
Risikofaktoren
Darmkrebs: Rückfallrisiko einschätzen
Heidelberger Wissenschaftler konnten erstmals belegen, dass anhand eines Tests auf Krebszellen in Blut oder Knochenmark das individuelle Rückfallrisiko bei Darmkrebspatienten bestimmt werden kann.
Mittels eines Tests auf Tumorzellen in Blut oder Knochenmark gelang es Wissenschaftlern der Chirurgischen Universitätsklinik Heidelberg, das individuelle Rückfallrisiko von Darmkrebspatienten zu bestimmen.
Das Team um Dr. Moritz Koch und Dr. Peter Kienle untersuchte im Rahmen seiner Studie 37 Darmkrebspatienten, die sich einer chirurgischen Entfernung von Lebermetastasen unterziehen mussten. Den Studienteilnehmern wurde direkt nach der Operation Blut abgenommen - einigen auch Knochenmark aus dem Beckenkamm. Die Proben wurden mit Hilfe eines speziellen Tests, der eine Krebszelle zwischen 10 Millionen normalen Zellen zu entdecken vermag, auf Tumorzellen untersucht. Anschließend wurden die Patienten im Mittel über 38 Monate mittels Laboruntersuchungen, Computertomographie (CT) und Koloskopie auf Rezidive untersucht.
Die Nachuntersuchungen ergaben, dass jene Patienten, die gleich nach der Metastasenentfernung bereits Tumorzellen im Blut oder Knochenmark hatten, erheblich häufiger ein Rezidiv erlitten und eine deutlich kürzere Lebenserwartung hatten als solche Patienten, bei denen keine Krebszellen nachweisbar gewesen waren. Auch wenn die untersuchte Gruppe mit 37 Patienten recht klein war, konnten Koch und Kienle mit ihrer Untersuchung erstmals belegen, dass anhand eines Tests auf Krebszellen im Blut oder Knochenmark das individuelle Rückfallrisiko bei Darmkrebspatienten nach der chirurgischen Entfernung von Lebermetastasen bestimmt werden kann.
Der Ansatz der Wissenschaftler ist auch deshalb etwas Besonderes, weil damit eine Einschätzung des individuellen statt des statistischen Risikos ermöglicht wird. Medizinredakteurin Gabriele Wagner kommentiert dazu in der Ärzte Zeitung: " [...] mit ihrer Untersuchung haben die Kollegen etwas geschafft, worauf viele Ärzte und Betroffene schon lange warten: Der einzelne Mensch tritt aus der Masse heraus, und sein persönliches Risiko wird aus dem allgemeinen Rauschen der Statistik herausgelöst."






