
Risikofaktoren
Krebs: Stress beeinflusst Metastasen
Es gibt sicher andere Risikofaktoren als psychosozialer Stress, die in einem sehr viel höheren Maße dazu beitragen können, dass Krebs entsteht. Dennoch wissen die Forscher aus Tierversuchen und epidemiologischen Studien, dass Stress bei der Entstehung und Verbreitung von Tumoren eine Rolle spielen kann. Wie der Zusammenhang zwischen Stress und Krebs zustande kommt, war bisher ein Rätsel.
Wissenschaftlern um Dr. Frank Entschladen von der Universität Witten/Herdecke ist es nun gelungen, etwas Licht ins Dunkel zu bringen. Die Wissenschaftler beschäftigen sich seit Jahren intensiv mit der Bildung von Tochtergeschwüren (Metastasen) bei verschiedenen Krebsformen. Dabei fanden sie heraus, dass Neurotransmitter - Botenstoffe, die die Kommunikation zwischen Nervenzellen steuern - den Krebszellen den Weg weisen. "Nach unseren Erkenntnissen werden die Krebszellen nicht zufällig im Körper verschwemmt, sondern durch Neurotransmitter gezielt an bestimmte Stellen gelockt", erklärt Entschladen.
Die Verbreitung von hemmenden und stimulierenden Neurotransmittern hängt wiederum maßgeblich von psychosozialen Einflüssen ab. Stress führt dazu, dass sich die Neurotransmitter durchsetzen, die die Metastasierung fördern und damit die Verbreitung von Krebs beschleunigen. "Damit konnten wir eine im Prinzip alte Beobachtung erstmals auf molekularer Ebene bestätigen", so Entschladen weiter. Die Wissenschaftler hoffen nun, auf der Grundlage ihrer Erkenntnisse Medikamente entwickeln zu können, die die Verbreitung von Krebs unterbinden.






