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Scharfe Waffen gegen Darmkrebs

Stoffe in Curry und Zwiebeln stoppen gefährliche Darmpolypen

Menschen mit familiärer adenomatöser Polyposis (FAP) haben ein sehr hohes Risiko, im Laufe ihres Lebens Darmkrebs zu entwickeln. Wie ein Forscherteam in den USA jetzt im Rahmen einer Pilotstudie mit fünf Betroffenen herausgefunden hat, können die Inhaltsstoffe von Curry und Zwiebeln, Curcumin und Quercetin, diese Entwicklung möglicherweise verhindern.

Die familiäre adenomatöse Polyposis ist eine Erbkrankheit, die dazu führt, dass sich im Darm der Betroffenen im Laufe der Zeit Hunderte von Polypen bilden. Diese gelten als ein hoher Risikofaktor, Darmkrebs zu entwickeln und müssen daher häufig vorsorgemäßig überprüft werden. Unbehandelt entwickelt sich daraus in fast allen Fällen Darmkrebs.

Die Vermutung, dass Curcumin und Quercetin eine Wirkung gegen die gefährlichen Darmpolypen entfalten, hatten die Wissenschaftler aufgrund von Versuchen an Zellkulturen und mit Mäusen schon lange. Deshalb führten sie nun auch Untersuchungen beim Menschen durch. In die Pilotstudie eingeschlossen waren fünf Patienten, die unter FAP litten und denen als vorbeugende Maßnahme vor Darmkrebs bereits ein Teil des Dickdarms operativ entfernt worden war.

Die Wissenschaftler beobachteten, wie sich die im Restdarm verbliebenen Polypen unter dem Einfluss der Scharfmacherinhaltsstoffe entwickelten. Dazu nahmen die Studienteilnehmer über einen Zeitraum von neun Monaten dreimal täglich Tabletten aus einer Kombination der beiden Stoffe ein. Die Ergebnisse waren überzeugend: Die Zahl der Polypen ging um 60%, ihre Größe um durchschnittlich 50% zurück. Dabei traten im Unterschied zu bisher verwendeten Medikamenten kaum Nebenwirkungen auf. Die Forscher planen nun, die vorliegenden Ergebnisse im Rahmen einer größeren klinischen Studie zu überprüfen.

Doch auch wenn sich die positive Wirkung von Curcumin und Quercetin bestätigt, mit Currysoße und Zwiebelsalat allein ließe sich die Krankheit trotzdem nicht besiegen. Dazu sind zu große Mengen der Wirkstoffe - insbesondere des Currybestandteils – nötig; laut Studie etwa 1.500 Milligramm pro Tag. Solche Mengen können nur in Form von Tabletten eingenommen werden, denn diese enthalten die beiden Substanzen in hochkonzentrierter Form.

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Quelle: Nach Informationen der Fachzeitschrift Clinical Gastroenterology and Hepatology
Autor: Claudia Urban
Stand: Aug 28, 2006


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