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Darmkrebs: Fleisch erhöht das Risiko, Fisch schützt

Der tägliche Verzehr von rotem Fleisch oder Fleischprodukten erhöht das Darmkrebsrisiko um mindestens 50%. Der Genuss von Fisch dagegen halbiert die Gefahr, an Darmkrebs zu erkranken. Das hat eine groß angelegte europäische Studie ergeben.

Die Studie unter dem Titel "European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition" (EPIC) ist bislang die größte Studie, die den Zusammenhang zwischen Ernährung und Gesundheit erforscht hat. Dabei wurden insgesamt 478.040 Männer und Frauen aus 10 europäischen Ländern zwischen 1992 und 1998 bezüglich ihrer Essgewohnheiten und Lebenshaltung beobachtet. Nach einer durchschnittlichen Beobachtungszeit von 4,8 Jahren wurde bei 1.329 Probanden Darmkrebs diagnostiziert.

Neben der Berücksichtigung anderer Faktoren wie Alter, Größe, Gewicht, körperliche Aktivität, Tabak- und Alkoholkonsum konnten die Forscher einen eindeutigen Zusammenhang zwischen Darmkrebsrisiko und der täglich verzehrten Menge an Fleisch, Fleischprodukten und Fisch feststellen. Ein täglicher Verzehr von 100 Gramm Schweine-, Rind-, Lamm- oder Kalbsfleisch bedeutet demnach eine Erhöhung des Krebsrisikos um 49%. Bei 100 Gramm Wurst, Speck, Fleischkonserven oder Schinken besteht sogar ein Risiko von 70%. Dabei senken 100 Gramm Fisch täglich das Risiko einer Darmkrebserkrankung um etwa 50%. Für den Verzehr von Hühnerfleisch konnten die Forscher keinen Einfluss auf das Darmkrebsrisiko feststellen.

Bislang ist noch nicht klar, in welcher Weise der Fleischverzehr die Krebshäufigkeit beeinflusst. Die Forscher vermuten, dass das Eisen im roten Blutfarbstoff Hämoglobin, der in rotem Fleisch in großen Mengen vorhanden ist, die Bildung schädlicher Stickstoffverbindungen im Körper verstärkt. Substanzen, die beim Grillen oder Räuchern von Fleisch entstehen, könnten ebenfalls eine Rolle bei Darmkrebserkrankungen spielen. Den im Fisch enthaltenen gesunden, mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren sprechen die Forscher hingegen eine Schutzfunktion für den Darm zu.


Quelle: Nach Informationen des Journal of the National Cancer Institute, wissenschaft.de und Deutsches Ärzteblatt Online
Autor: Springer Medizin
Stand: Aug 15, 2007


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