehrten Obst und Gemüsemenge im Mittelmeerraum. Denn der Obst- und Gemüseverzehr beeinflusst nicht nur das Krebsrisiko, sondern auch das Risiko für andere Krankheiten. So sinkt beispielsweise das Risiko für Herz- und Kreislauferkrankungen durch eine solche Ernährung erheblich.





