
Risikofaktoren
Risiko an Darmkrebs zu erkranken
Das durchschnittliche Risiko in seinem Leben an Darmkrebs zu erkranken beträgt bei der deutschen Bevölkerung etwa sechs Prozent. Die Häufigkeit von Darmkrebs steigt ab dem Alter von 50 Jahren stark an. Ab diesem Alter sollte man deshalb mit regelmäßiger Vorsorge beginnen.
Familiäres Risiko erkennen - persönliches Risiko reduzieren
Etwa ein Drittel der Menschen, die an Darmkrebs erkranken, haben ihre Krankheit geerbt, d. h. in der Familie gibt es eine Neigung für diese Krebserkrankung. Direkt mit den Erkrankten verwandte Personen (Eltern, Geschwister, Kinder) haben ein erhöhtes Risiko, ebenfalls Darmkrebs zu bekommen. Bei mehreren Fällen von Darmkrebs oder Darmkrebsvorstufen in der Familie kann sich das Risiko, selbst an Darmkrebs zu erkranken, um das sechsfache erhöhen. Ein deutlich erhöhtes Darmkrebsrisiko haben auch Menschen, bei deren direkten Verwandten Polypen (Adenome) entdeckt wurden, da diese als Vorstufen von Darmkrebs gelten.
Eine familiäre Vorbelastung bedeutet nicht, dass die Erkrankung unabwendbar wäre. Wer um die familiäre Belastung für Darmkrebs und Darmpolypen weiß, kann Darmkrebs ebenso gut vorbeugen wie Menschen mit normalem Risiko. Voraussetzung ist, dass man frühzeitig mit der Darmkrebsvorsorge beginnt und sich in regelmäßigen Abständen einer Darmspiegelung unterzieht.
Wie hoch ist mein familiäres Risiko?
- Ist bei einem direkten Verwandten (Eltern, Geschwister, Kinder) eine Darmkebserkrankung aufgetreten?Wenn ja, haben Sie ein erhöhtes Risiko für Darmkrebs und sollten frühzeitig, spätestens jedoch mit 45 Jahren, eine Darmspiegelung durchführen lassen.
- Ist bei einem direkten Verwandten ein Darmpolyp (Adenom) vor dem 50. Lebensjahr aufgetreten?Wenn ja, haben Sie ein erhöhtes Risiko für Darmkrebs und sollten frühzeitig, spätestens jedoch mit 45 Jahren, eine Darmspiegelung durchführen lassen.
- Ist in Ihrer Familie bei mindestens drei direkten Verwandten eine der folgenden Krebserkrankungen aufgetreten: Darm-, Gebärmutter- oder Magenkrebs?
Wenn ja, haben sie ein stark erhöhtes Risiko für Darmkrebs und sollten sich unbedingt von einem Facharzt (Gastroenterologe oder Humangenetiker) über geeignete Vorsorgemaßnahmen beraten lassen.
Das Risiko für die Angehörigen ist umso höher, je jünger der erkrankte Familienangehörige bei seiner Diagnose war. Deshalb sollten Angehörige 10 Jahre vor dem Erkrankungsalter bei dem Verwandten und spätestens mit 40 mit der Vorsorgedarmspiegelung beginnen. Bei mehreren Darmkrebsfällen in der Familie 10 Jahre vor dem Erkrankungsalter des jüngsten Erkrankten. Sind in einer Familie mehrere Personen an Darmkrebs oder Gebärmutter- und Magenkrebs erkrankt, sollten direkt verwandte Familienmitglieder bereits ab dem Alter von 25 Jahren regelmäßig eineDarmspiegelung durchführen lassen. Bei familiärer Belastung wird die Darmspiegelung unabhängig vom Alter bezahlt.
Diabetes Typ-2 erhöht das individuelle Darmkrebsrisiko
Eine Risikogruppe, die bislang noch zu wenig beachtet wurde, sind die Typ-2-Diabetiker. Patienten mit Typ 2 - Diabetes haben gegenüber der Normalbevölkerung ein dreifach höheres Risiko für die Entwicklung einer Darmkrebserkrankung. Auch die Rate der tödlichen Krankheitsverläufe ist bei dieser Personengruppe höher. Kommt zu Typ 2-Diabetes zusätzlich eine erbliche Darmkrebsbelastung hinzu, steigt das Darmkrebsrisiko dadurch weiter an.
Patienten mit Typ 2-Diabetes haben im frühen Stadium der Erkrankung einen erhöhten Insulinspiegel. Es ist schon länger bekannt, dass Insulin Wachstum fördernde Eigenschaften besitzt und das Wachstum von Zellen, eben auch von Tumorzellen, beschleunigt. Wenn Patienten mit Typ 2-Diabetes einen Darmtumor entwickeln, wächst dieser aggressiver und führt häufiger zum Tod. Bei Patienten mit Diabetes Typ 2, die auf eine Insulinbehandlung angewiesen sind, sollte deshalb vor Beginn der Insulintherapie eine Vorsorgekoloskopie durchgeführt werden.
Typ 2 Diabetes ist in der Hauptsache eine Folge ungesunden Lebensstils. Neben der konsequenten Änderung des Lebensstils, um durch regelmäßige Bewegung und gesunde ballaststoffreiche Ernährung vorhandenes Übergewicht abzubauen und den gestörten Stoffwechsel zu normalisieren, sollten Patienten mit Typ 2- Diabetes ihr erhöhtes Darmkrebsrisiko minimieren, indem sie sich in regelmäßigen Abständen einer Vorsorgekoloskopie unterziehen (alle 3 -5 Jahre).
weitere Risikofaktoren
Seit Langem ist bekannt, dass bestimmte Faktoren die Entstehung von Darmkrebs beeinflussen. Neben einer familiärer Disposition, Übergewicht (insbesondere Bauchfett) und Diabetes Typ-2 (insbesondere in Kombination mit Übergewicht, Bluthochdruck und einer Fettwechselstörung) gibt es noch weitere Faktoren, die das Risiko an Darmkrebs zu erkranken erheblich erhöhen. Ein erhöhtes Risiko tragen Menschen, die:
- an einer schweren Entzündung der Dickdarmschleimhaut (Colitis Ulcerosa oder Morbus Crohn) leiden
- Darmpolypen haben oder hatten
- Blut in oder auf ihrem Stuhl beobachtet haben
- sich falsch ernähren, d.h. zuviel Fleisch und tierische Fette und zu wenig Obst, Gemüse und andere Ballaststoffe essen
- Alkohol trinken und/oder rauchen
- sich wenig bewegen
- Übergewicht haben (insbesondere Bauchfett)
- älter als 45 Jahre sind






